ROUNDUP, Deutlich

Deutlich mehr E-Scooter-UnfÀlle und mehr Tote

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 09:27 Uhr, dpa.de

Die Zahl der E-Scooter-UnfÀlle mit verletzten oder getöteten Menschen ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen.

Die Polizei registrierte 2025 etwa 16.500 solcher UnfÀlle, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das seien etwa 38 Prozent mehr gewesen als ein Jahr zuvor.

38 Menschen ums Leben gekommen

Im vergangenen Jahr sind demnach 38 Menschen bei UnfÀllen mit E-Scootern gestorben. 2024 waren es noch 27 Tote gewesen. 2025 wurden laut Statistikamt zudem etwa 1.900 Menschen schwer und rund 16.200 Menschen leicht verletzt.

Etwa 82,4 Prozent der VerunglĂŒckten seien selbst mit einem E-Scooter unterwegs gewesen, darunter 33 der 38 Todesopfer, hieß es. 5,5 Prozent der VerunglĂŒckten auf einem E-Scooter seien Mitfahrerinnen und Mitfahrer gewesen, darunter auch eines der 33 Todesopfer.

Mitfahren auf E-Scootern verboten

"Laut Straßenverkehrsordnung sind E-Scooter nur fĂŒr eine Person vorgesehen, das Mitfahren weiterer Personen ist nicht erlaubt", schreiben die Statistikerinnen und Statistiker. "Von den fĂŒnf weiteren bei E-Scooter-UnfĂ€llen Getöteten waren drei Personen zu Fuß unterwegs, eine mit dem Fahrrad und eine mit dem Auto."

Besonders hĂ€ufig sind junge Menschen in die UnfĂ€lle verwickelt: 53,6 Prozent der im Jahr 2025 VerunglĂŒckten waren jĂŒnger als 25 Jahre, 83,7 Prozent waren jĂŒnger als 45 Jahre. Nur 3,1 Prozent gehörten zur Altersgruppe 65plus. E-Scooter werden von JĂŒngeren auch weitaus hĂ€ufiger genutzt, wie das Bundesamt erklĂ€rt.

Zu schnell oder unter Alkoholeinfluss

Bei den UnfĂ€llen registriert die Polizei den Angaben zufolge hĂ€ufig gleich mehrfaches Fehlverhalten: in 21,6 Prozent der FĂ€lle falsche Benutzung der Fahrbahn oder der Gehwege, in 10,9 Prozent der FĂ€lle war Alkohol im Spiel, in 8,4 Prozent nicht angepasste Geschwindigkeit, in 7,5 Prozent Fehler beim Abbiegen, Wenden, RĂŒckwĂ€rtsfahren oder Ein- und Anfahren.

Bei 30,5 Prozent der UnfĂ€lle gab es keinen Unfallgegner. 16 der 33 tödlich VerunglĂŒckten auf E-Scootern kamen bei solchen AlleinunfĂ€llen ums Leben, knapp 35 Prozent der Verletzten gingen darauf zurĂŒck.

An 67,4 Prozent der E-Scooter-UnfĂ€lle mit Personenschaden war ein zweiter Verkehrsteilnehmer beteiligt, meist eine Autofahrerin oder ein Autofahrer. Bei solchen ZusammenstĂ¶ĂŸen mit Autos verletzten sich 50,5 Prozent der verunglĂŒckten E-Scooter-Nutzenden, 6 starben, wie das Bundesamt weiter mitteilte. An den ĂŒbrigen UnfĂ€llen waren mehr als zwei Verkehrsteilnehmer beteiligt.

Hauptschuld in knapp 51 Prozent der FĂ€lle

Bei UnfĂ€llen mit zwei Beteiligten trug den Angaben zufolge zu 50,8 Prozent die oder der E-Scooter-Fahrende die Hauptschuld. Bei ZusammenstĂ¶ĂŸen mit einem Pkw waren die E-Scooter-Fahrenden in 38,1 Prozent der FĂ€lle die Hauptverursacher, bei UnfĂ€llen mit Fahrradfahrenden waren sie es in 74,3 Prozent und bei UnfĂ€llen mit einer FußgĂ€ngerin oder einem FußgĂ€nger sogar in 88,7 Prozent.

Die UnfĂ€lle geschehen besonders hĂ€ufig in GroßstĂ€dten: 49,1 Prozent der E-Scooter-UnfĂ€lle mit Personenschaden wurden vergangenes Jahr in StĂ€dten mit mindestens 100.000 Einwohnern registriert, 27,8 Prozent in StĂ€dten mit mindestens einer halben Million Einwohnern.

Insgesamt geringer Anteil am Unfallgeschehen

Die Scooter-UnfĂ€lle sorgen regelmĂ€ĂŸig fĂŒr große Aufmerksamkeit, doch insgesamt spielen die mit Batterie angetriebenen Roller den Angaben zufolge im Unfallgeschehen eine vergleichsweise geringe Rolle: 2025 registrierte die Polizei insgesamt 297.364 VerkehrsunfĂ€lle mit Personenschaden - an lediglich 5,5 Prozent war ein E-Scooter-Fahrer oder eine E-Scooter-Fahrerin beteiligt. GegenĂŒber 2024 mit 4,1 Prozent sei der Anteil allerdings gestiegen.

Nicht enthalten in der Statistik sind UnfÀlle, die durch unachtsam abgestellte E-Scooter verursacht werden, wie das Bundesamt mitteilt.

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