Allianz, DE0008404005

Die Allianz-Aktie bleibt nach solider Entwicklung und starker Kapitalausstattung im DAX-Umfeld ein Stabilitätsanker

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 07:10 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)

Die Allianz-Aktie steht als Schwergewicht im DAX für stabile Dividenden und eine robuste Kapitalbasis. Für Anleger sind vor allem die Ertragskraft im Schaden- und Unfallgeschäft und die Solvency-II-Quote entscheidend.

Allianz, DE0008404005, Illustration mit AI erstellt.
Allianz, DE0008404005, Illustration mit AI erstellt.

Die Allianz-Aktie des Münchner Versicherungskonzerns Allianz SE (ISIN DE0008404005) zählt zu den Schwergewichten im DAX und steht für eine starke Kapitalausstattung und kontinuierliche Ausschüttungen. Der internationale Versicherer und Vermögensverwalter profitiert von einem breiten Geschäftsportfolio und einer hohen Eigenkapitalquote, was sich in der langfristigen Kursentwicklung und der verlässlich steigenden Dividende niederschlägt. Für Anleger ist die Kombination aus Ertragskraft und Solvenz ein wesentlicher Faktor, gerade im Vergleich zu anderen großen europäischen Versicherern.

Kapitalstärke und Solvency-II-Quote

Ein zentrales Qualitätsmerkmal der Allianz ist ihre ausgewiesene Kapitalstärke. Die Solvency-II-Quote, also das Verhältnis von verfügbaren Eigenmitteln zu den regulatorisch erforderlichen Kapitalanforderungen, bewegt sich bei großen europäischen Versicherern typischerweise deutlich über 200 Prozent. Werte um 200 bis 220 Prozent gelten im Sektor als komfortabel und signalisieren, dass ein Konzern seine Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern auch bei unerwarteten Schadensereignissen gut erfüllen kann. Im Vergleich dazu berichten andere europäische Versicherer häufig von Solvency-II-Quoten im Bereich von rund 190 bis 210 Prozent, womit die Allianz im oberen Bereich des Branchenspektrums liegt. Diese Differenz von rund 10 bis 20 Prozentpunkten unterstreicht den Puffer, den der Konzern gegenüber Marktschwankungen und Großschadenereignissen aufweist.

Die Solvency-II-Quote speist sich aus mehreren Faktoren, unter anderem aus dem Gewinnniveau, der Diversifikation der Geschäftsbereiche und der Struktur des Kapitalanlageportfolios. Bei einem globalen Versicherungs- und Asset-Management-Konzern wie der Allianz tragen die breit gestreuten Prämienströme aus Schaden- und Unfallversicherung, Lebensversicherung und Gesundheitsversicherung zu stabilen Ergebnissen bei. Gleichzeitig spielt das Asset Management mit verwalteten Kundengeldern in Höhe vieler hundert Milliarden Euro eine wichtige Rolle für die Ertragsbasis. Im Branchenvergleich zeigt sich, dass Konzerne mit starken Asset-Management-Einheiten oft überdurchschnittliche Kapitalquoten ausweisen, weil die wiederkehrenden Gebühreneinnahmen die Eigenmittel stärken.

Dividendenprofil und Ausschüttungsquote

Für viele Privatanleger ist die Allianz-Aktie vor allem wegen ihrer Dividendenhistorie attraktiv. Große europäische Versicherer wie Allianz, Munich Re oder Zurich Insurance zahlen traditionell vergleichsweise hohe Dividendenrenditen, die häufig im Bereich von 4 bis 6 Prozent liegen. Eine Ausschüttungsquote im Bereich von etwa 50 bis 60 Prozent des Jahresüberschusses ist in dieser Branche verbreitet und signalisiert ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ausschüttung an die Aktionäre und Rücklagenbildung für zukünftiges Wachstum und Kapitalanforderungen. Im Vergleich zu typischen DAX-Unternehmen aus anderen Sektoren, etwa Industriewerten mit Ausschüttungsquoten von 30 bis 40 Prozent, liegt die Allianz damit tendenziell im oberen Bereich.

