Agrarminister, DĂŒnger

Agrarminister ringen um die Nutzung von DĂŒnger

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 06:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Agrarminister von Bund und LĂ€ndern suchen bei einer zweitĂ€gigen Konferenz in WĂŒrzburg nach einer gemeinsamen Linie bei der Finanzausstattung der Landwirte und fĂŒr die Verwendung von DĂŒnger.

Eine Neuregelung der DĂŒngeverordnung ist umstritten. KĂŒnftig sollen die sogenannten roten Gebiete wegfallen, in denen wegen starker Nitratbelastung des Grundwassers kein weiterer MineraldĂŒnger mehr aufgebracht werden darf. Stattdessen soll stĂ€rker das Verursacherprinzip in den Vordergrund rĂŒcken. Ein entsprechender Entwurf der Bundesregierung wird gerade im Bundestag behandelt.

"Rote Gebiete" sollen abgeschafft werden

Bayern hat als Bundesland mit dem Vorsitz einen Vorschlag eingebracht, der fĂŒr interessierte LĂ€nder die Möglichkeit vorsieht, "rote Gebiete" aufrechtzuerhalten. In Baden-WĂŒrttemberg etwa ist nur ein kleiner Anteil der FlĂ€chen als solches ausgewiesen. Am Ende brauche man eine Lösung, wie die Landwirte entlastet werden können, ohne Grund und Boden und Trinkwasser zu gefĂ€hrden, sagte die Vorsitzende der Agrarministerkonferenz, Bayerns Ressortchefin Michaela Kaniber (CSU), der Deutschen Presse-Agentur.

"Niemand hat Interesse, unser Lebensmittel Nummer eins zu gefĂ€hrden - schon gar nicht unsere BĂ€uerinnen und Bauern", betonte Kaniber. Sie schlug vor, eine Meldepflicht fĂŒr den Zukauf von MineraldĂŒnger einzufĂŒhren. Dann könnten die Agrarbehörden mit den bereits vorhandenen Daten wie etwa die pro Hof genutzten FlĂ€chen abgleichen, wie viel DĂŒnger aufgebracht wird.

Kritik: Zu wenig Fokus auf Trinkwasser

Zuvor war Kritik unter anderem vom Verband kommunaler Unternehmen und vom Bund Naturschutz laut geworden. Die Agrarminister kĂŒmmerten sich zu wenig um den Schutz der Böden und damit um die Sicherung des Trinkwassers. Die Folgen des Klimawandels wie etwa die anhaltenden DĂŒrrephasen aufgrund langer Trockenheit spielten auf der Tagesordnung der Agrarpolitiker eine nicht angemessen Rolle.

Die Minister beschĂ€ftigen sich auch mit der gemeinsamen Agrarpolitik in der EuropĂ€ischen Union - und damit mit der Finanzausstattung der Landwirte mit europĂ€ischen Fördermitteln. Die von der EU-Kommission angebotenen 300 Milliarden Euro fĂŒr den Zeitraum 2028 bis 2034 seien angesichts des Aufgabenspektrums nicht ausreichend. Kaniber schloss sich damit den Forderungen der LandwirtschaftsverbĂ€nde an, die eine Finanzausstattung von 500 Milliarden Euro fordern. Eine KĂŒrzung könnte auch empfindliche Einschnitte fĂŒr die Bio-Landwirtschaft bedeuten. "Die Agrarminister werden hier versuchen, noch einmal ein Zeichen zu setzen", sagte Kaniber.

Proteste von Bauern

Der bayerische Bauernverband hat fĂŒr Donnerstag angekĂŒndigt, die Zusammenkunft der Ministerinnen und Minister in WĂŒrzburg mit Protesten zu begleiten. Die Wirtschaftslage der Höfe sei schwierig aufgrund niedriger Marktpreise und gestiegener Kosten etwa fĂŒr Diesel sowie einer schlechten Ernte nach der langen DĂŒrre.

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