DGB-Chefin Fahimi fordert Hitze-Ausfallgeld
Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 06:09 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"In extremen FĂ€llen wird zukĂŒnftig witterungsbedingter Arbeitsausfall nicht ausbleiben", sagte Fahimi der Deutschen Presse-Agentur. "Daher ist der Gesetzgeber aufgefordert, hierfĂŒr Regelungen zu finden, die ein Ausfallgeld fĂŒr BeschĂ€ftigte und Arbeitgeber zukĂŒnftig solidarisch sichern."
Zahlreiche BeschĂ€ftigte seien von Hitzestress besonders betroffen, sagte Fahimi. Unter Berufung auf eine neue DGB-Umfrage nannte sie vor allem BeschĂ€ftigte, die drauĂen arbeiten, unter extremem Zeitdruck stehen oder besonders schwer körperlich arbeiten.
Forderungen nach einem Ausfallgeld mit staatlicher Hilfe hatte es in der Vergangenheit etwa schon von der IG BAU gegeben - und zwar fĂŒr Tage, an denen Rekordwerte herrschen und es heiĂen mĂŒsse: "runter vom Bau, vom Feld, von der verschmutzten Dachterrasse". Im Dachdeckerhandwerk gibt es bereits ein Ausfallgeld, wenn ein Arbeitseinsatz bei zu hohen Temperaturen abgesagt werden muss.
Jeder Dritte im Hitzestress
Eine der dpa vorliegende Umfrage im Auftrag des DGB unter 4.000 BeschĂ€ftigten zeigt: Schon heute fĂŒhlt sich insgesamt mehr als jede und jeder dritte BeschĂ€ftigte durch hohe Temperaturen bei der Arbeit stark oder eher stark belastet - vor allem bei TĂ€tigkeiten im Freien. In InnenrĂ€umen kommt es demnach auf die Ausgestaltung an. Ohne Sonnenschutz oder Klimaanlage zeigt sich drinnen sogar bis zu jeder Zweite durch Hitze deutlich beeintrĂ€chtigt.
Zeitdruck erhöht die Hitzebelastung
Laut der DGB-Befragung hĂ€ngt das GefĂŒhl, durch Hitze belastet zu sein, auch vom sonstigen Arbeitsstress ab. 23 Prozent der BeschĂ€ftigten ohne Zeitdruck geben deutliche Hitzebelastungen an. Bei BeschĂ€ftigten, die oft unter Zeitdruck arbeiten, sind es 48 Prozent. Und vielleicht weniger ĂŒberraschend: Auch körperlich schwere Arbeit geht deutlich öfter mit starker Hitzebelastung einher.
Fahimi erinnerte daran, dass es etwa PflegekrĂ€fte, Paketzusteller oder EinsatzkrĂ€fte bei Hitze oft schwer haben. Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds warnte vor ArbeitsausfĂ€llen, ProduktionseinbrĂŒchen und UnfĂ€llen durch Hitze. Jeder Hitzetag koste die Wirtschaft 431 Millionen Euro. "Wir können es uns nicht mehr leisten, untĂ€tig zu sein." Nötig sei mehr Hitzeschutz.
Schatten, GetrÀnke und lockeres Outfit
Angesichts der nach Erwartung von Klimaexperten immer zahlreicheren Hitzetage mit mindestens 30 Grad Celsius forderte Fahimi "eine ganzheitliche Strategie". Als praktische MaĂnahmen, auf die man sich frĂŒhzeitig verstĂ€ndigen könne, nannte die DGB-Chefin etwa Verschattungen oder bereitzustellende GetrĂ€nke. Falls nötig, sollten die Chefs auch die Kleiderordnung lockern.
