ROUNDUP, Siemens

Siemens erzielt RekordauftrÀge und erwartet mehr Gewinn

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 10:27 Uhr | dpa.de

Der Technologiekonzern Siemens DE0007236101 hat im dritten Quartal weiter Fahrt aufgenommen und im NeugeschÀft und beim operativen Ergebnis Rekordwerte erzielt.

Der Konzern kann dabei auf ein robustes GeschÀft in seinen beiden digitalen Kernsparten blicken. So profitiert Siemens von einer hohen Nachfrage im Zusammenhang mit dem massiven Ausbau von KI-Rechenzentren sowie bei der Sparte Digital Industrie, die die Industrieautomatisierung sowie das Software-GeschÀft enthÀlt. Die Ergebnisprognose erhöhte der Konzern.

"Unsere technologische FĂŒhrerschaft in allen GeschĂ€ften, der klare Fokus auf industrielle KI sowie die starke Positionierung in attraktiven MĂ€rkten treiben unser profitables Wachstum voran", erklĂ€rte Konzernchef Roland Busch am Donnerstag zu den Zahlen. Er zeigte sich in einer Telefonkonferenz zuversichtlich, dass der derzeitige KI-Boom 2027 und darĂŒber hinaus anhalten wird.

Analysten lobten die Entwicklung im Quartal. Am Aktienmarkt nahmen Investoren im frĂŒhen Handel jedoch zunĂ€chst Gewinne mit - so hatte das Papier am Vortag ein Rekordhoch erreicht. Der Kurs gab mehr als fĂŒnf Prozent nach und gehörte damit zu den wenigen großen Verlierern im Dax. In den vergangenen Jahren hat die Aktie im Zuge des Umbaus zu einem Digitalunternehmen erheblich an Wert gewonnen, im laufenden Jahr kommt sie auf ein Plus von immerhin gut 13 Prozent.

Wachstum auf breiter Basis habe fĂŒr eine positive Überraschung und steigende Ziele gesorgt, schrieb Analyst Phil Buller von JPMorgan. Zu der neuen Gewinnprognose bemerkte RBC-Experte Mark Fielding hingegen, dass der Konsens bereits in diesem Bereich liege. Im dritten Quartal (per Ende Juni) kletterte der Auftragseingang angetrieben von der Sparte Smart Infrastructure um 13 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in MĂŒnchen mitteilte. Das war deutlich mehr als von Analysten erwartet. Mit einem Auftragsbestand von nunmehr 132 Milliarden Euro kann das Unternehmen Busch zufolge "sehr optimistisch" ins nĂ€chste GeschĂ€ftsjahr blicken.

Der Umsatz stieg um sieben Prozent auf rund 20,8 Milliarden Euro. Vergleichbar - also ohne WĂ€hrungs- und Portfolioeffekte - lag das Wachstum bei acht Prozent. Das Ergebnis im IndustriegeschĂ€ft legte um ein Viertel auf 3,5 Milliarden Euro zu. Hier profitierte Siemens auch von ZollrĂŒckerstattungen in den USA, vor allem bei der Medizintechniktochter Siemens Healthineers. Unter dem Strich verdiente Siemens mit 2,6 Milliarden Euro 15 Prozent mehr. Auch hier schnitt Siemens besser ab als gedacht.

Als Folge hob Siemens seine Ergebnisprognose fĂŒr 2025/26 (per Ende September) an. So soll das Ergebnis je Aktie vor bestimmten Kaufpreiseffekten nun auf 11,20 bis 11,50 Euro klettern. Bislang hatte Siemens 10,70 bis 11,10 Euro in Aussicht gestellt. Der Umsatzausblick wurde hingegen bekrĂ€ftigt, Siemens erwartet weiter ein vergleichbares Wachstum am oberen Ende von sechs bis acht Prozent. FĂŒr Smart Infrastructure hob das Unternehmen die Erwartungen fĂŒr Umsatz und Marge an.

Unterdessen kommt Siemens bei der geplanten Abspaltung seiner Medizintechniktochter Siemens Healthineers DE000SHL1006 voran. So seien die relevanten steuerlichen Themen mit den Finanzbehörden verbindlich geklĂ€rt worden, sagte FinanzvorstĂ€ndin Veronika Bienert in einer Telefonkonferenz. Sie bestĂ€tigte auch den Zeitplan: So sollen die AktionĂ€re beider Unternehmen auf den Hauptversammlungen im kommenden Jahr darĂŒber abstimmen. Weitere Details will Siemens im November mit den Jahreszahlen veröffentlichten.

Zudem kĂŒndigte Konzernchef Busch an, die Anzahl der Aufsichtsratsmandate von Siemens-Vorstandsmitgliedern bei Healthineers von drei auf eins zu reduzieren. "Veronika und ich werden unsere Mandate niederlegen", sagte er. Dies werde zur nĂ€chsten Hauptversammlung von Siemens Healthineers im Februar 2027 wirksam.

Siemens hatte im vergangenen Jahr angekĂŒndigt, sich mittelfristig von seiner Medizintechniktochter trennen zu wollen. FrĂŒheren Angaben zufolge sollen in einem ersten Schritt 30 Prozent an Siemens Healthineers abgegeben werden. AktionĂ€re hatten schon lĂ€nger eine Trennung gefordert, da Healthineers zu den anderen GeschĂ€ften keine Synergien aufweist und viel Kapital bindet. Siemens hielt letzten offiziellen Angaben Ende vergangenen Jahres zufolge noch rund 67 Prozent. Mittelfristig strebt Siemens eine reine Finanzbeteiligung an.

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