Die Stabilität der Dividende ist eng mit der Ertragskraft des operativen Geschäfts verbunden. Im Schaden- und Unfallsegment sind Kennzahlen wie die kombinierte Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) entscheidend. Liegt diese Quote unter 100 Prozent, erwirtschaftet ein Versicherer aus dem Kerngeschäft einen versicherungstechnischen Gewinn. Werte im Bereich von etwa 92 bis 95 Prozent gelten in der Branche als gut und deuten auf effiziente Kostenstrukturen sowie ein diszipliniertes Underwriting hin. Im Vergleich zu einigen Wettbewerbern, die teilweise kombinierte Quoten nahe 100 Prozent aufweisen, kann eine dauerhaft niedrigere Combined Ratio der Allianz einen Vorsprung von mehreren Prozentpunkten bedeuten, was in absoluten Zahlen schnell einen dreistelligen Millionenbetrag beim jährlichen Ergebnis ausmachen kann.

Geschäftsfelder und Ertragsquellen

Die Allianz SE ist breit über verschiedene Geschäftssegmente aufgestellt. Das Schaden- und Unfallgeschäft bildet einen wichtigen Ertragstreiber und umfasst Produkte wie Kfz-Versicherungen, Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen, Haftpflicht- und Unfallpolicen sowie gewerbliche und industrielle Deckungen. In dieser Sparte sind Prämienvolumen und Schadensverlauf zentrale Kennzahlen, die darüber entscheiden, wie profitabel das Geschäft ist. Durch geografische Diversifikation über Europa, Nordamerika und Asien hinweg reduziert der Konzern das Risiko regionaler Schadenhäufungen. Global agierende Mitbewerber im Versicherungssektor nutzen ähnliche Strategien, aber die Kombination von Größe und Diversifikation verschafft der Allianz hier einen strukturellen Vorteil.

Das Lebens- und Gesundheitsgeschäft ist stärker kapitalmarktabhängig, weil hier lang laufende Verpflichtungen eingegangen werden. Konzepte wie kapitalmarktnahe Lebensversicherungen, fondsgebundene Produkte und Altersvorsorgelösungen nutzen Marktrenditen zur Wertentwicklung. In Niedrigzinsphasen standen klassische Lebensversicherungen mit Garantiezins unter Druck, weshalb Versicherer wie die Allianz ihr Produktportfolio zunehmend auf kapitalmarktnahe Modelle umgestellt haben. Im Vergleich zu Anbietern, die stärker von traditionellen Garantieprodukten abhängig sind, mindert eine solche Umstellung die Zinsrisiken im Bestand und kann die Gewinnvolatilität reduzieren.

Ein weiterer bedeutender Bereich ist das Asset Management. Globale Vermögensverwalter erzielen aus verwalteten Kundengeldern (Assets under Management) laufende Gebühren. Bei großen Versicherungskonzernen bewegen sich die Assets under Management oft im Bereich von mehreren hundert Milliarden bis zu über einer Billion Euro. Schon geringe Veränderungen der Gebührenmarge von beispielsweise 5 auf 6 Basispunkte können bei solchen Volumina erhebliche Ergebnisbeiträge liefern. Verglichen mit traditionellen Versicherungsbeiträgen sind Asset-Management-Einnahmen weniger schadenanfällig, aber dafür marktvolatiler. Für die Allianz ist diese Sparte ein wichtiger Diversifikationsbaustein, der die Ertragsstruktur gegenüber reinen Erstversicherern verbreitert.

Regulatorisches Umfeld und Eigenmittelanforderungen

Versicherungsgruppen wie die Allianz unterliegen strengen regulatorischen Anforderungen. In der Europäischen Union ist Solvency II das zentrale Regelwerk, das die Höhe und Qualität der Eigenmittel festlegt, die Versicherer für ihre Risiken vorhalten müssen. Die Anforderungen hängen von der Art des Geschäfts ab: kurzfristige Schaden- und Unfallrisiken werden anders behandelt als langfristige Lebensversicherungverpflichtungen oder Marktrisiken aus Kapitalanlagen. Unternehmen mit komplexen Geschäftsmodellen nutzen interne Modelle oder teilweise standardisierte Ansätze, um ihre Kapitalanforderungen zu berechnen; dabei muss jede Methodik von den zuständigen Aufsichtsbehörden genehmigt werden.

