DIW-Chef: Hohe Teilzeitquote von Frauen kostet Wohlstand
15.06.2026 - 01:18:34 | dpa.de"Der Anteil an Frauen, die Teilzeit arbeiten, ist ungewöhnlich groĂ. Dadurch bleibt wirtschaftlich ein riesiges Potenzial ungenutzt", sagte der PrĂ€sident des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Die Gesellschaft verzichtet so auf eine Menge Wohlstand."
Deutschland könnte fĂŒr den Arbeitsmarkt mehrere Hunderttausend VollzeitkrĂ€fte zusĂ€tzlich gewinnen, "wenn wir HĂŒrden abbauen wĂŒrden und mehr Frauen dazu bewegen könnten, ihre Arbeitsstunden aufzustocken", sagte Fratzscher. Eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen wĂ€re auĂerdem das effektivste und beste Instrument, um das gesetzliche Rentensystem in Deutschland ĂŒber die nĂ€chsten 15 bis 20 Jahre zu stabilisieren.
Fast jede zweite erwerbstÀtige Frau in Teilzeit
In Deutschland arbeitet etwa die HĂ€lfte der erwerbstĂ€tigen Frauen in Teilzeit. Kalkulationen einer EU-Behörde, wonach mehr Gleichstellung von Frauen das Bruttoinlandsprodukt europaweit bis 2050 um bis zu 10 Prozent erhöhen könnte, bezeichnete Fratzscher als realistische GröĂenordnung. "Wenn wir die Erwerbsbeteiligung von Frauen erhöhen, dann profitieren alle", betonte er.
HĂŒrden fĂŒr Frauen auf dem Jobmarkt seien unter anderem unzureichende Kinderbetreuung in Kitas und Schulen, geringe finanzielle Anreize wegen Ehegattensplitting und kostenloser Mitversicherung von Ehepartnern bei der Krankenkasse. AuĂerdem seien Minijobs fĂŒr viele Frauen eine Falle. Und das GehaltsgefĂ€lle zwischen MĂ€nnern und Frauen sei nach wie vor groĂ.
