Aktien Frankfurt: KrÀftige Erholung nach Waffenruhe im Iran-Krieg
08.04.2026 - 15:13:00 | dpa.deMehrere Börsianer sprachen von einem "Geschenk von Pakistan". Der Nachbar des Iran hatte eine sofortige Waffenruhe vermittelt.
Daraufhin sackten die Ălpreise prozentual zweistellig ab. Sie sind derzeit der wichtigste Gradmesser fĂŒr die Inflations- und Konjunktursorgen. Der Preis fĂŒr ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni fiel zuletzt unter 92 US-Dollar und damit auf das tiefste Niveau seit Mitte MĂ€rz.
Wichtig fĂŒr die globalen MĂ€rkte ist vor allem, dass der Iran die StraĂe von Hormus nun wieder fĂŒr den Schiffsverkehr öffnen will. Die Meerenge ist einer der global wichtigsten Transportwege - nicht nur fĂŒr Rohöl und Gas. Ihre Ăffnung war die Bedingung der USA fĂŒr eine Feuerpause.
Hierzulande schnellte der Dax DE0008469008 um 5,3 Prozent auf 24.128 Punkte in die Höhe. Gemessen am bisherigen Jahrestief Ende MÀrz bei knapp 21.864 Punkten hat der deutsche Leitindex damit rund zwei Drittel seines Kursrutsches im Zuge des Iran-Kriegs wieder wettgemacht.
Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroĂen deutschen Werten zog um 6,1 Prozent auf 30.484 ZĂ€hler an. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx EU0009658145 stieg um 5,3 Prozent.
In Asien ging es am stĂ€rksten an solchen Börsen nach oben, die zuvor am meisten unter dem Ălpreisanstieg gelitten hatten. So gehörten die Leitindizes in Japan JP9010C00002 XC0009692440 und SĂŒdkorea mit Gewinnen von gut fĂŒnf und fast sieben Prozent zu den Spitzenreitern. Die US-Börsen dĂŒrften mit deutlichen AufschlĂ€gen in den Handel starten.
"An den FinanzmĂ€rkten ist Aufatmen angesagt", schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Mit dem Waffenstillstand bleibe vorerst eine weitere Eskalation aus. Vor allem die deutlich gefallenen Ălpreise lassen dem Experten zufolge Hoffnungen keimen, dass der Anstieg der Inflationsraten eine kurze Episode bleiben wird. Die Notenbanken könnten im Falle einer nachhaltigen Entspannung der Ălpreise auch von bereits befĂŒrchteten Zinsanhebungen absehen.
Marktstratege Matthew Ryan vom britischen Fintech-Unternehmen Ebury ergĂ€nzte: "Der Fokus richtet sich nun auf die bevorstehenden, entscheidenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran." Die zentrale Frage werde sein, ob diese zu einem dauerhaften Frieden fĂŒhren oder ob der Waffenstillstand nur einen Aufschub des Problems darstellt.
Am deutschen Aktienmarkt waren die Papiere solcher Unternehmen gefragt, die stark von der Konjunktur abhÀngen. So gewannen im Dax die Titel des Industriekonzerns Siemens DE0007236101, des Chipherstellers Infineon DE0006231004 und des Energietechnikkonzerns Siemens Energy DE000ENER6Y0 zwischen elf und zwölf Prozent.
Im Nebenwerte-Index SDax DE0009653386 hatten die Anteilsscheine des Stahlkonzerns Salzgitter DE0006202005 mit einem Plus von 17 Prozent die Nase vorn. Sie haben gleichwohl ihre Verluste seit Kriegsbeginn Ende Februar noch nicht aufgeholt.
Aktien von Redcare Pharmacy NL0012044747 stiegen im MDax nach der Vorlage von GeschĂ€ftszahlen um gut 14 Prozent. Der Experte Martin Comtesse vom Analysehaus Jefferies sprach von einem insgesamt "konstruktiven Start" ins Jahr fĂŒr die Online-Apotheke./la/jha/
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
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