Im Vergleich zu mittelgroßen Versicherungsgruppen, die häufig nur ein begrenztes Produktportfolio und regionale Schwerpunkte haben, zeigt sich bei globalen Konzernen wie der Allianz, dass Skaleneffekte bei der Kapitalallokation entstehen. So kann der Konzern Risiken aus verschiedenen Ländern und Sparten bündeln und Diversifikationseffekte nutzen, die die regulatorisch erforderlichen Eigenmittel reduzieren. Studien und Branchenberichte weisen regelmäßig darauf hin, dass große Versicherungsgruppen im Durchschnitt niedrigere kapitale Anforderungen pro Einheit Risiko haben als kleinere Gesellschaften, weil sie systematisch streuen und absichern können. Die Differenz kann je nach Geschäftsprofil einige Prozentpunkte der Solvency-II-Quote ausmachen und ist damit für die Kapitalrendite relevant.

DAX-Schwergewicht und Vergleich mit Peers

Die Allianz-Aktie ist als Versicherungswert im DAX gelistet und damit Teil eines der wichtigsten europäischen Aktienindizes. Im DAX befinden sich mehrere Finanzwerte, darunter Versicherer und Banken, doch die Allianz zählt zu den größten Schwergewichten nach Marktkapitalisierung. Verglichen mit typischen DAX-Industriewerten erzielt der Konzern seine Erträge nicht aus Produktion und Verkauf von Gütern, sondern aus der Übernahme und Bewirtschaftung von Risiken sowie der Verwaltung von Vermögen. Die Bewertungen werden daher häufig anhand von Kennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), dem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) und der Dividendenrendite analysiert.

Ein KGV im Bereich von etwa 9 bis 12 gilt im europäischen Versicherungsektor als verbreitet, während Technologie- oder Wachstumsunternehmen im DAX häufig KGVs deutlich über 20 aufweisen. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von Versicherern liegt typischerweise im Bereich von etwa 1 bis 1,5, was bedeutet, dass der Markt ihnen einen moderaten Aufschlag auf den ausgewiesenen Buchwert der Eigenmittel zugesteht. Wenn die Allianz im Vergleich zu Konkurrenzwerten über ein leicht höheres KBV verfügt, kann dies darauf hindeuten, dass der Markt der Kapitalanlagekompetenz und den Ertragsaussichten des Konzerns etwas mehr Vertrauen entgegenbringt. Umgekehrt können Phasen erhöhter Marktunsicherheit dazu führen, dass Finanzwerte mit Abschlägen zum Buchwert gehandelt werden.

Charttechnische Beobachtungen und langfristige Entwicklung

Aus charttechnischer Perspektive wird bei der Allianz-Aktie häufig auf mittelfristige und langfristige gleitende Durchschnitte wie die 50- und 200-Tage-Linie geschaut. Wenn der Kurs oberhalb der 200-Tage-Linie liegt, interpretieren viele Marktteilnehmer dies als Hinweis auf einen übergeordneten Aufwärtstrend, während ein längerfristiger Aufenthalt unterhalb dieser Marke als Zeichen einer schwächeren Phase gilt. Die 50-Tage-Linie dient als Indikator für den mittelfristigen Trend und wird oft verwendet, um Unterstützungs- oder Widerstandsniveaus zu identifizieren. Schneidet der Kurs von unten kommend die 200-Tage-Linie, sprechen Chartanalysten von einem Trendwechsel, der in der Praxis aber immer im Kontext von Fundamentaldaten und Marktumfeld bewertet wird.

Langfristig betrachtet zeigen Aktien großer Versicherer wie Allianz ein Muster aus mehrjährigen Aufwärtstrends, unterbrochen von rückläufigen Phasen während Bedeutungskrisen oder Zeiten stark steigender Zinsen. Beispielsweise können Kapitalmarktkrisen zu temporären Rückgängen der Kurse führen, weil die Marktwerte von Anleihen und Aktien im Anlageportfolio sinken und Anleger Risikoaktien reduzieren. In Phasen stabiler oder moderat steigender Zinsen profitieren Versicherer hingegen vielfach von höheren laufenden Kapitalanlageerträgen, während sie gleichzeitig mit der Zinsentwicklung ihre Garantien und Preisgestaltung anpassen. Gerade im europäischen Umfeld sind die Zinsniveaus ein entscheidender Faktor für die Gewinnentwicklung der Lebensversicherungssparten.

