Devisen, Euro

Devisen: Euro leidet unter Dollar-StÀrke - Britisches Pfund bleibt unter Druck

Veröffentlicht: 15.05.2026 um 21:11 Uhr, dpa.de

Der Kurs des Euro EU0009652759 ist am Freitag im US-Handel unter Druck geblieben.

Zuletzt kostete die europÀische GemeinschaftswÀhrung 1,1622 Dollar und damit etwas weniger als im asiatischen GeschÀft. Der Euro bleibt damit klar unter der Marke von 1,17 Dollar, die er am Vortag unterschritten hatte. Die EuropÀische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1628 (Donnerstag: 1,1702) Dollar fest.

Der Euro wurde aus Sicht der Landesbank Hessen-ThĂŒringen (Helaba) zuletzt durch die in den USA zunehmende Zinserhöhungserwartung belastet. Das konjunkturelle Umfeld in den Vereinigten Staaten liefere derzeit wenig GrĂŒnde, die Geldpolitik zu lockern. So war die Industrieproduktion im April stĂ€rker gestiegen als von Volkswirten erwartet.

GestĂŒtzt wurde der Dollar auch durch die steigenden Ölpreise. Im Gegensatz zu der Eurozone verfĂŒgen die USA ĂŒber große Vorkommen. Öl wird in Dollar gehandelt und steigende Preise fĂŒr den Rohstoff fĂŒhren so zu einer wachsenden Nachfrage nach der US-WĂ€hrung. Zudem bleibt der Dollar als WeltleitwĂ€hrung gefragt.

Damit trĂŒbe sich das technische Bild fĂŒr den Euro zusehends ein, fuhren die Helaba-Experten fort. Es gebe kaum Grund fĂŒr Optimismus.

Erneut gemieden wurde das britische Pfund. Neben der Dollar-StĂ€rke belastete die politische Unsicherheit. FĂŒr den britischen Premierminister Keir Starmer wird es eng. Seit Monaten wĂ€chst der Druck auf den Chef der sozialdemokratischen Labour-Partei - und nun ist er so groß wie selten zuvor. Der Premier lehnt aber einen RĂŒcktritt beharrlich ab. Und ob er gestĂŒrzt werden kann, ist ungewiss.

"FĂŒr das Pfund sind das schlechte Nachrichten, da ein möglicher Nachfolger wohl eher dem linken FlĂŒgel der Labour-Partei zuzuordnen sein dĂŒrfte", kommentierte Commerzbank-Experte Michael Pfister. "In einem solchen Fall wĂŒrde der Markt wieder daran zweifeln, dass die Regierung den öffentlichen Haushalt konsolidieren wird." Laut Pfister dĂŒrften dem Pfund "schwierige Tage" bevorstehen.

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