Deutsche Pfandbriefbank kommt bei Sanierung voran - Aktie gewinnt
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 12:22 Uhr | dpa.deDer Abbau der Gewerbeimmobilien-Kredite aus den Vereinigten Staaten komme schneller voran als gedacht, erklĂ€rte Vorstandschef Kay Wolf am Donnerstag bei der Vorlage der Quartalsbilanz in Garching bei MĂŒnchen. Doch die schwankenden Zinsen hielten manche Investoren von neuen Deals in Europa ab. Trotzdem sieht Wolf die Pfandbriefbank auf dem Weg zu ihren Zielen fĂŒr 2026 und darĂŒber hinaus. An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an.
Die Aktie der Pfandbriefbank gewann bis zum spĂ€ten Vormittag mehr als zwei Prozent auf 3,596 Euro und gehörte damit zu den stĂ€rkeren Titeln im Kleinwerte-Index SDax DE0009653386. Im Vergleich zum Jahreswechsel steht damit aber immer noch ein Kursverlust von rund 15 Prozent zu Buche. In den vergangenen drei Jahren hat die Bank rund die HĂ€lfte ihres Börsenwerts eingebĂŒĂt.
Wolf hatte die FĂŒhrung des Instituts Anfang 2024 von dem langjĂ€hrigen Vorstandschef Andreas Arndt ĂŒbernommen. Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich schon ab, dass die Bank in den USA mit herben KreditausfĂ€llen zu kĂ€mpfen hatte. Arndt stellte das US-GeschĂ€ft auf den PrĂŒfstand und entschied sich schlieĂlich, das Institut ganz auf Europa auszurichten. Die Abschreibungen auf die Altlasten brockten der Pfandbriefbank im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 284 Millionen Euro ein.
Jetzt aber komme die Trennung von den Altkrediten voran, sagte Wolf. Von etwa 900 Millionen Euro seien die US-KreditbestĂ€nde zur Jahresmitte auf rund 500 Millionen geschrumpft. Das Ziel, den Bestand bis Ende des Jahres auf 400 Millionen zu senken, werde daher voraussichtlich frĂŒher erreicht.
Weil auch das NeugeschĂ€ft anzieht, zeigte sich Wolf zuversichtlich, in diesem Jahr wie geplant einen Vorsteuergewinn von 30 bis 40 Millionen Euro zu erzielen. Die Zuversicht gelte auch fĂŒr das Renditeziel, das er im Februar um ein Jahr auf 2028 verschoben hatte. Im ersten Halbjahr waren es 16 Millionen Euro.
Bis dahin sollen die ErtrÀge der Bank um rund die HÀlfte auf etwa 600 Millionen Euro steigen. Die Rendite auf das materielle Eigenkapital der Bank soll dann acht Prozent erreichen. Im vergangenen Jahr hatte sie wegen des hohen Verlusts bei minus 10,6 Prozent gelegen.
Im zweiten Quartal verdiente der Gewerbeimmobilien-Finanzierer vor Steuern und unter dem Strich 10 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte die Bank einen Nettoverlust von 266 Millionen verbucht, weil der Abschied aus dem verlustreichen GeschĂ€ft in den USA mit hohen Abschreibungen auf Immobilienkredite einherging. Im zweiten Quartal schlug sich der Wegfall des US-GeschĂ€fts erneut in den Zinseinnahmen nieder: Der ZinsĂŒberschuss schrumpfte im Jahresvergleich von 104 auf 81 Millionen Euro. Allerdings fielen keine weiteren Risikokosten in den USA an. So legte die Bank insgesamt elf Millionen Euro fĂŒr drohende KreditausfĂ€lle zurĂŒck.
"Die GeschÀftsentwicklung in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres zeigt, dass die Transformation der Bank auf einem guten Weg ist", sagte Wolf. "Unser NeugeschÀft wÀchst weiter deutlich und profitabel."
Im ersten Halbjahr summierte sich das NeugeschÀft in der Gewerbeimmobilien-Finanzierung auf 3,1 Milliarden Euro, 18 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im Gesamtjahr sollen es weiterhin 7,5 bis 8,5 Milliarden Euro werden, und die operativen ErtrÀge sollen 375 bis 425 Millionen Euro erreichen.
Der Aufschwung dĂŒrfte indes nicht linear verlaufen - auch wegen der schwankenden Zinsen. Wolf berichtete aus GesprĂ€chen mit Kunden, die geplante Projekte möglicherweise verschieben wollen. "Der weitere Verlauf bleibt auch fĂŒr den Gewerbeimmobilienmarkt daher schwer zu prognostizieren", sagte Wolf.
Der Manager möchte die Bank weg vom Schwerpunkt BĂŒroimmobilien stĂ€rker auf die Finanzierung von Rechenzentren, Studentenwohnungen und Seniorenheimen ausrichten. Allerdings geht die Bank das GeschĂ€ft mit Rechenzentren bisher nur vorsichtig an, wie Wolf auf Nachfrage einrĂ€umte.
