AKTIEN, FOKUS

AKTIEN IM FOKUS: Druck auf Ferrari nach Mittelfristzielen - Auch Porsche schwach

09.10.2025 - 14:29:58 | dpa.de

Deutlich hinter den Erwartungen zurĂŒckgebliebene Mittelfristziele von Ferrari NL0011585146 haben am Donnerstag die Anleger vergrĂ€tzt.

Die im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 notierte Aktie des Sportwagenbauers brach um 14,7 Prozent auf 357,20 Euro und damit den tiefsten Stand seit Anfang April ein. Im bisherigen Jahresverlauf bedeutet dies aktuell ein Minus von rund 13,5 Prozent nach allerdings krÀftigen Gewinnen in den Jahren zuvor.

Die hohen Verluste der Ferrari-Aktie an diesem Tag zogen auch den europĂ€ischen Automobilsektor EU0009658681 um 3,6 Prozent mit nach unten. Hierzulande wurden vor allem die Papiere des Konkurrenten Porsche AG DE000PAG9113 in Mitleidenschaft gezogen, sie bĂŒĂŸten im MDax DE0008467416 zuletzt 1,9 Prozent auf 41,78 Euro ein. Damit vergrĂ¶ĂŸert sich der Verlust der Aktie seit Jahresbeginn auf 28,5 Prozent, wĂ€hrend sich derjenige des Branchenindex der Autoindustrie aktuell auf etwas ĂŒber 18 Prozent belĂ€uft. Dagegen liegt der Index der mittelgroßen Werte MDax mit fast 21 Prozent im Plus.

Der wĂ€hrend des Kapitalmarkttages fĂŒr 2030 von den Italienern in Aussicht gestellte bereinigte operative Gewinn (Ebitda) von mindestens 3,6 Milliarden Euro enttĂ€usche und sei "ĂŒbervorsichtig", sagte ein HĂ€ndler. Analysten hĂ€tten bislang ein Ebitda in dieser Höhe bereits fĂŒr 2028 erwartet und fĂŒr 2030 im Schnitt 4,3 Milliarden Euro auf dem Schirm gehabt.

Wie Tom Narayan von der kanadischen Bank RBC erklÀrte, impliziert die Prognose von Ferrari ein jÀhrliches Wachstum von 6 Prozent. Damit aber lÀgen die Italiener deutlich unter der auf dem Kapitalmarkttag 2022 in Aussicht gestellten implizierten Wachstumsrate von 10 Prozent jÀhrlich.

Auch wenn die nun vom Unternehmen angegebene Wachstumsrate wahrscheinlich konservativ sei, dĂŒrften Anleger sie wohl dennoch als einen WachstumsrĂŒckgang im Vergleich zur Vergangenheit interpretieren. Obendrein, so ergĂ€nzte Narayan, habe er mit Blick auf die Fahrzeuge auch mit einem stĂ€rkeren Mengenwachstum gerechnet, insbesondere angesichts der 2024 eröffneten neuen ProduktionsstĂ€tte.

JPMorgan-Analyst Jose Asumendi bleibt insgesamt dagegen positiv gestimmt. Er sieht im aktualisierten Ausblick des italienischen Sportwagenbauers und dessen langfristigen Zielen eine BekrÀftigung des Management-Engagements, profitables Wachstum, Margensteigerungen und strategische Investitionen voranzutreiben.

Und auch wenn der Kursverlust der Aktie an diesem Tag herb ist und im bisherigen Jahr 2025 derzeit ein Minus zu Buche steht, hat das Papier in den Jahren davor dennoch krÀftig an Wert gewonnen.

In den vergangenen fĂŒnf Jahren zog der Kurs bis dato um rund 130 Prozent an. Damit schnitt die Ferrari-Aktie deutlich besser ab als der Branchenindex, der im gleichen Zeitraum nur um 14 Prozent zulegte. Zudem ist Ferrari mit einem Börsenwert von rund 64 Milliarden Euro der wertvollste europĂ€ische Autohersteller.

Zum Vergleich: Die VW-Tochter Porsche kommt nach zuletzt heftigen Kursverlusten gerade mal noch auf 38 Milliarden Euro. Volkswagen DE0007664039 selbst auf 46 Milliarden Euro. Auch BMW DE0005190003 und Mercedes DE0007100000 liegen mit jeweils rund 52 Milliarden Euro deutlich hinter Ferrari. Ferrari ist zwar gemessen am Umsatz deutlich kleiner als die deutschen Hersteller, dabei aber viel profitabler.

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