Volkswagen-Konzern weniger profitabel als gedacht - Aktie gibt nach
30.04.2026 - 09:20:54 | dpa.deVor allem Kosten fĂŒr die US-Einfuhrzölle belasteten. Die operative Marge lag bei 3,3 Prozent, rund 0,4 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert, wie der Dax DE0008469008DE0008469008-Konzern am Donnerstag in Wolfsburg mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 3,7 Prozent gerechnet. Die Aktie gab nach.
Das Papier rutschte kurz nach dem Handelsstart um rund zwei Prozent ab auf ein Tief seit April 2025. Analyst Jose Asumendi von der US-GroĂbank JPMorgan verwies auf einen starken Barmittelzufluss - auf diesen hĂ€tten viele Anleger ihr Augenmerk gerichtet - und er sei deutlich besser ausgefallen als von ihm erwartet, schrieb der Fachmann.
Schon im letzten Quartal 2025 hatte Finanzchef Arno Antlitz die ZĂŒgel bei den Geldausgaben angezogen, um den sogenannten Cashflow zu verbessern. Im ersten Quartal lag der Netto-Cashflow im Konzernbereich Automobile - also ohne die Finanzdienstleistungen gerechnet - bei knapp 2 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren noch 0,8 Milliarden abgeflossen.
Laut Antlitz erzielte Europas gröĂter Autobauer vor Sondereffekten eine operative Marge von 4,3 Prozent. Darin sind Umbaukosten von 0,8 Milliarden Euro ausgeklammert, darunter 0,5 Milliarden fĂŒr das Produktionsende des Elektroautos ID.4 in den USA. Der restliche Betrag sind Kosten fĂŒr Sparprogramme in der Gruppe mit den Massenmarken des Konzerns und bei der Nutzfahrzeugholding Traton.
Auch die bereinigte Rendite sieht Antlitz laut Mitteilung auf einem weiterhin viel zu niedrigen Niveau. Der Konzern mĂŒht sich derzeit, ein weiteres groĂes Sparprogramm aufzulegen. Dadurch sollen die Kosten noch einmal deutlich sinken, um im Wettbewerb mit chinesischen Anbietern bestehen zu können und Belastungen an anderer Stelle entgegenzuwirken.
Das operative Ergebnis ging zu Jahresbeginn insgesamt um gut 14 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro zurĂŒck, der Umsatz sank um 2,5 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro. Unter dem Strich rutschte das Ergebnis nach Steuern um gut 28 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro ab.
"Kriege, geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren, verschĂ€rfte Regulatorik und ein harter Wettbewerb sorgen fĂŒr Gegenwind", sagte Konzernchef Oliver Blume laut Mitteilung. Laut einer PrĂ€sentation kosteten allein die US-Einfuhrzölle den Konzern weitere 0,6 Milliarden Euro. Sie hatten schon im vergangenen Jahr Milliarden verschlungen.
Der VW-Konzern leidet insgesamt unter schwachen Verkaufszahlen vor allem in China und den USA. Weltweit drĂŒckte das die Zahl der Auslieferungen im Konzern in den Monaten Januar bis MĂ€rz auf nur noch 2,05 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken, 4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Vor allem in China und Nordamerika gingen die Auslieferungen zurĂŒck. ZuwĂ€chse in Europa konnten das nicht ausgleichen.
Belastet wurde das Konzernergebnis auch durch die schwachen Zahlen des Sportwagenbauers Porsche AG DE000PAG9113, die dieser am Vorabend vorgelegt hat. Von Januar bis MĂ€rz ging dort der Gewinn nach Steuern um fast ein Viertel zurĂŒck. Auch die Lkw-Tochter Traton DE000TRAT0N7 mit den Marken MAN und Scania hatte wegen hoher Sondereffekte bereits einen deutlichen Gewinneinbruch gemeldet.
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