Roche wagt nach schwachem Jahr 2023 nur vorsichtige Prognose
01.02.2024 - 10:03:38 | dpa.deAuch hatten die Schweizer mit dem erstarkten Franken zu kĂ€mpfen. Umsatz und Gewinn gingen zurĂŒck, und in Summe verfehlte der Konzern die Erwartungen. Die AktionĂ€re sollen trotzdem eine auf 9,60 Franken erhöhte Dividende erhalten. FĂŒr 2024 rechnet das Management um Konzernchef Thomas Schinecker nun zumindest wieder mit leichtem Konzernwachstum. Die Aktie gab trotzdem nach.
Die weggefallenen Covid-19-UmsĂ€tze dĂŒrften nach dem ersten Quartal kaum noch einen Einfluss haben, begrĂŒndete Schinecker vor Journalisten seine wachsende Zuversicht. Hingegen dĂŒrfte die Konkurrenz durch Generika laut dem Manager in diesem Jahr noch zunehmen. So seien ab dem Schlussquartal 2024 erste Nachahmer zu Actemra zu erwarten, einem Mittel zur Behandlung von rheumatoider Arthritis und weiteren Krankheiten, das Roche bislang Milliardenerlöse einbringt.
Konkret geht die FĂŒhrungsetage im laufenden Jahr - gerechnet zu konstanten Wechselkursen von einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Der bereinigte Gewinn je Titel dĂŒrfte Ă€hnlich zulegen.
An der Börse in ZĂŒrich wurde der Ausblick als verhalten eingestuft, auch angesichts der schwachen Zahlen sank die Roche-Aktie um vier Prozent. Damit war das Papier Schlusslicht im Schweizer Leitindex SMI. Der Ausblick des Konzerns deute darauf hin, dass die Erwartungen am Markt aktuell zu hoch lĂ€gen - was viele aber bereits befĂŒrchtet hĂ€tten, schrieb Peter Welford vom Analysehaus Jefferies. Seit dem Hoch im FrĂŒhjahr 2022 ist das Roche-Papier angesichts des zunehmenden Gegenwinds fĂŒr den Konzern unter Druck und hat fast 40 Prozent eingebĂŒĂt.
Erst am Vortag hatte auch der Schweizer Pharmakonzern Novartis CH0012005267 am Aktienmarkt mit seinen Zahlen enttÀuscht, allerdings lÀuft es dort im Gegensatz zu Roche vergleichsweise gut und der Gewinn schwoll im vergangenen Jahr krÀftig an. Nur hatte der Markt sich von Novartis noch mehr erwartet.
Roche dagegen setzte 2023 mit rund 58,7 Milliarden Franken (62,9 Mrd Euro) sieben Prozent weniger um als noch vor einem Jahr, zu konstanten Wechselkursen ergab sich immerhin ein Plus von einem Prozent. Damit war die Entwicklung zwar besser als zuletzt vom Management erwartet, Analysten hatten allerdings mehr auf dem Zettel.
WĂ€hrend in der Pharmasparte von Januar bis Dezember der Umsatz im Vergleich nur leicht zurĂŒckging, bĂŒĂte das DiagnostikgeschĂ€ft rund ein FĂŒnftel seiner Vorjahreserlöse ein. Der GeschĂ€ftsbereich hatte in der Pandemie von der hohen Nachfrage nach Covid-Tests profitiert, die nun kaum noch gebraucht werden. Dagegen hat sich nach Konzernangaben das KerngeschĂ€ft der Diagnostiksparte inzwischen weitgehend erholt und ist wieder in etwa zurĂŒck auf dem Niveau vor dem Corona-Ausbruch.
Den Konzerngewinn bezifferte Roche auf 12,4 Milliarden Franken, nach 13,5 Milliarden im Vorjahr. Das bereinigte operative Ergebnis, das Analysten als RichtgröĂe nutzen, fiel um 13 Prozent.
So schÀtzen die Börsenprofis Ergebnisse Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
