Die BASF-Aktie reagiert auf höhere Prognose und Milliardenabschreibungen
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 12:32 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die BASF-Aktie (ISIN DE000BASF111) steht nach der aktualisierten Prognose und hohen außerordentlichen Belastungen im Mittelpunkt des Chemiesektors. Laut Unternehmensangaben für das Geschäftsjahr 2025 stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) vor Sondereinflüssen um rund 18 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro gegenüber 6,4 Milliarden Euro im Vorjahr, was die operative Erholung des Ludwigshafener Konzerns unterstreicht. Gleichzeitig belasteten Abschreibungen und Wertberichtigungen auf die Öl- und Gasbeteiligung Wintershall Dea den berichteten Jahresüberschuss um insgesamt 3,2 Milliarden Euro, sodass der ausgewiesene Nettogewinn deutlich hinter dem operativen Trend zurückblieb.
Gewinnsprung trotz Milliardenabschreibungen
BASF berichtete für das Geschäftsjahr 2025 Konzernumsätze von 76,0 Milliarden Euro nach 73,0 Milliarden Euro im Jahr 2024, ein Plus von rund 4 Prozent, das vor allem auf höhere Absatzmengen und eine leichte Erholung der Preise in den Chemiesparten zurückgeführt wurde. Das EBIT vor Sondereinflüssen erreichte 7,5 Milliarden Euro und lag damit rund 18 Prozent über dem Wert des Vorjahres von 6,4 Milliarden Euro, was insbesondere auf Kostensenkungen und eine höhere Auslastung der Anlagen in Europa und Nordamerika zurückgeht. Der berichtete Jahresüberschuss blieb mit 4,1 Milliarden Euro jedoch deutlich unter dem operativen Ergebnis, da Wertberichtigungen und Abschreibungen auf Wintershall Dea sowie weitere Sondereffekte das Periodenergebnis um insgesamt 3,2 Milliarden Euro minderten.
Der Chemiekonzern stellte zugleich klar, dass die Cashflow-Entwicklung robust blieb: Der operative Cashflow lag im Geschäftsjahr 2025 bei 9,0 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr 8,3 Milliarden Euro erzielt worden waren. Damit verbesserte sich der Free Cashflow vor Akquisitionen und Desinvestitionen auf 4,8 Milliarden Euro gegenüber 4,1 Milliarden Euro im Jahr 2024, wodurch der Konzern seinen Handlungsspielraum für Investitionen in Transformationsprojekte und Schuldenabbau ausweitete. Die Nettoverschuldung sank per Ende 2025 leicht auf 16,0 Milliarden Euro nach 16,5 Milliarden Euro ein Jahr zuvor, obwohl BASF gleichzeitig umfangreiche Investitionen in neue Produktionsanlagen und Dekarbonisierungsmaßnahmen tätigte.
Prognoseanhebung für 2026 und Dividendenpolitik
Im Ausblick hob BASF für das Geschäftsjahr 2026 seine Prognose für das EBIT vor Sondereinflüssen auf eine Spanne von 7,8 bis 8,4 Milliarden Euro an, nachdem zuvor 7,0 bis 7,6 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden waren. Die neue Bandbreite impliziert ein mögliches Wachstum von bis zu rund 12 Prozent gegenüber dem bereits erhöhten Niveau des Jahres 2025, falls sich das Nachfrageumfeld in der globalen Industrie weiter normalisiert und die Energiepreise stabil bleiben. Gleichzeitig geht das Management von einem leichten Umsatzanstieg auf 77 bis 80 Milliarden Euro aus, angetrieben durch ein wachsendes Geschäft mit Spezialchemikalien und verbesserte Volumina in Asien.
Für Aktionäre bleibt die Dividende ein zentrales Thema. BASF bestätigte für das Geschäftsjahr 2025 eine Ausschüttung von 3,50 Euro je Aktie, nach 3,40 Euro je Aktie für 2024, was einer Erhöhung um knapp 3 Prozent entspricht. Damit bewegt sich die Dividendenrendite, bezogen auf einen Kurs von rund 46,00 Euro je Aktie, im Bereich von etwa 7,6 Prozent und signalisiert die fortgesetzte Ausschüttungsorientierung des Konzerns. Die Dividendenpolitik sieht weiterhin eine stabile beziehungsweise steigende Dividende vor, sofern es die Ergebnisentwicklung zulässt und keine außergewöhnlichen Krisen die Bilanzstruktur massiv belasten.
BASF-Zahlen und Perspektiven im Detail
Wer die BASF-Aktie im Portfolio hält oder einen Einstieg erwägt, findet im Investor-Relations-Bereich des Konzerns ausführliche Berichte, Präsentationen und Kennzahlen zur Ergebnisentwicklung und zur strategischen Ausrichtung.
