Niedrige, PegelstÀnde

Niedrige PegelstÀnde: Schifffahrt auf Rhein beeintrÀchtigt

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 16:23 Uhr, dpa.de

Der Rhein ist derzeit von starkem Niedrigwasser betroffen - das hat auch Auswirkungen auf die Schifffahrt.

"Binnenschiffe können derzeit weniger Ladung aufnehmen als bei höheren WasserstĂ€nden", teilt Fabian Spieß, stellvertretender GeschĂ€ftsfĂŒhrer beim Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit.

Auch bei Niedrigwasser fĂŒhre die Binnenschifffahrt aber weiterhin GĂŒtertransporte durch, amtliche Sperrungen durch die Bundeswasserstraßenverwaltung (WSV) gebe es nicht. "Die Schifffahrt fĂ€hrt, solange es sicher möglich ist", betonte Spieß.

Wirtschaftliche Folgen durch Niedrigwasser

Andreas Bartel vom Duisburger Hafen "Duisport" bestĂ€tigt die durchs Niedrigwasser entstandenen Probleme fĂŒr die Schifffahrt. "Die Folge sind geringere Transportmengen pro Schiff und damit steigende Transportkosten entlang der Lieferkette."

Gleichzeitig fĂŒhre die reduzierte Auslastung dazu, dass fĂŒr die gleiche Warenmenge mehr Schiffe eingesetzt werden mĂŒssen. "Daher ist bei Niedrigwasser hĂ€ufig sogar ein höheres Schiffsaufkommen auf dem Rhein zu beobachten als unter normalen Bedingungen", erklĂ€rt Bartel. Aktuell zeige sich die Binnenschifffahrt dennoch robust und weiche beispielsweise auf den Schienenverkehr aus.

Bartel betont aber: "Der Klimawandel wird dazu fĂŒhren, dass Phasen mit Niedrigwasser kĂŒnftig hĂ€ufiger auftreten können."

Wie entwickeln sich die PegelstÀnde weiter?

Florian Krekel, Fachbereichsleiter Schifffahrt beim WSV, blickt voraus: "FĂŒr die nĂ€chsten Tage ist ein weiteres Fallen der WasserstĂ€nde prognostiziert. Ab dem 19.07. (Sonntag) wird ein vorĂŒbergehender Anstieg - vom dann nochmal niedrigeren Niveau aus - um circa 30 Zentimeter erwartet."

Am grundlegenden Bild am Rhein werde sich erst etwas Ă€ndern, wenn es zu ergiebigen RegenfĂ€llen im ganzen oder wenigstens in großen Teilen des Rheineinzugsgebietes kommt. Dies ist momentan nicht absehbar. "VerlĂ€ssliche Vorhersagen fĂŒr die WasserstĂ€nde des Rheins können nicht weiter blicken als die Wettervorhersagen, denn letztlich sind die WasserstĂ€nde nur eine Zusammenfassung der NiederschlĂ€ge im Rheineinzugsgebiet", so Krekel.

Laut der Bundesanstalt fĂŒr GewĂ€sserkunde (BfG) ist in den kommenden Wochen keine nachhaltige Entspannung der Lage zu erwarten.

Auch die Stahltochter des Industriekonzerns Thyssenkrupp DE0007500001 hat ihre Produktion etwas reduziert. Das Unternehmen Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) teilte mit, dass die sich verschÀrfende Niedrigwassersituation Auswirkungen auf die Versorgung des Duisburger Werkes mit Rohstoffen habe. Die eigene Schubschifffahrt habe man bereits eingestellt.

de | boerse | 69774014 |