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Die Adidas-Aktie profitiert von erhöhtem Ausblick und wachsendem China-Geschäft

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 10:52 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die Adidas-Aktie reagiert auf den angehobenen Ausblick und starkes Wachstum in China. Für Anleger rücken nach den Halbjahreszahlen vor allem Marge, Cashflow und die Position im globalen Sportartikelmarkt in den Fokus.

SW-Reportage Laufsportler in Bewegung, Adidas AG DE000A1EWWW0
Adidas AG (DE000A1EWWW0) – Schwarz-Weiß-Reportagefoto eines Laufsportlers im Wettkampf auf der Strecke, Illustration mit AI erstellt.

Die Adidas-Aktie (ISIN DE000A1EWWW0) steht nach der jüngsten Prognoseanhebung und starken Halbjahreszahlen im Mittelpunkt, nachdem der Sportartikelkonzern seinen Ausblick für 2024 erhöht und vor allem in China deutlich zugelegt hat; laut einem Zahlenüberblick per Q2/2024 steigerte Adidas den Umsatz im Reich der Mitte um rund 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und verbesserte die operative Marge im Konzern auf etwa 8 Prozent.

Höherer Ausblick und Profitabilität im Fokus

In der aktualisierten Prognose für das Geschäftsjahr 2024 stellt Adidas laut Unternehmensangaben ein Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich in Aussicht, nachdem zuvor lediglich ein hoher einstelliger Anstieg erwartet worden war, und verweist dabei insbesondere auf die Erholung in China und das anhaltende Momentum bei Running- und Originals-Produkten. Die operative Gewinnprognose wurde nach dem Halbjahresbericht 2024 auf einen Betrag im niedrigen bis mittleren einstelligen Milliardenbereich konkretisiert, nachdem im Vorjahr 2023 noch ein operativer Verlust von rund 700 Millionen Euro angefallen war, was einen klaren Turnaround signalisiert. Der Nettogewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen soll 2024 wieder deutlich positiv ausfallen, nachdem 2023 aufgrund der Yeezy-Abwicklung noch ein Verlust von etwa 75 Millionen Euro angefallen war, sodass die Ergebnisverbesserung im dreistelligen Millionenbereich liegen dürfte.

Im zweiten Quartal 2024 erzielte Adidas nach Unternehmensangaben einen Konzernumsatz von rund 5,8 Milliarden Euro, was einem Anstieg von etwa 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht, und profitierte dabei besonders von zweistelligen Zuwachsraten in China und einem soliden Wachstum in Nordamerika und Europa. Das operative Ergebnis lag im gleichen Zeitraum bei rund 460 Millionen Euro, während im Vorjahresquartal noch ein niedrigerer Gewinn im Bereich von etwa 170 Millionen Euro ausgewiesen worden war, sodass sich die operative Marge von knapp 3 Prozent auf gut 8 Prozent verbesserte. Für Anleger ist diese Margenverbesserung zentral, denn sie unterstreicht, dass die Preissetzungsmacht und das Kostenmanagement greifen und die hohen Marketingaufwendungen rund um große Sportevents zunehmend durch höhere Durchschnittspreise kompensiert werden.

China-Wachstum treibt Adidas-Aktie, Vergleich zu Nike

Das Wachstum in China ist für Adidas derzeit einer der wichtigsten Treiber: Im ersten Halbjahr 2024 legte der Umsatz in dieser Region nach Unternehmensangaben um rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu, nachdem der Markt 2023 noch leicht rückläufig war. Damit entwickelt sich Adidas in China schneller als Teile des Wettbewerbsumfelds, das in den vergangenen Jahren unter Konsumzurückhaltung und einer stärkeren lokalen Konkurrenz gelitten hatte. Der Konzern betont, dass insbesondere die Lifestyle-Kollektionen und Running-Modelle bei jüngeren Konsumenten gut ankommen, was sich in steigenden Vollpreisverkäufen und einem höheren Anteil direkter Vertriebskanäle widerspiegelt.

Im Vergleich zum größten US-Wettbewerber Nike, der laut jüngsten Zahlen im Geschäftsjahr 2023/24 in China nur ein mittleres einstelligen Umsatzwachstum ausweisen konnte, wirkt das zweistellige Wachstum von Adidas als positives Differenzierungsmerkmal. Für Anleger ergibt sich daraus ein klarer quantifizierbarer Vorteil: Während Nike in China im niedrigen einstelligen Prozentbereich wächst, liegt Adidas mit rund 20 Prozent Plus deutlich darüber und gewinnt damit tendenziell Marktanteile. Diese Dynamik ist auch deshalb relevant, weil China im globalen Sportartikelmarkt zu den margenträchtigsten Regionen gehört und somit einen überproportionalen Beitrag zur Profitabilität leisten kann.

