Close Brothers, GB0007668071

Die Close-Brothers-Aktie zeigt sich stabil nach soliden Jahreszahlen

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 12:25 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die Close-Brothers-Aktie steht nach soliden Ergebnissen des Geschäftsjahres 2023 und einer unveränderten Dividendenpolitik im Fokus defensiver Finanzwerte. Der britische Spezialfinanzierer verbindet stabiles Kreditgeschäft mit Vermögensverwaltung und Leasing.

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Flatlay mit Aktienzertifikat und ISIN-Karte GB0007668071 illustriert Investment in Close Brothers Group plc, britische Finanzbranche, Illustration mit AI erstellt.

Der britische Finanzdienstleister Close Brothers Group plc (ISIN GB0007668071) hat im Geschäftsjahr 2023 solide, wenn auch vom anspruchsvollen Umfeld gebremste Zahlen vorgelegt und damit die Basis für eine stabile Entwicklung der Close-Brothers-Aktie gelegt. Laut Unternehmensangaben erzielte Close Brothers im Geschäftsjahr, das am 31.07.2023 endete, einen adjustierten Gewinn vor Steuern von rund 201 Mio. GBP, nachdem im Vorjahr rund 274 Mio. GBP erreicht worden waren. Damit lag das Ergebnis um etwa 27 Prozent unter dem Vorjahreswert, was die Belastung durch höhere Finanzierungskosten und Wertberichtigungen im Kreditgeschäft widerspiegelt.

Ergebnisse 2023 und Vergleich zum Vorjahr

Im Kreditsegment, das bei Close Brothers traditionell den größten Ergebnisbeitrag liefert, war das Geschäftsjahr 2023 von einem moderaten Rückgang geprägt. Die Gruppe wies für das Jahr bis 31.07.2023 einen Nettogewinn (Profit attributable to shareholders) im Bereich von rund 150 Mio. GBP aus, während im Geschäftsjahr 2022 noch mehr als 200 Mio. GBP verdient wurden. Damit bestätigte sich der Trend eines rückläufigen Gewinns im zweistelligen Prozentbereich, der vor allem auf gestiegene Risikovorsorge und Kosten im Funding zurückgeführt wurde.

Beim Kreditvolumen blieb Close Brothers dennoch auf einem insgesamt robusten Niveau. Das Kundenkreditportfolio lag per 31.07.2023 bei deutlich über 8 Mrd. GBP und damit nur leicht unter dem Wert des Vorjahres, sodass die operative Basis des Geschäfts weitgehend erhalten blieb. Der Zinsüberschuss, also der Saldo aus Einnahmen und Aufwendungen aus Zinserträgen, bewegte sich im Geschäftsjahr 2023 im Bereich von deutlich über 500 Mio. GBP und lag damit nahe am Niveau des Vorjahres, was die Ertragskraft des Kerngeschäfts unterstreicht.

Dividende als Stabilitätsanker

Ein zentrales Signal für Anleger ist die Dividendenpolitik von Close Brothers. Für das Geschäftsjahr 2023 schlug der Vorstand eine Gesamtdividende von rund 66 Pence je Aktie vor, nachdem im Vorjahr eine Ausschüttung auf vergleichbarem Niveau beschlossen worden war. Damit hält das Unternehmen an einer kontinuierlichen Ausschüttungspolitik fest, auch wenn der Gewinn zurückging. Die Dividendenrendite bewegt sich, bezogen auf den Kurs der Close-Brothers-Aktie im Herbst 2023, im mittleren einstelligen Prozentbereich und unterstreicht den defensiven Charakter des Titels.

Die ratio von Dividende zu Gewinn je Aktie bleibt trotz des Ergebnisrückgangs im vertretbaren Rahmen. Im Geschäftsjahr 2023 lag das Ergebnis je Aktie im Bereich von etwa 100 Pence, während im Vorjahr ein deutlich höherer Wert erzielt wurde. Damit ergibt sich eine Ausschüttungsquote im Bereich zwischen 60 und 70 Prozent, was auf eine ausgewogene Balance zwischen Ausschüttung und Kapitalstärkung hinweist.

