Produktion/Absatz, Arbeit

Bosch will weltweit rund 3500 Stellen in HausgerÀtesparte streichen

23.02.2024 - 16:17:00 | dpa.de

Der Technologiekonzern Bosch will abermals Stellen streichen - dieses Mal bei der HausgerÀtesparte BSH.

"Auf Basis des aktuellen GeschĂ€ftsvolumens plant die BSH, global bis Ende 2027 rund 3500 Stellen im indirekten Bereich abzubauen, davon 1000 bereits in diesem Jahr", wie eine Unternehmenssprecherin am Freitag in MĂŒnchen mitteilte. Hierzulande seien von den PlĂ€nen in diesem Jahr 450 Stellen betroffen. Zum indirekten Bereich gehört der Sprecherin zufolge unter anderem die Verwaltung. Die Produktion ist demnach zunĂ€chst nicht betroffen.

Die Anpassungen sollen sozialvertrĂ€glich umgesetzt werden. Betriebsbedingte KĂŒndigungen will die Bosch-HausgerĂ€tesparte, zu der Marken wie Bosch, Siemens DE0007236101, Gaggenau und Neff gehören, den Angaben nach vermeiden. Eine speziell eingerichtete Transformationseinheit solle betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland fĂŒr den internen und externen Stellenmarkt qualifizieren, hieß es. Zuletzt arbeiteten bei BSH laut Sprecherin weltweit etwa 60 000 Menschen, davon rund 17 000 in Deutschland.

Dem Unternehmen zufolge mĂŒssen KomplexitĂ€t und Kosten deutlich reduziert werden, um die WettbewerbsfĂ€higkeit zu sichern und die dafĂŒr nötigen Investitionen zu finanzieren. Dies gelte vor allem angesichts der sich rapide verĂ€nderten Marktlage und der anhaltend schwierigen und rĂŒcklĂ€ufigen wirtschaftlichen Situation. Es sei zwingend notwendig, die Organisation an die neue Strategie und die WachstumsmĂ€rkte anzupassen.

Konzernweit nun mehr als 7000 Stellen betroffen

Zuletzt waren mehrmals PlĂ€ne von Bosch bekannt geworden, Stellen in Deutschland zu streichen. Zur Disposition standen bislang bis zu 3760 Jobs im Zuliefererbereich und der Elektrowerkzeugsparte Power Tools. Gemeinsam mit BSH HausgerĂ€te bildet Letztere die KonsumgĂŒter-SĂ€ule des Konzerns - und damit den zweitgrĂ¶ĂŸten GeschĂ€ftsbereich. Power Tools stellt unter anderem Elektrowerkzeuge, GartengerĂ€te und Messtechnik her.

Beiden Bereichen machten zuletzt aber Inflation und KonjunkturschwĂ€che zu schaffen. 2023 erwirtschaftete die Sparte nach vorlĂ€ufigen GeschĂ€ftszahlen zwar mehr als ein FĂŒnftel des Bosch-Umsatzes von 91,6 Milliarden Euro. Der GeschĂ€ftsbereich war aber der einzige, der im vergangenen Jahr ein deutliches Umsatzminus verzeichnete. Eine anziehende Nachfrage erwartet Bosch erst wieder im Jahr 2025.

Hartung: Werden kĂŒnftig wohl mit weniger Stellen auskommen mĂŒssen

Ende 2023 hatte Bosch weltweit rund 427 600 BeschĂ€ftigte, davon 133 800 in Deutschland. Bei der Vorstellung der vorlĂ€ufigen Zahlen im Februar hatte Vorstandschef Stefan Hartung angekĂŒndigt, dass der Konzern kĂŒnftig wohl mit weniger Angestellten auskommen mĂŒsse.

"Letztendlich geht es hier um die schwierige Balance zwischen wirtschaftlicher und sozialer Verantwortung", sagte er. Der Schub des Marktes habe nachgelassen. Nun mĂŒsse man auf die schwĂ€chere Auftragslage reagieren, um wettbewerbsfĂ€hig zu bleiben.

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