Makroökonomie, Zinsniveau und Inflation

Makroökonomische Rahmenbedingungen wie Zinsniveau und Inflationsrate spielen für die Allianz-Aktie eine bedeutende Rolle. In Niedrigzinsphasen standen große Lebensversicherungsportfolios vor der Herausforderung, garantierte Zinsen mit begrenzten Kapitalanlageerträgen zu erwirtschaften. Versicherer haben darauf reagiert, indem sie ihre Produktpaletten angepasst und neue Lösungen entwickelt haben, die Kunden stärker an den Kapitalmarkt heranführen, aber gleichzeitig Risikopuffer vorsehen. Bei steigenden Zinsen verbessern sich in der Regel die Ertragschancen aus Neu-Anlagen in Anleihen, während vorhandene Bestände an niedrig verzinsten Papieren sukzessive auslaufen und durch höher verzinste Titel ersetzt werden.

Inflation beeinflusst die Schaden- und Unfallversicherung insbesondere über die Entwicklung der Schadenkosten. Steigende Material- und Arbeitskosten verteuern Reparaturen und Neubauten, was höhere Schadensummen zur Folge haben kann. Versicherer reagieren darauf mit Anpassungen von Prämien und Deckungssummen. Daten aus Branchenvergleichen zeigen, dass Versicherer mit konsequentem Underwriting und regelmäßigen Tarifanpassungen ihre Combined Ratio trotz Inflationsdruck stabil halten können. Wenn die Allianz im Vergleich zu Mitbewerbern ihre Schaden-Kosten-Quote um beispielsweise 2 bis 3 Prozentpunkte niedriger halten kann, ergibt sich daraus ein messbarer Vorteil in der versicherungstechnischen Marge.

Risikomanagement und Rückversicherung

Ein professionelles Risikomanagement ist für Konzerne wie die Allianz entscheidend. Großschadenereignisse wie Naturkatastrophen, Stürme oder Überschwemmungen können hohe einmalige Belastungen verursachen. Um solche Risiken zu begrenzen, nutzen Erstversicherer Rückversicherungslösungen, mit denen sie einen Teil ihrer Risiken an spezielle Rückversicherungsunternehmen weitergeben. Typischerweise werden bestimmte Schadenhöhen oder Ereigniskategorien teilversichert, sodass nur ein Teil des Gesamtrisikos im eigenen Buch verbleibt. Verglichen mit kleineren Versicherern, die möglicherweise geringere Möglichkeiten zur Diversifikation und Risikotransfer haben, verfügen große Gruppen über ausgefeilte Risikotransferprogramme und ein breites Netzwerk an Rückversicherungspartnern. Dies ermöglicht es ihnen, Schwankungen in den Schäden besser abzufedern.

Über entsprechende Rückversicherungsverträge lassen sich statistische Belastungen über mehrere Jahre glätten. Branchenanalysen zeigen, dass Versicherer mit gut strukturierten Rückversicherungsprogrammen ihre Ergebnisschwankungen im Vergleich zu historisch gesehen volatilen Unterperioden reduzieren können. Ein Unterschied von einigen Prozentpunkten in der jährlichen Gewinnschwankung kann bei Konzernen mit Milliardenprämienvolumina signifikante Auswirkungen auf die Stabilität von Dividenden und Kapitalquoten haben. Für Investoren ist eine verlässliche Dividendenpolitik häufig ein Indikator für solides Risikomanagement.

Digitalisierung, Effizienz und Kundenkontakt

Wie die gesamte Versicherungsbranche befindet sich auch die Allianz mitten in einem weitreichenden Digitalisierungsprozess. Online-Abschlussstrecken, digitale Schadenmeldungen und automatisierte Prozesse im Backoffice sollen Kosten senken und die Kundenzufriedenheit erhöhen. Im Vergleich zu traditionellen Vertriebsmodellen mit starkem Fokus auf persönliche Beratung im Außendienst hat der Anteil digitaler Interaktionen in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Studien im europäischen Versicherungsmarkt zeigen, dass digitale Vertriebswege bei einzelnen Versicherungsprodukten bereits einen Anteil von über 30 Prozent erreichen können, während sie früher weit unter 10 Prozent lagen. Große Gruppen wie die Allianz investieren erheblich in IT-Infrastruktur, Datenanalytik und Cloud-Lösungen, um bei dieser Entwicklung mitzuhalten.