Kapitalausstattung und regulatorische Kennzahlen

Für einen Finanzdienstleister wie Close Brothers ist die Kapitalausstattung entscheidend. Die Gruppe meldete für das Geschäftsjahr 2023 eine Common-Equity-Tier-1-Quote (CET1) von über 14 Prozent, nachdem der Wert im Vorjahr im Bereich von rund 15 Prozent gelegen hatte. Damit bleibt Close Brothers deutlich oberhalb der regulatorischen Mindestanforderungen, auch wenn sich ein leichter Rückgang der Kapitalquote im Jahresvergleich zeigt. Die harte Kernkapitalquote ist ein wichtiges Sicherheitsnetz für das Kreditportfolio und schützt gegen mögliche Ausfälle.

Die Leverage-Ratio, also das Verhältnis von Kernkapital zur Bilanzsumme, bewegte sich zum Bilanzstichtag 31.07.2023 im Bereich von deutlich über 9 Prozent und zeigt damit, dass Close Brothers konservativ finanziert ist. Im Vergleich zu vielen größeren internationalen Banken, deren Leverage-Ratio häufig im Bereich von 4 bis 5 Prozent liegt, wirkt die Bilanzstruktur des Spezialfinanzierers eher vorsichtig, was insbesondere defensiven Anlegern entgegenkommt.

Kursniveau und Marktkapitalisierung

Für Anleger ist neben den operativen Kennzahlen der Marktwert der Close-Brothers-Aktie entscheidend. Die Aktie ist an der London Stock Exchange mit dem Kürzel CBG notiert und notierte im vierten Quartal 2023 zeitweise im Bereich von rund 7,00 GBP, nachdem sie im Verlauf des Jahres deutlich von über 10,00 GBP zurückgefallen war. Damit lag der Kurs etwa 30 Prozent unter den Höchstständen des Jahres 2022 und spiegelte die Belastung durch das veränderte Zins- und Kostenumfeld wider.

Auf Basis eines Aktienkurses im Bereich um 7,00 GBP ergab sich für Close Brothers im Herbst 2023 eine Marktkapitalisierung von deutlich über 1 Mrd. GBP. Damit gehört der Konzern zu den mittelgroßen Finanzwerten am britischen Markt, die vor allem von institutionellen Investoren und einkommensorientierten Privatanlegern verfolgt werden. Im historischen Vergleich notiert die Close-Brothers-Aktie damit unter den langjährigen Höchstständen, bewegt sich aber über den Tiefstständen der Finanzkrise, sodass ein gewisser Sicherheitsabschlag im Kurs enthalten ist.

Ertragsstruktur im Kreditgeschäft

Die wichtigste Ertragsquelle von Close Brothers ist das Kredit- und Finanzierungssegment, das verschiedene Spezialbereiche umfasst. Dazu zählen unter anderem Asset Finance, also die Finanzierung von Maschinen und Fahrzeugen, sowie das segmentale Angebot für kleinere und mittlere Unternehmen. Im Geschäftsjahr 2023 generierte dieses Kreditgeschäft einen Großteil des Zinsüberschusses der Gruppe, mit einem Anteil von deutlich über 70 Prozent an den gesamten Erträgen.

Die Nettozinsmarge, also der prozentuale Unterschied zwischen Kundenkonditionen und Refinanzierungskosten, lag im Kreditgeschäft von Close Brothers 2023 im mittleren einstelligen Prozentbereich und damit weiterhin komfortabel über den Margen großer Universalbanken. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Marge jedoch leicht zurück, was auf den stärkeren Wettbewerb und die höheren Fundingkosten zurückzuführen ist. Für Anleger ist wichtig, dass Close Brothers seine Preispolitik anpasst, um die Profitabilität zu stabilisieren, ohne die Kreditqualität zu gefährden.

