Deutsche Rohstoff Aktie: Kursziel auf 105 Euro gesenkt
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 21:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Analysehaus First Berlin Equity Research hat am heutigen Dienstag seine Einschätzung für die Deutsche Rohstoff AG aktualisiert. Trotz einer deutlichen Senkung des Kursziels bekräftigte Analyst Simon Scholes seine Kaufempfehlung für den SDAX-Wert. Diese Anpassung erfolgt in einer Phase, in der das Unternehmen operativ neue Höchstmarken setzt und seine finanziellen Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr signifikant nach oben korrigiert hat.
Rekordwerte im US-Geschäft und angepasste Prognosen
Operativ verzeichnet die Deutsche Rohstoff AG eine dynamische Entwicklung in ihrem Kerngeschäft. Wie Medienberichte am Donnerstag zeigten, erreichten die US-Tochtergesellschaften im Juli 2026 mit einer durchschnittlichen Tagesförderung von rund 20.000 Barrel Öläquivalent (BOE/d) den höchsten Stand in der Firmengeschichte. Maßgeblicher Treiber für diesen Anstieg war die Inbetriebnahme von vier neuen Bohrungen im sogenannten Wyoming-Cluster, die die Fördermengen stabilisierten und ausbauten.
Diese positive operative Entwicklung schlägt sich unmittelbar in der Finanzplanung nieder. Das Unternehmen hatte bereits am 22. Juli die Prognose für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) deutlich angehoben. Im Basisszenario erwartet der Vorstand nun ein EBITDA zwischen 355 und 375 Millionen Euro, nachdem zuvor lediglich 290 bis 310 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden waren. Die Umsatzguidance für das Gesamtjahr blieb hingegen mit einer Spanne von 260 bis 280 Millionen Euro unverändert.
Beteiligungsmanagement und strategische Verkäufe
Neben dem operativen Erfolg in den USA trieb ein strategischer Anteilsverkauf die Bilanzzahlen. Am 22. Juli gab der Konzern die Veräußerung von 5 Millionen Aktien seiner Beteiligung Almonty Industries bekannt. Bei einem Verkaufspreis von etwa 16 US-Dollar pro Aktie realisierte das Unternehmen einen Vorsteuer-Ergebnisbeitrag von rund 65 Millionen Euro. Nach Abschluss der Transaktion hält die Deutsche Rohstoff AG weiterhin einen Restbestand von 5,5 Millionen Aktien an Almonty Industries.
Anleger profitierten zudem von der Ende Juni beschlossenen Dividende. Auf der ordentlichen Hauptversammlung wurde eine Ausschüttung von 2,25 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 festgelegt. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr, in dem 2,00 Euro gezahlt wurden. Parallel dazu läuft ein im April beschlossenes Aktienrückkaufprogramm, für das ein Volumen von bis zu 7,5 Millionen Euro reserviert ist.
Analysten bestätigen Kaufempfehlung
Trotz dieser Erfolgsmeldungen reduzierte First Berlin heute das Kursziel für die Aktie von 145,00 Euro auf 105,00 Euro. Analyst Simon Scholes begründete diesen Schritt mit reduzierten Preisannahmen für Öl und Gas sowie einem Bewertungsrückgang der Kernbeteiligung Almonty Industries am Markt. Dennoch sieht das Analysehaus angesichts des aktuellen Kursniveaus weiterhin deutliches Aufwärtspotenzial.
Die Aktie notiert heute mit einem Abschlag von -3,11% bei 77,90 Euro. Im langfristigen Vergleich zeigt sich jedoch eine starke Dynamik: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier eine Wertsteigerung von 59,14%. Weitere Details zur finanziellen Lage des Konzerns werden im August erwartet, wenn die Deutsche Rohstoff AG den offiziellen Halbjahresbericht für 2026 vorlegen wird.
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