Effizienzgewinne durch Digitalisierung können sich direkt auf Kennzahlen wie die Kostenquote auswirken. Wenn Automatisierung und Self-Service-Angebote dazu führen, dass Verwaltungs- und Vertriebskosten im Verhältnis zu den eingenommenen Prämien um beispielsweise 1 bis 2 Prozentpunkte sinken, verbessert sich die Combined Ratio entsprechend. Im Vergleich zu Wettbewerbern mit weniger konsequenter Digitalisierung kann dies langfristig zu einem Wettbewerbsvorteil bei Preisen und Margen führen. Für die Allianz-Aktie sind solche Effizienzpotenziale ein wichtiger Hintergrundfaktor, der sich jedoch erst über mehrere Jahre vollständig in der Ergebnisrechnung niederschlägt.

Nachhaltigkeit und ESG-Kriterien

ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) haben bei institutionellen und privaten Investoren erheblich an Bedeutung gewonnen. Versicherer wie die Allianz sind sowohl als Kapitalanleger als auch als Anbieter von Versicherungsprodukten gefordert, Nachhaltigkeitsaspekte zu berücksichtigen. Beim Investmentportfolio bedeutet dies unter anderem, dass bestimmte Branchen oder Geschäftsmodelle, die als klimaschädlich oder sozial problematisch gelten, reduziert oder ausgeschlossen werden. Gleichzeitig werden Investitionen in nachhaltige Projekte, etwa erneuerbare Energien oder grüne Anleihen, ausgebaut. Branchenüberblicke zeigen, dass große Versicherer bereits signifikante Beträge in nachhaltigen Anlagen halten, die zunehmend einen zweistelligen Prozentanteil am Gesamtportfolio ausmachen.

Auf der Produktseite entwickeln Versicherer Angebote, die nachhaltiges Verhalten fördern oder klimabezogene Risiken abdecken. Gebäudeversicherungen können beispielsweise Anreize für energetische Sanierungen setzen, während spezielle Policen für erneuerbare Energieanlagen Risiken aus dem Betrieb von Wind- und Solarkraftwerken abdecken. Unternehmen, die frühzeitig umfassende ESG-Strategien implementieren, verbessern ihre Attraktivität bei Investoren und Geschäftskunden. Für die Allianz-Aktie kann eine glaubwürdige Nachhaltigkeitsstrategie dazu beitragen, dass institutionelle Investoren den Wert langfristig im Portfolio halten und möglicherweise sogar ausbauen, was die Stabilität der Nachfrage nach der Aktie unterstützt.

Wettbewerbsumfeld und Marktanteile

Die Allianz steht im Wettbewerb mit anderen großen europäischen und globalen Versicherungsgruppen. In Europa zählen neben der Allianz unter anderem Gruppierungen wie AXA, Zurich Insurance oder Generali zu den Schwergewichten. Marktanteile im Schaden- und Unfallgeschäft, in der Lebensversicherung und im Asset Management werden regelmäßig verglichen, wobei große Konzerne in einzelnen Ländern teilweise zweistellige Marktanteile erreichen. In Deutschland ist die Allianz traditionell einer der größten Anbieter von Sachversicherungen und Lebensversicherungsprodukten und verfügt über einen dicht ausgebauten Vertriebs- und Beraternetz.

Im internationalen Geschäft ist die Präsenz in Nordamerika und Asien wichtig, um von Wachstumsregionen zu profitieren. Versicherungsdurchdringung, also das Volumen an Prämien im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung eines Landes, ist in vielen Schwellenländern noch deutlich niedriger als in Europa oder Nordamerika. Unternehmen mit einem frühen Markteintritt und einer starken Marke haben dort strategische Vorteile. Verglichen mit rein europäischen Versicherern hat ein global ausgerichteter Konzern wie Allianz die Möglichkeit, Wachstumschancen in diesen Regionen zu nutzen und gleichzeitig das??te Geschäft in Kernmärkten zu stabilisieren, was die Ertragsbasis verbreitert.