Vermögensverwaltung und Asset Management

Neben dem Kreditgeschäft betreibt Close Brothers eine Vermögensverwaltungssparte, die Portfolios für private und institutionelle Kunden managt. Das verwaltete Vermögen (Assets under Management) lag per 31.07.2023 im Bereich von mehreren Milliarden GBP und zeigte im Jahresvergleich eine moderate Veränderung, bedingt durch Marktbewegungen und Nettozuflüsse. Die Gebühreneinnahmen aus diesem Geschäft tragen einen stabilen, wiederkehrenden Anteil zum Konzernumsatz bei, sind aber größenmäßig kleiner als die Zins- und Kreditaktivitäten.

Die Margen im Vermögensverwaltungsgeschäft hängen stark von den Kapitalmarktrenditen und der Kundenaktivität ab. Im Geschäftsjahr 2023 lag die Fee-Marge, also das Verhältnis der laufenden Gebühren zum verwalteten Vermögen, im unteren einstelligen Prozentbereich und war damit im Rahmen der Branche. Für die Gesamtbewertung der Close-Brothers-Aktie spielt dieses Segment eine Rolle als Diversifikationsfaktor, der die Abhängigkeit vom Zinsgeschäft reduziert, ohne dieses zu ersetzen.

Leasing und Fahrzeugfinanzierung

Ein weiterer Geschäftsbereich von Close Brothers ist die Finanzierung und das Leasing von Fahrzeugen, insbesondere im britischen Markt. Hier bietet der Konzern Lösungen für Händler und Endkunden an, die Fahrzeuge über Kredite oder Leasingverträge finanzieren. Der Vertragsbestand in diesem Segment lag im Geschäftsjahr 2023 im unteren einstelligen Milliardenbereich und trug ebenfalls signifikant zum Zinsüberschuss bei.

Die Ausfallquoten in der Fahrzeugfinanzierung blieben 2023 im moderaten Bereich, lagen aber leicht über den Werten früherer Jahre, was den generellen Trend steigender Kreditrisiken in einem Umfeld höherer Lebenshaltungskosten widerspiegelt. Dennoch gelang es Close Brothers, die Risikovorsorge im Rahmen zu halten und keine dramatischen Sprünge in der Kreditausfallrate zu verzeichnen. Für die Bewertung der Close-Brothers-Aktie ist damit entscheidend, dass der Konzern seine Kreditstandards beibehält und gegebenenfalls anpasst, um die Qualität des Portfolios zu sichern.

Regulatorisches Umfeld und Zinslandschaft

Close Brothers operiert in einem Umfeld, das von strenger Regulierung im britischen Finanzsektor geprägt ist. Die Anforderungen an Kapitalquoten, Liquidität und Verbraucher- und Anlegerrechte sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Der Konzern musste seine Prozesse und Produkte entsprechend anpassen, was zusätzliche Kosten verursacht, aber gleichzeitig die Resilienz des Geschäftsmodells erhöht. Die Einhaltung der regulatorischen Kennzahlen, wie der erwähnten CET1-Quote, bleibt ein zentraler Punkt für Anleger.

Die Zinslandschaft im Vereinigten Königreich hat sich seit 2022 deutlich verändert. Die Bank of England hat den Leitzins mehrfach angehoben, was die Refinanzierungskosten für Banken erhöht, aber auch die Erträge aus variabel verzinslichen Krediten steigen lässt. Für Close Brothers ergibt sich daraus ein gemischtes Bild: Einerseits höhere Zinsmargen auf das Kreditbuch, andererseits größere Belastungen durch Fundingkosten und potenziell steigende Zahlungsausfälle. Die Entwicklung der Close-Brothers-Aktie reflektiert diese Balance zwischen Chancen und Risiken im Zinsumfeld.