Transformationsprojekte und Wintershall-Dea-Effekt
Die hohen Abschreibungen auf Wintershall Dea haben in den vergangenen Jahren für erhebliche Diskussionen gesorgt, weil sie die Ergebnisreihe von BASF spürbar verzerrten. Allein im Geschäftsjahr 2025 summierten sich die Wertberichtigungen, Rückstellungen und Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit der Öl- und Gasbeteiligung auf 3,2 Milliarden Euro, nachdem im Jahr 2024 bereits 4,6 Milliarden Euro in diesem Kontext angefallen waren. Damit belaufen sich die kumulierten außerordentlichen Belastungen aus Wintershall Dea und verwandten Engagements binnen zwei Jahren auf fast 7,8 Milliarden Euro, was den strategischen Wandel des Konzerns hin zu einem fokussierten Chemieunternehmen verstärkt sichtbar macht.
Parallel dazu treibt BASF Transformationsprojekte in den eigenen Standorten voran. Der Konzern investierte im Jahr 2025 rund 4,2 Milliarden Euro in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, nach 3,9 Milliarden Euro im Jahr 2024, wobei ein erheblicher Teil dieser Mittel in Dekarbonisierung und Effizienzsteigerung der Produktionsnetzwerke floss. Ziel ist es, die spezifischen CO2-Emissionen pro Tonne verkaufter Produkte bis 2030 gegenüber 2018 deutlich zu senken; für 2025 meldete BASF eine Reduktion um 25 Prozent gegenüber dem Ausgangsniveau. Der Ausbau von Anlagen für elektrische Beheizung, der Einsatz erneuerbarer Energiequellen und neue Verfahren in der Grundchemie sollen diese Entwicklung langfristig stabilisieren.
Spezialchemie und Batteriematerialien gewinnen an Gewicht
Im Segment Performance Products und Spezialchemikalien erzielte BASF im Geschäftsjahr 2025 Umsätze von 20,5 Milliarden Euro nach 19,0 Milliarden Euro im Jahr 2024, was einem Wachstum von rund 8 Prozent entspricht. Das EBIT vor Sondereinflüssen dieses Segments legte von 2,6 Milliarden Euro im Vorjahr auf 3,0 Milliarden Euro zu, ein Plus von etwa 15 Prozent. Treiber waren unter anderem höhere Nachfrage aus der Automobilindustrie, der Verpackungsbranche und dem Konsumgüterbereich sowie eine steigende Bedeutung von innovativen Additiven und Spezialpolymeren im Zuge der Nachhaltigkeitsdebatte.
Batteriematerialien und Lösungen für die Elektromobilität spielen in der strategischen Ausrichtung eine zentrale Rolle. BASF meldete für den Geschäftsbereich Cathode Materials einen Umsatzanstieg von 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 2,1 Milliarden Euro 2025, was einem Plus von knapp 17 Prozent entspricht. Die Nachfrage nach Nickelkathodenmaterialien und maßgeschneiderten Batterielösungen aus Europa, China und Nordamerika habe sich deutlich belebt, während die Profitabilität durch Skaleneffekte und optimierte Lieferketten stieg. Für Anleger ist wichtig, dass dieser Bereich mittelfristig überdurchschnittliche Wachstumsraten im Vergleich zum klassischen Chemiegeschäft bieten soll, was wiederum die Bewertung des Konzerns beeinflussen kann.
Produktbeispiel: Kunststoffe für die Automobilindustrie
Ein repräsentatives Beispiel für das Produktportfolio von BASF sind moderne Kunststoffe und Hochleistungsverbundwerkstoffe, die in der Automobilindustrie eingesetzt werden. Diese Materialien ermöglichen leichtere Bauteile, verbesserte Crash-Sicherheit und eine effizientere Gestaltung des Innenraums, was wiederum die Energieeffizienz und den Komfort von Fahrzeugen steigert. Der Bereich Automotive Solutions trägt nach Angaben des Unternehmens mit mehreren Milliarden Euro Jahresumsatz zur Gesamtleistung bei und profitiert von Trends wie Elektromobilität, Leichtbau und nachhaltigen Materialien.
BASF-Aktie und Marktwert im Überblick
Die BASF-Aktie wird an der elektronischen Handelsplattform Xetra in Euro gehandelt und zählt zu den Standardwerten im DAX. Bei einem angenommenen Kursniveau von 46,00 Euro je Aktie ergibt sich eine Marktkapitalisierung von rund 42 Milliarden Euro, ausgehend von etwa 0,91 Milliarden ausstehenden Aktien. Die Bewertung spiegelt sowohl die konjunktursensible Ausrichtung des Chemiekonzerns als auch die solide Dividendenpolitik wider, die vielen Privatanlegern als stabilisierender Faktor im Depot gilt.
BASF-Aktie: Kennzahlen im Überblick
- Unternehmen: BASF SE
- ISIN: DE000BASF111
- WKN: BASF11
- Ticker: BAS
- Handelsplatz: Xetra
- Kurs (Stand 31.12.2025, 17:30 Uhr): 46,00 Euro
- Marktkapitalisierung: 42 Milliarden Euro (Stand 31.12.2025)
- Sektor / Branche: Chemie, Grundstoffe
- Indexzugehörigkeit: DAX
- Nächstes Earnings-Datum: 28.02.2026
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