Langfristige Anlegerperspektive

Für langfristig orientierte Privatanleger spielt die Balance aus Kursentwicklung und Dividendenrendite eine zentrale Rolle. Historische Betrachtungen von Versicherungsaktien zeigen, dass ein beträchtlicher Teil der Gesamtrendite über die Jahre aus wiederkehrenden Ausschüttungen stammt. Wenn eine Aktie beispielsweise über einen Zeitraum von zehn Jahren eine durchschnittliche jährliche Dividendenrendite von 4 Prozent und eine Kurssteigerung von 3 bis 4 Prozent pro Jahr erreicht, summiert sich die Gesamtperformance auf etwa 7 bis 8 Prozent jährlich. Gegenüber risikoärmeren Anlageklassen wie Staatsanleihen mit Renditen von deutlich unter 3 Prozent ergibt sich daraus ein Mehrertrag, der allerdings mit Marktrisiken und Geschäftsriziken verbunden ist.

In der Praxis achten Anleger bei der Allianz-Aktie nicht nur auf die Dividendenhöhe, sondern auch darauf, wie verlässlich der Konzern seine Ausschüttungspolitik durchhält. Phasen, in denen Gewinne deutlich steigen, können zu Sonderdividenden oder Dividendenerhöhungen führen, während belastende Ereignisse potenziell zu vorsichtigen Anpassungen führen. Dass große Versicherer jedoch selten abrupt mit Dividendenkürzungen reagieren, sondern eher graduell auf Veränderungen im Umfeld eingehen, trägt zur Wahrnehmung von Stabilität bei. Für die Allianz ist die Historie konsistenter Ausschüttungen ein wichtiger Vertrauensfaktor.

Repräsentatives Produkt: Kfz-Versicherung

Ein repräsentatives Produkt aus dem Portfolio der Allianz ist die klassische Kfz-Versicherung. Sie umfasst Haftpflicht-, Teilkasko- und Vollkaskodeckungen und ist für viele Privatkunden der erste Berührungspunkt mit dem Konzern. In Deutschland ist die Kfz-Versicherung ein stark umkämpfter Markt, in dem Preis, Leistungsumfang und Servicequalität eine große Rolle spielen. Tarife berücksichtigen Faktoren wie Fahrzeugalter, regionale Schadenstatistiken, Fahrerkreis und jährliche Fahrleistung. Moderne Produkte integrieren zunehmend Telematiklösungen, bei denen Fahrdaten erfasst werden, um Fahrverhalten zu bewerten und bei sicherer Fahrweise Rabatte zu gewähren. Solche Innovationen verknüpfen klassische Versicherungstechnologie mit digitaler Datenerhebung und erlauben differenziertere Tarife.

Allianz-Aktie und Börsennotierung

Die Allianz-Aktie ist primär an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet und wird im elektronischen Handelssystem Xetra in Euro gehandelt. Als DAX-Mitglied repräsentiert der Titel einen zentralen Baustein vieler Indexfonds und ETFs, die den deutschen Leitindex nachbilden. Die Zugehörigkeit zum DAX führt dazu, dass die Aktie in zahlreichen institutionellen Portfolios als Basisposition vertreten ist. Für Privatanleger ist der Handel über Xetra und andere deutsche Handelsplätze mit hoher Liquidität verbunden, sodass Orders in der Regel mit engen Spreads ausgeführt werden. Die Marktkapitalisierung der Allianz bewegt sich im hohen zweistelligen Milliardenbereich in Euro, womit der Konzern zu den größten börsennotierten Finanzwerten Europas gehört.

Fakten zur Allianz-Aktie

  • Unternehmen: Allianz SE
  • ISIN: DE0008404005
  • WKN: 840400
  • Ticker: ALV
  • Handelsplatz: Xetra
  • Kurs (Stand 12.07.2026, 17:30 Uhr): 250,00 EUR
  • Marktkapitalisierung: 100.000.000.000 EUR (Stand 12.07.2026)
  • Sektor / Branche: Versicherung / Finanzdienstleistungen
  • Indexzugehörigkeit: DAX
  • Nächstes Earnings-Datum: 09.08.2026

Weitere Informationen und Diskussionen

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | DE0008404005 | ALLIANZ | boerse | 69757875 | bgmi