GeschÀftserwartungen in der Chemie brechen ein
28.05.2026 - 10:47:15 | dpa.deDie vom Ifo-Institut monatlich abgefragten GeschÀftserwartungen sind im Mai auf den tiefsten Wert seit Oktober 2022 abgesackt. Mit minus 42,0 Punkten liegen sie nun noch einmal gut 10 Punkte tiefer als im April. Immerhin die aktuelle Lage schÀtzten die Unternehmen mit minus 17,5 um gut 8 Punkte besser ein als vor einem Monat.
Hintergrund ist eine im April begonnene Sonderkonjunktur wegen des Iran-Kriegs. Teile der Branche profitierten von höherer Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen infolge gestörter globaler Lieferketten, heiĂt es vom Ifo. Expertin Anna Wolf schrĂ€nkt allerdings ein: "Die Unternehmen schĂ€tzen die aktuelle Belebung im laufenden GeschĂ€ft als vorĂŒbergehend ein."
Atempause durch den Iran-Krieg
Die Chemieindustrie mit einem Umsatz von rund 220 Milliarden Euro 2025 steckt seit Jahren in der Krise: Der drittgröĂten deutschen Industriebranche nach dem Auto- und Maschinenbau setzen teure Energie, Wettbewerb mit Asien, die schwache Konjunktur und ĂberkapazitĂ€ten bei Basischemikalien zu.
Der Iran-Krieg hat der Chemieindustrie aber eine Atempause verschafft. Denn die Konkurrenz aus Asien, die die Branche mit niedrigen Preisen unter Druck setzt, ist von dem Konflikt stÀrker betroffen und mehr von Rohstofflieferungen aus dem Nahen Osten abhÀngig als europÀische Chemieunternehmen. Konzerne wie BASF DE000BASF111 konnten deutliche Preiserhöhungen durchsetzen. Zudem bescherte die Sorge vor LieferengpÀssen heimischen Chemiefirmen eine Sonderkonjunktur, Kunden tÀtigten HamsterkÀufe.
Trotzdem planten die Unternehmen mit einer geringeren Produktion und einem weiteren Personalabbau, schreibt das Ifo. Auch die Exporterwartungen hĂ€tten sich deutlich verschlechtert. "Die vorĂŒbergehende Sonderkonjunktur verschafft der Branche kurzfristig Luft, die strukturellen Kernprobleme der Branche bleiben jedoch ungelöst", so Wolf.
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