AKTIEN IM FOKUS: Chemiewerte schwer belastet von Ăl- und Gaspreissorgen
03.03.2026 - 13:25:00 | dpa.deIm Dax DE0008469008 waren die Titel des Branchenriesen BASF DE000BASF111 und des Agrarchemiekonzerns Bayer DE000BAY0017 zuletzt mit bis zu fĂŒnf Prozent unter den gröĂten Verlierern.
Im MDax DE0008467416 galt dies fĂŒr Wacker Chemie DE000WCH8881, Lanxess DE0005470405 und Evonik DE000EVNK013 mit Abgaben zwischen 5,6 und 8,4 Prozent.
VerĂ€ngstigt reagieren die Anleger am Dienstag vor allem auf die weiter steigenden Ăl- und Gaspreise, weil die Sicherheit auf der fĂŒr den Ăl- und FlĂŒssiggas-Export wichtigen SchifffahrtsstraĂe von Hormus nicht gewĂ€hrleistet ist.
Analyst James Hooper von Bernstein Research fĂŒrchtet, dass steigende Preise fĂŒr EnergietrĂ€ger in der Chemiebranche zu Lasten der Margen geht. Sollte die Situation lĂ€nger so bleiben, geht er davon aus, dass auch die Konsumlaune der Menschen gebremst wird - und damit einer breiten Erholung der Nachfrage im Weg steht, die die Chemieindustrie in ihrer Krise eigentlich brauche.
Die SchlĂ€ge der USA und Israels gegen den Iran haben seit dem Wochenende vor allem die europĂ€ischen Gaspreise krĂ€ftig in die Höhe getrieben. Am Dienstag erreichte richtungweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF den höchsten Stand seit drei Jahren wegen eines fortgesetzten Lieferstopps von FlĂŒssiggas aus dem wichtigen Förderland Katar. Anhaltend hohe Preise könnten die Aktienkurse belasten, sagte der Analyst Sebastian Bray von der Berenberg Bank mit Blick auf BASF. Den Gasverbrauch der Ludwigshafener schĂ€tzt der Experte auf rund 30 Terrawattstunden pro Jahr.
Die Aktien des DĂŒngemittelherstellers K+S DE000KSAG888 sowie des Gasekonzerns Air Liquide FR0000120073 entwickelten sich am Dienstag in der Branche relativ solide mit Abgaben kleiner 1,6 Prozent.
Unternehmen aus dem Gasebereich zÀhlt Bernstein-Experte Hooper in der aktuellen Situation wegen ihres defensiveren Charakters weiter zu den Branchenfavoriten.
Es gebe auch vereinzelt Profiteure mit normalerweise starker Konkurrenz aus dem Iran. Er erwĂ€hnte dabei unter anderem Produzenten von Harnstoff und Ammoniak - Stoffe, die im DĂŒngerbereich eine Rolle spielen.
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