DACH-Bezug über Finanzsektor-Peers

Für Anleger im deutschsprachigen Raum ist Close Brothers als Spezialfinanzierer mit Fokus auf das Vereinigte Königreich vor allem über den internationalen Finanzsektorvergleich relevant. Vergleichbare Geschäftsmodelle finden sich etwa bei mittelgroßen Banken und Finanzdienstleistern in Deutschland und der Schweiz, die ebenfalls Kreditportfolios mit Vermögensverwaltung kombinieren. Die Bewertungskennziffern der Close-Brothers-Aktie, etwa das Kurs-Gewinn-Verhältnis im Bereich eines mittleren einstelligen bis niedrigen zweistelligen Werts, lassen sich im Sektorvergleich einordnen und geben ein Gefühl für die Marktposition.

Während große DAX-Finanzwerte ein breiteres internationales Geschäft und andere regulatorische Rahmenbedingungen aufweisen, ist Close Brothers stärker auf den britischen Markt konzentriert. Für Anleger in der DACH-Region kann gerade diese Spezialisierung ein Argument für eine Beimischung im Portfolio sein, um geografisch zu diversifizieren. Anlegerorientierte Vergleiche mit europäischen Spezialfinanzierern zeigen, dass Close Brothers trotz Gewinnrückgang im Geschäftsjahr 2023 weiterhin solide Kapitalquoten und eine attraktive Dividendenrendite bietet.

Vertiefen und einordnen

Mehr Hintergründe zur Close-Brothers-Aktie

Weitere Kennzahlen, Berichte und Ad-hoc-Meldungen zur Close-Brothers-Aktie finden sich im Themenbereich zu dieser ISIN sowie auf der Investor-Relations-Seite des Unternehmens.

Beispielprodukt: Finanzierung von Geschäftskunden

Ein repräsentatives Beispiel für das Geschäftsmodell von Close Brothers ist die Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen, etwa im Bereich Maschinen- und Fahrzeugkauf. Die Gesellschaft bietet ihren Geschäftskunden maßgeschneiderte Kredit- und Leasinglösungen an, bei denen das finanzierte Objekt als Sicherheit dient. Im Segment Asset Finance verwaltet Close Brothers ein Vertragsvolumen im hohen dreistelligen Millionenbereich GBP, das über verschiedene Branchen verteilt ist. Für den Konzern sind diese Produkte wichtig, weil sie langfristige Kundenbeziehungen aufbauen und wiederkehrende Zins- und Gebühreneinnahmen generieren.

Die Close-Brothers-Aktie im Schlussblick

Die Close-Brothers-Aktie spiegelt derzeit ein Umfeld wider, in dem stabile Geschäftsmodelle mit regulatorischer Sicherheit auf einen Markt treffen, der steigende Zinsen und Kreditrisiken einpreist. Mit einem Kursniveau, das im Herbst 2023 deutlich unter den Höchstständen der vergangenen Jahre liegt, einer Marktkapitalisierung von klar über 1 Mrd. GBP und einer Dividendenrendite im mittleren einstelligen Bereich bietet die Aktie ein defensives Profil mit klarer Abhängigkeit vom britischen Kreditzyklus. Für Anleger sind vor allem die weitere Entwicklung des adjustierten Gewinns vor Steuern, die Kapitalquoten und die Stabilität des Kreditportfolios entscheidend, wenn sie die Perspektiven der Close-Brothers-Aktie im Finanzsektor einordnen.

Close Brothers auf einen Blick

  • Unternehmen: Close Brothers Group plc
  • ISIN: GB0007668071
  • Ticker: CBG
  • Handelsplatz: London Stock Exchange
  • Kurs (Stand Herbst 2023): rund 7,00 GBP
  • Marktkapitalisierung: deutlich über 1 Mrd. GBP (Stand Herbst 2023)
  • Sektor / Branche: Finanzdienstleister, Spezialfinanzierer
  • Indexzugehörigkeit: britische Mid-Cap-Indizes
  • Nächstes Earnings-Datum: turnusgemäß nach Geschäftsjahresende 31.07.

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