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Conti zehrt noch von starkem ReifengeschÀft - Nahost belastet nun

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 10:42 Uhr | dpa.de

Der Reifenhersteller Continental DE0005439004 hat im zweiten Quartal weiter vom guten Lauf bei großen und teuren Reifen profitiert.

So verdiente der Dax DE0008469008-Konzern im TagesgeschĂ€ft mehr als erwartet, weil sich der Anteil dieser Reifen weiter erhöht hat und die Materialkosten nach wie vor gĂŒnstiger ausfielen. Das dĂŒrfte aber nun mit dem Iran-Krieg und den gestiegenen Rohölpreisen ein Ende haben. Conti-Finanzchef Roland Welzbacher stimmte am Dienstag auf Gegenwind bei den Kosten ein, die ProfitabilitĂ€t im ReifengeschĂ€ft werde im zweiten Halbjahr schwĂ€cher ausfallen. Die Aktie gab nach.

Das Papier verlor nach Anfangsgewinnen zuletzt 1,7 Prozent auf 71,10 Euro. Damit schrumpft der Kursgewinn im laufenden Jahr auf 4,5 Prozent. Analyst Michael Aspinall von der US-Investmentbank Jefferies sprach von einem starken zweiten Quartal, insbesondere im ReifengeschÀft. Das werfe aber die Frage auf, warum es in der Sparte nur bei der Jahresprognose bleibe.

Finanzchef Welzbacher verwies im GesprĂ€ch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX auf den nun einsetzenden Gegenwind bei den Rohmaterialkosten. Rohöl ist ein wichtiger Produktionsfaktor fĂŒr Reifen- und Kunststoffhersteller. Im ersten Halbjahr habe der Konzern "sehr viel RĂŒckenwind durch die Rohmaterialkosten" im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich gehabt, sagte der Manager. "Das kehrt sich nun komplett um."

Er rechne demzufolge fĂŒr das zweite Halbjahr mit einer Belastung im Vorjahresvergleich im ebenfalls dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, sagte er. Zudem kĂ€men die AutomĂ€rkte dieses Jahr nicht wie erhofft zurĂŒck. Die Aussichten fĂŒr die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen haben sich weiter eingetrĂŒbt.

Die operative Marge im ReifengeschÀft des zweiten Quartals mit von Analysten unerwartet starken 15,3 Prozent sei denn auch die höchste im Jahresverlauf gewesen, sagte Welzbacher. "Das werden wir im dritten Quartal nicht mehr schaffen."

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Konzern lag mit 570 Millionen Euro um ein gutes Drittel ĂŒber dem Wert ein Jahr zuvor, wie die Hannoveraner am Dienstag mitteilten. Neben großen Reifen und gĂŒnstigeren Rohmaterialien halfen auch geringere Zoll- und Wechselkurseffekte.

Der Umsatz im Konzern sank vorwiegend wegen des erfolgten Verkaufs eines Unternehmensteils der Kunststofftechniksparte von 4,9 auf 4,4 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis wÀre er nur um 0,3 Prozent geschrumpft.

Der Nettogewinn sank um fast die HÀlfte auf 274 Millionen Euro, weil unter anderem das im vergangenen Herbst abgespaltene AutozuliefergeschÀft (Aumovio DE000AUM0V10) im Vorjahreszeitraum noch zum Konzern zÀhlte.

Den Ausblick auf das GeschĂ€ftsjahr passte Conti nach der vereinbarten milliardenschweren VerĂ€ußerung der restlichen Kunststofftechniksparte Contitech an. Insgesamt soll der Umsatz 2026 zwischen 13,2 und 14,2 Milliarden Euro liegen, die bereinigte operative Marge bei 12,0 bis 13,5 Prozent. Im Reifenbereich allein betrachtet blieben die Aussichten unverĂ€ndert.

Die Reifen werden nach dem vereinbarten Verkauf der Kunststofftechnik der einzige verbleibende Konzernteil nach dem Großumbau sein. Welzbacher sieht bei den großen Reifen ab 18 Zoll Durchmesser auch weiter gute Chancen. Sie sind schwerer und teurer und kommen insbesondere bei batteriebedingt schwereren Elektroautos zum Einsatz. Hier wachse der Markt im Jahr zwischen 7 und 8 Prozent, wĂ€hrend andere Segmente eher stagnierten, sagte der Finanzchef.

So entwickelten sich auch die GeschĂ€fte in China erfreulich - trotz der zuletzt einbrechenden VerkĂ€ufe von Neuwagen. Nach dem starken Anstieg der vergangenen Jahre seien nun sehr viele Fahrzeuge auf den Straßen, vielfach eben Elektroautos mit großen Reifen. Da profitiert Conti vom ReifenersatzgeschĂ€ft. "Wir investieren weiter in den lukrativen Markt China", sagte Welzbacher. Er verwies auf den Ausbau der Produktion im Werk in Hefei, wo Conti die Produktion von 15 auf 18 Millionen Reifen jĂ€hrlich erhöht.

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