Die Drägerwerk-Aktie legt nach soliden Zahlen leicht zu
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 13:57 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Der Medizintechnik- und Sicherheitsspezialist Drägerwerk (ISIN DE0005550636) hat im Geschäftsjahr 2024 nach vorläufigen Zahlen seinen Umsatz auf rund 3,0 Mrd. Euro gesteigert, nachdem im Jahr 2023 etwa 2,8 Mrd. Euro erreicht worden waren. Diese Zunahme um grob 7 Prozent zeigt, dass der Konzern nach der Pandemiephase wieder auf einen moderaten Wachstumspfad zurückgekehrt ist. Laut den zuletzt veröffentlichten Unternehmensangaben für das Geschäftsjahr 2024 blieb die Profitabilität trotz inflationsbedingt höherer Kosten im Rahmen der eigenen Erwartungen.
Umsatz- und Ergebnisentwicklung als Anker
Für das Geschäftsjahr 2023 hatte Drägerwerk einen Umsatz von rund 2,8 Mrd. Euro ausgewiesen, während der Wert im Jahr 2022 noch näher bei 2,7 Mrd. Euro gelegen hatte. Ausgehend von diesen Zahlen ergibt sich über zwei Jahre ein Zuwachs von ungefähr 300 Mio. Euro, was einem mittleren einstelligen Prozentwachstum entspricht und den Übergang von der Sondernachfrage in der Pandemie zu einem mehr normalisierten Geschäftsverlauf markiert. Auf der Ergebnisseite meldete Drägerwerk für 2023 einen operativen Gewinn (EBIT) im niedrigen dreistelligen Millionenbereich, nachdem 2022 das EBIT deutlich geringer ausfiel; damit gelang eine deutliche Verbesserung der Profitabilität gegenüber dem Vorjahr. Die EBIT-Marge konnte im Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zu 2022 um mehrere Prozentpunkte ausgebaut werden, was die Wirkung von Effizienzmaßnahmen und Preisanpassungen unterstreicht.
Im laufenden Geschäftsjahr 2024 knüpft Drägerwerk nach eigenen Angaben an diese Entwicklung an. Die Gesellschaft nennt für 2024 eine anvisierte Umsatzspanne von grob 2,9 bis 3,1 Mrd. Euro und damit eine Bandbreite, die über dem Niveau von 2023 liegt. Zugleich strebt das Unternehmen eine EBIT-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich an. Für Anleger ist insbesondere relevant, dass sich der Umsatzanstieg zwischen 2023 und 2024 nicht nur aus Preis-, sondern auch aus Volumeneffekten speist, etwa durch eine höhere Nachfrage nach Medizintechnik für Intensivstationen sowie nach Sicherheitslösungen für die Industrie.
Segmententwicklung Medizintechnik und Sicherheit
Drägerwerk berichtet traditionell getrennt über die Bereiche Medizin und Sicherheit. Im Geschäftsjahr 2023 entfiel ein deutlich größerer Anteil des Umsatzes mit rund zwei Dritteln auf die Medizintechnik, also Produkte wie Beatmungsgeräte, Anästhesiearbeitsplätze und Patientenmonitoring-Systeme, während das Sicherheitssegment etwa ein Drittel zum Gesamtumsatz beitrug. Die Medizintechnik-Sparte konnte ihren Umsatz 2023 im Vergleich zu 2022 um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigern, was maßgeblich auf eine robuste Nachfrage von Krankenhäusern in Europa und ausgewählten Wachstumsregionen zurückging. Das Sicherheitssegment wuchs ebenfalls, wenn auch etwas langsamer, und profitierte von Projekten in der Prozessindustrie sowie im Bereich Feuerwehr- und Atemschutztechnik.
Im Jahr 2024 setzt Drägerwerk nach eigenen Aussagen verstärkt auf Lösungen, die die Effizienz und Patientensicherheit im Krankenhaus verbessern. Dazu gehören vernetzte Systemlösungen im OP- und Intensivbereich, mit denen sich Behandlungsdaten in Echtzeit auswerten lassen. Parallel arbeitet der Konzern im Sicherheitsbereich an digitalen Plattformen für Gasdetektion und Flottenmanagement seiner tragbaren Sicherheitsgeräte. Diese Ausrichtung unterstützt das Ziel, mittelfristig nicht nur über die Stückzahl, sondern auch über service- und softwarebasierte Erlöse zu wachsen.
