Gemeinsam stÀrker gegen Drogenkartelle
05.06.2026 - 06:35:05 | dpa.de"Der erhebliche Anstieg in Deutschland und in Europa an Drogenkonsum macht uns groĂe Sorge. Deswegen mĂŒssen wir hier sehr intensiv zusammenarbeiten", kĂŒndigte AuĂenminister Johann Wadephul (CDU) nach Beratungen der deutsch-mexikanischen binationalen Kommission in Mexiko-Stadt an. Wadephul hatte das Treffen mit seinem Kollegen Roberto Velasco geleitet.
Der Kampf gegen die organisierte KriminalitĂ€t gehöre oben auf die Tagesordnung der Zusammenarbeit, forderte Wadephul am Donnerstag (Ortszeit). Die Kartelle arbeiteten sehr effektiv ĂŒber Kontinente hinweg zusammen, so dass immer wieder groĂe Mengen Drogen in Europa ankĂ€men. Man habe deshalb beraten, wie man noch effektiver zusammenarbeiten könne, "um diejenigen, die uns schaden wollen, mit der roten Karte vom Platz zu verweisen".
Binationale Kommission tagt erstmals seit sieben Jahren
Die Binationale Kommission kam zum ersten Mal seit sieben Jahren zusammen. An den Beratungen nahmen neben Wadephul unter anderem Vertreter der deutschen Ministerien fĂŒr Wirtschaft und Energie, Forschung, Technologie und Raumfahrt, Arbeit und Soziales, Umwelt und Klimaschutz sowie aus dem Entwicklungsministerium teil. Sogenannte binationale Verhandlungen finden unterhalb der Ebene von Regierungskonsultationen statt.
Velasco sagte, die Beziehungen zwischen Mexiko und Deutschland "gehören zu den solidesten und vielfÀltigsten zwischen Europa und Lateinamerika". Im Rahmen der Kommission seien unter anderem Initiativen zur nachhaltigen Entwicklung wie Wasserwirtschaft und Energiewende zur Sprache gekommen.
Mexiko Deutschlands wichtigster Handelspartner in Lateinamerika
Mexiko hat 130 Millionen Einwohner und ist die zweitgröĂte Volkswirtschaft Lateinamerikas. Aufgrund der Nachbarschaft zu den USA und des nordamerikanischen Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada ist das Land ein wichtiger Produktionsstandort auch fĂŒr deutsche Unternehmen. Mehr als 2.000 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung sind in Mexiko tĂ€tig. Zugleich ist Mexiko Deutschlands wichtigster Handelspartner in Lateinamerika.
Deutsche Automobil- und Autoteilehersteller produzieren dort seit Jahrzehnten. Auch fĂŒr die Pharma-, Chemie- und Logistikbranche ist Mexiko attraktiv.
Kurz vor Beginn der FuĂball-WM im Co-Gastgeberland Mexiko tauschten Wadephul und Velasco vor riesigen kĂŒnstlerisch gestalteten FuĂbĂ€llen Trikots ihrer Nationalmannschaften aus. Beide LĂ€nder seien nicht nur auf diplomatischer Ebene, sondern auch in Stadien aufeinandergetroffen, sagte Velasco. Er erinnerte daran, wie einige Spiele endeten: "Bei der WM 1986 in Mexiko schieden wir im Viertelfinale aus (4:1 im ElfmeterschieĂen), doch bei der WM 2018 in Russland haben wir uns mit einem Sieg gegen Deutschland (1:0) revanchiert."
Zum Abschluss Wirtschaftsthemen im Mittelpunkt
Heute stehen zum Abschluss des Besuches von Wadephul Wirtschaftsthemen im Mittelpunkt. ZunĂ€chst wollte er Vertreter deutscher Unternehmen treffen, spĂ€ter auch Finanzminister Ădgar Amador. Wadephul wollte sich zudem ein Werk des deutschen Arzneimittelproduzenten Merck zeigen lassen. Merck hat in Mexiko knapp 1.200 BeschĂ€ftigte.
