Deutschlandfunk plant umfassende Programmreform ab November
Veröffentlicht: 02.07.2026 um 13:43 Uhr, dpa.deMit neuen Hintergrundformaten, mehr Dialog mit dem Publikum und einer stÀrkeren Verzahnung von linearem Radio und digitalen Angeboten reagiere man auf die verÀnderte Mediennutzung, teilte der Sender mit. Das neue Sendeschema soll ab dem 30. November gelten.
Mit dem neuen Sendeschema verschieben sich auch die Sendezeiten der Informationssendungen. Die Informationen am Morgen beginnen kĂŒnftig um 6.00 Uhr und dauern bis 10.00 Uhr. Die Informationen am Abend starten bereits um 17.00 Uhr und sollen sich damit stĂ€rker an den Zeiten orientieren, zu denen sich viele Menschen unterwegs informieren. Die zehnminĂŒtigen Nachrichten zur vollen Stunde bleiben bestehen.
Mehr Hintergrund und Dialog
Ein Schwerpunkt der Reform ist der Ausbau der Hintergrundberichterstattung. KĂŒnftig soll es dreimal tĂ€glich halbstĂŒndige Hintergrundsendungen geben, die jeweils ein Thema oder eine Fragestellung in den Mittelpunkt stellen. Zudem sollen die Informationssendungen am Morgen, Mittag und Abend stĂ€rker journalistische Recherchen aus den Fachredaktionen einbinden. Neu ist auĂerdem das werktĂ€gliche Format "Im Dialog", in dem Fachredaktionen gemeinsam mit Hörerinnen und Hörern ein Tagesthema erörtern. Podcasts wie "Der Tag" und der "Politikpodcast" sollen kĂŒnftig auch im linearen Radioprogramm laufen.
Programmdirektorin Jona Teichmann betonte, die Reform sei kein Sparprogramm. Alle Programme blieben erhalten, Redaktionen wĂŒrden nicht geschlossen und die Programmmittel vollstĂ€ndig erhalten. Zugleich hĂ€lt der Deutschlandfunk an dem bereits geplanten Abbau von jĂ€hrlich 0,5 Prozent der festen Stellen fest. Nach Angaben von Intendant Stefan Raue entspricht das sechs bis acht Stellen pro Jahr.
Vorgaben der BundeslÀnder
Dass der Sender derzeit verstĂ€rkt auf solche Formate setzt, hat auch einen medienpolitischen Hintergrund. Seit Dezember gilt ein Reformstaatsvertrag, der unter anderem den Abbau von Doppelstrukturen, weniger lineare Programme und eine stĂ€rkere Kooperation von ARD, ZDF und Deutschlandradio vorsieht. Damit haben die BundeslĂ€nder den Auftrag der Sender neu gefasst. Sie sollen sich etwa schlanker aufstellen und stĂ€rker auf digitale Angebote ausrichten. AuĂerdem sollen die Sender stĂ€rker Austausch ermöglichen und unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen.
