Gönner: Industrie verliert monatlich 15.000 ArbeitsplÀtze
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 12:03 Uhr | dpa.de"Die Lage der Industrie ist kritisch", sagte die HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Tanja Gönner, in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.
Gleichwohl betonte sie, die schleichende Deindustrialisierung in Deutschland könne gestoppt werden. "Ich bin ĂŒberzeugt: Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, haben wir wieder alle Chancen. Innovation steht bei vielen Unternehmen lĂ€ngst ganz oben auf der Agenda."
Die Industrie habe sich immer gewandelt und stehe nun mit KI vor einer neuen industriellen Revolution. "Gerade in der industriellen Produktion haben wir alle Chancen", betonte Gönner. "Dort entstehen Daten, Prozesse und Anwendungskompetenz, die groĂe Tech-Konzerne nicht haben - und genau deshalb wollen sie Zugang dazu."
Rahmenbedingungen seien entscheidend
Entscheidend seien Rahmenbedingungen, die Investitionen in die Transformation ermöglichen. "Deutschland hat an WettbewerbsfĂ€higkeit verloren", sagte die frĂŒhere CDU-Politikerin. Bei jeder politischen Entscheidung in Deutschland und Europa mĂŒsse man deshalb fragen: "Zahlt sie auf WettbewerbsfĂ€higkeit ein? Hilft sie Unternehmen, wieder wettbewerbsfĂ€higer zu werden?"
Gönner verwies auch auf die schwierigen internationalen Bedingungen. Die Zollpolitik der USA und Chinas Marktverzerrungen hĂ€tten den Wettbewerb verschĂ€rft. Und das sei zu einem Zeitpunkt passiert, "in dem wir eigentlich ins Fitnessstudio mĂŒssten, um die Polster der vergangenen Jahre abzutrainieren", meinte die Verbandschefin. Genau diese Kombination setze den Standort besonders unter Druck.
Der BDI versteht sich als Vertretung von rund 100.000 groĂen, mittleren und kleineren Unternehmen, die zusammen mehr als acht Millionen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen beschĂ€ftigen.