Schwerpunkt Margen und Kostenstruktur
Die Profitabilität stand nach dem Nachfrageeinbruch in der zweiten Hälfte der Pandemie und den darauf folgenden Kostensteigerungen im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie. Laut den letzten verfügbaren Geschäftszahlen hat Drägerwerk seine Bruttomarge über 2023 hinweg moderat stabilisiert, obwohl die Beschaffung von Elektronikkomponenten und Rohmaterialien zwischenzeitlich teurer geworden ist. Entscheidend waren hier Effizienzprogramme in Produktion und Logistik sowie eine stärkere Standardisierung von Baugruppen und Plattformen. Zudem setzte der Konzern ausgewählte Preisanpassungen durch, ohne die Wettbewerbsfähigkeit im Kernsegment der Beatmungstechnik zu verlieren.
Im Geschäftsjahr 2023 gelang es Drägerwerk, die Vertriebs- und Verwaltungskosten im Verhältnis zum Umsatz leicht zu senken. Dies trug dazu bei, dass das EBIT stärker ausfiel als im Jahr 2022. Für 2024 nimmt sich das Unternehmen vor, diese Disziplin weiterzuführen und die Kostenbasis nur dort zu erhöhen, wo dies direkt mit Wachstumsprojekten verbunden ist, etwa im Ausbau digitaler Services oder in der Erschließung neuer Märkte. Die zentrale Herausforderung bleibt, die Margen zu verbessern, ohne die für Krankenhäuser und Industriekunden wichtigen Service-Level zu beeinträchtigen.
Kennzahlen und Investor-Relations-Material zu Drägerwerk
Wer tiefer in die Geschäftsentwicklung von Drägerwerk einsteigen möchte, findet im Unternehmensprofil und in den Investor-Relations-Unterlagen detaillierte Angaben zu Umsatz, Ergebnis, Dividendenpolitik und Segmentstrategie.
Produktbeispiel aus der Medizintechnik
Ein repräsentatives Beispiel für das Angebot im Medizinsegment von Drägerwerk sind moderne Intensivbeatmungsgeräte, wie sie in zahlreichen Kliniken weltweit im Einsatz sind. Diese Systeme ermöglichen eine fein abgestimmte, patientenorientierte Beatmung und werden häufig zusammen mit Monitoring- und Softwarelösungen angeboten, um die Behandlung transparenter und sicherer zu machen. Der Umsatzanteil solcher Beatmungs- und Anästhesiegeräte am Medizintechniksegment liegt seit Jahren deutlich im zweistelligen Prozentbereich und bildet damit einen wesentlichen Ertragsbaustein für den Konzern.
Drägerwerk-Aktie und Markteinordnung
Die Drägerwerk-Aktie ist als deutscher Wert mit der ISIN DE0005550636 an heimischen Börsenplätzen handelbar und wird häufig im Umfeld der deutschen Nebenwerte betrachtet. Für Anleger ist neben der Kursentwicklung vor allem die Fähigkeit des Unternehmens entscheidend, aus seinem starken Stand in der Medizintechnik und Sicherheit nachhaltige Cashflows zu generieren und gleichzeitig in Zukunftsfelder wie Digitalisierung und vernetzte Systeme zu investieren. Die bisherige Umsatzsteigerung von rund 2,7 Mrd. Euro im Jahr 2022 auf etwa 3,0 Mrd. Euro im Jahr 2024 illustriert, dass Drägerwerk über eine robuste Kundenbasis verfügt und auf mittlere Sicht wichtiges Wachstumspotenzial besitzt, auch wenn einzelne Quartale durch Investitionszyklen der Krankenhäuser und der Industrie beeinflusst werden können.
Drägerwerk-Aktie im Überblick
- Unternehmen: Drägerwerk AG & Co. KGaA
- ISIN: DE0005550636
- WKN: 555063
- Ticker: DRW3
- Handelsplatz: Xetra
- Kurs (Stand 21.07.2026, 09:30 Uhr): 43,50 EUR
- Marktkapitalisierung: 0,60 Mrd. EUR (Stand 21.07.2026)
- Sektor / Branche: Medizintechnik und Sicherheit
- Indexzugehörigkeit: SDAX
- Nächstes Earnings-Datum: 06.02.2027
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