Aktien Wien Schluss: ATX bĂŒgelt schwache Vortage aus
11.06.2026 - 18:06:30 | dpa.deIn einer allgemein freundlichen Entwicklung waren unter anderem die klaren Erholungsgewinne im Bankensektor dafĂŒr verantwortlich, dass der ATX AT0000999982 um 1,74 Prozent auf 6.072,67 Punkte stieg. Die erwartete Zinsanhebung der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) sowie neue VerschĂ€rfungen im Nahen Osten hatten keinen offensichtlichen Einfluss auf die Kurse.
FĂŒr den ATX Prime ging es um 1,66 Prozent auf 2.996,27 ZĂ€hler hinauf. Damit entwickelten sich die österreichischen Aktienbarometer deutlich besser als andere europĂ€ische Indizes, die nur moderat höher schlossen.
Die EZB hob angesichts des energiepreisbedingten Inflationsschubs ihre geldpolitischen SchlĂŒsselzinssĂ€tze an. Der Einlagenzins wurde um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent erhöht. Der Iran-Krieg drohe die Inflation im Euroraum weiter anzufachen, wĂ€hrend er die Wirtschaft schwĂ€che, sagte EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde. Folglich passte die Notenbank auch ihre Inflationsprognosen nach oben und Wachstumsprognosen nach unten an.
Ăkonom Franz Zobl von Raiffeisen Research sprach von einer erwartungsgemÀà vorsichtigen Sitzung der europĂ€ischen WĂ€hrungshĂŒter. Ob die heutige Zinserhöhung den Beginn eines ausgeprĂ€gteren Zinsanhebungszyklus markiere, sei in der ErklĂ€rung nicht angesprochen worden. Wie viele andere Volkswirte rechnet Zobl noch mit einem weiteren Zinsschritt im Laufe des Jahres und ist damit zurĂŒckhaltender als die Akteure an TerminmĂ€rkten, an denen bis Jahresende mit rund zwei Zinsschritten gerechnet wird.
Den ATX-Spitzenplatz eroberten die Titel der Do&Co AT0000818802, die nach Zahlen um 7,8 Prozent anzogen. Sie berappelten sich so nach den jĂŒngsten AbschlĂ€gen. Der Caterer meldete fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2025/26 Umsatz- und Gewinnanstiege und ĂŒbertraf damit die KonsensschĂ€tzungen. Analystin Vladimira Urbankova von der Erste Group verwies auf eine weiterhin starke Nachfrage in allen GeschĂ€ftsbereichen. WĂ€hrend die Krise im Nahen Osten die Planungssicherheit voraussichtlich beeintrĂ€chtigen werde, erhalte das Segment "International Event Catering" RĂŒckenwind durch das Catering bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026.
Ansonsten erholten sich viele ATX-Aktien wieder von zuvor erlittenen Kursverlusten. Erste Group AT0000652011 und RBI AT0000606306 stiegen um 2,6 respektive 1,8 Prozent. Andritz AT0000730007, OMV AT0000743059 und Voestalpine AT0000937503 erholten sich um bis zu zwei Prozent. AT&S AT0000969985 verteuerten sich nach endgĂŒltigen Zahlen wieder um gut 4,5 Prozent.
AuĂerhalb des Leitindex stabilisierten sich Kapsch TrafficCom AT000KAPSCH9 nach schwachen Vortagen wieder um 0,8 Prozent. Der MautausrĂŒster erwartet nach einer deutlichen Abschmelzung der Umsatz- und Ergebnisprognose im Februar nun laut vorlĂ€ufigem Ergebnis im GeschĂ€ftsjahr 2025/26 doch etwas stĂ€rkere Zahlen als zuletzt prognostiziert. Auf der positiven Seite scheine sich das GeschĂ€ft im MĂ€rz belebt zu haben, kommentierte Erste-Analyst Daniel Lion. Der nun verzögerte GeschĂ€ftsbericht hinterlasse jedoch einen negativen Beigeschmack.