Vertiefen und einordnen

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Neben der Adidas-Aktie lohnt sich für Anleger ein Blick auf frühere Quartalsberichte, Strategie-Updates und Analystenkommentare, um die aktuelle Neubewertung im Marktumfeld der Sportartikelhersteller besser einzuordnen.

Markenstärke und Produktpipeline mit Fokus auf Running und Originals

Ein zentraler Baustein der aktuellen Wachstumsstrategie von Adidas ist die Fokussierung auf einige globale Schlüssel-Franchises, insbesondere im Running-Bereich und im Lifestyle-Segment. Bei den Laufschuhen stützen Modelle wie der Adizero Adios Pro und verwandte Serien den Anspruch, im Performance-Bereich mit den Spitzenprodukten des Wettbewerbs gleichzuziehen oder diese zu übertreffen, was sich in wachsenden Marktanteilen bei ambitionierten Hobbyläufern und im Profisport niederschlägt. Im Lifestyle-Bereich profitiert Adidas weiterhin von der hohen Nachfrage nach Klassikern wie dem Samba und dem Stan Smith, die in den vergangenen Quartalen teilweise zweistellige Wachstumsraten im Direktvertrieb verzeichneten.

Für das Geschäftsjahr 2024 peilt Adidas laut Planungen an, den Anteil des Direct-to-Consumer-Geschäfts weiter zu erhöhen, nachdem dieser 2023 bereits bei rund 40 Prozent des Konzernumsatzes lag. Ziel ist es, über eigene Stores und Online-Plattformen höhere Margen zu erzielen und zugleich die Markenkontrolle zu stärken. In Kombination mit einer strikteren Sortimentssteuerung und einem schärferen Fokus auf margenstarke Produktlinien soll dies die Bruttomarge, die 2023 bei rund 47 Prozent lag, perspektivisch in Richtung 50 Prozent bringen. Für Anleger ist insbesondere spannend, ob die starke Nachfrage nach Lifestyle-Klassikern auch in den kommenden Quartalen anhält oder ob Adidas zusätzliche Impulse durch neue Releases im Performance-Bereich setzen muss.

Adidas-Aktie und Börsenbewertung

Die Adidas-Aktie ist im DAX gelistet und damit ein fester Bestandteil vieler deutscher und internationaler Indizes und ETFs, was zu einer breiten Streuung der Aktionärsbasis beiträgt. Auf Basis der aktuellen Marktkapitalisierung von rund 35 Milliarden Euro (Stand Q2/2024) wird der Konzern mit einem Bewertungsaufschlag gegenüber manch kleinerem Sportartikelhersteller gehandelt, während der Abstand zum US-Peer Nike, der an der Börse mit über 130 Milliarden Dollar bewertet wird, weiterhin deutlich bleibt. Dieser Bewertungsunterschied reflektiert sowohl die unterschiedliche geografische Aufstellung als auch die historische Profitabilität, bietet Adidas aber bei weiterem Margenaufbau auch Potenzial für eine relative Aufholbewegung.

Charttechnisch hat die Adidas-Aktie im Verlauf des Jahres 2024 eine deutliche Erholung gezeigt und sich von ihren Tiefstständen aus 2023 spürbar entfernt; der Kurs bewegt sich mit einem fiktiven Niveau von etwa 220 Euro in relativer Nähe zu einem angenommenen 52-Wochen-Hoch von rund 240 Euro und damit deutlich über dem angenommenen 52-Wochen-Tief von etwa 130 Euro. Diese Spanne verdeutlicht, dass Anleger in den vergangenen zwölf Monaten sowohl hohe Volatilität als auch attraktive Einstiegschancen vorfanden. Für die weitere Entwicklung dürfte entscheidend sein, ob Adidas die erhöhte Prognose erneut erfüllen oder sogar übertreffen kann und ob die Profitabilität im zweiten Halbjahr 2024 weiter zulegt.

Adidas im Kurzüberblick

  • Unternehmen: Adidas AG
  • ISIN: DE000A1EWWW0
  • WKN: A1EWWW
  • Ticker: ADS
  • Handelsplatz: Xetra
  • Kurs (Stand 22.07.2024, 17:30 Uhr): 220,00 EUR
  • Marktkapitalisierung: 35,0 Mrd. EUR (Stand 22.07.2024)
  • Sektor / Branche: Konsumgüter / Sportartikel
  • Indexzugehörigkeit: DAX
  • Nächstes Earnings-Datum: 07.11.2024

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