Agrarminister ringen um die Nutzung von DĂŒnger
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 11:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEine Neuregelung der DĂŒngeverordnung ist umstritten. KĂŒnftig sollen die sogenannten "Roten Gebiete" wegfallen, in denen wegen starker Nitratbelastung des Grundwassers nur noch reduziert gedĂŒngt werden darf. Stattdessen soll stĂ€rker das Verursacherprinzip in den Vordergrund rĂŒcken.
Werden "Rote Gebiete" abgeschafft?
Zur Entscheidung auf dem Tisch liegt ein Eckpunktepapier, das die VorschlĂ€ge der Agrarressorts der LĂ€nder und des Bundes bĂŒndelt, wie kĂŒnftig den Belangen der landwirtschaftlichen Praxis ebenso Rechnung getragen werden kann wie den Anforderungen des GewĂ€sserschutzes. Sie reichen von einem völligen Verzicht auf "Rote Gebiete" bis zum freiwilligen Aufrechterhalten in einzelnen Regionen. Am Ende brauche man eine Lösung, wie die Landwirte von BĂŒrokratie entlastet werden können, ohne Grund und Boden und Trinkwasser zu gefĂ€hrden, sagte die Vorsitzende der Agrarministerkonferenz, Bayerns Ressortchefin Michaela Kaniber (CSU), der Deutschen Presse-Agentur.
"Niemand hat Interesse, unser Lebensmittel Nummer eins zu gefĂ€hrden - schon gar nicht unsere BĂ€uerinnen und Bauern", betonte Kaniber. Sie schlug vor, eine Meldepflicht fĂŒr den Zukauf von DĂŒnger einzufĂŒhren. Dann könnten die Agrarbehörden mit den bereits vorhandenen Daten wie der einzelbetrieblichen FlĂ€chennutzung abgleichen, ob der DĂŒngemitteleinsatz zum NĂ€hrstoffbedarf der angebauten Kulturen passt.
Kritik: Zu wenig Fokus auf Grund- und Trinkwasser
Zuvor war Kritik unter anderem vom Verband kommunaler Unternehmen und vom Bund Naturschutz laut geworden. Die Agrarminister kĂŒmmerten sich zu wenig um den Schutz der Böden und damit um die Sicherung des Grundwassers. Die Folgen des Klimawandels wie etwa die anhaltenden DĂŒrrephasen aufgrund langer Trockenheit spielten auf der Tagesordnung der Agrarpolitiker eine nicht angemessene Rolle.
Die Minister beschĂ€ftigen sich auch mit der gemeinsamen Agrarpolitik in der EuropĂ€ischen Union - und damit mit der Finanzausstattung der Landwirte mit europĂ€ischen Fördermitteln. Die von der EU-Kommission angebotenen 300 Milliarden Euro fĂŒr den Zeitraum 2028 bis 2034 seien angesichts des Aufgabenspektrums nicht ausreichend. Kaniber schloss sich damit den Forderungen der LandwirtschaftsverbĂ€nde an, die eine Finanzausstattung von 500 Milliarden Euro fordern. Eine KĂŒrzung könnte auch empfindliche Einschnitte fĂŒr die Bio-Landwirtschaft bedeuten. "Die Agrarminister werden hier versuchen, noch einmal ein Zeichen zu setzen", sagte Kaniber.
Proteste von Bauern
Einige Hundert Bauern kamen am Donnerstag nach WĂŒrzburg, um den Auftakt der Konferenz mit Protesten zu begleiten. Sie machen geltend, sie litten unter niedrigen Erzeugerpreisen, hohen Kosten, ĂŒberbordender BĂŒrokratie und einer schwachen Ernte wegen der Trockenheit im Sommer. Der Deutsche Bauernverband hat zur Konferenz ein Anliegenpapier verbreitet, in dem er seine Forderungen an die Politik auflistet.
