Gewinn, Mischkonzern

Gewinn von Mischkonzern Freudenberg halbiert sich

30.03.2026 - 17:34:19 | dpa.de

Die Einstellung des GeschĂ€fts mit Brennstoffzellensystemen hat den Gewinn des Mischkonzerns Freudenberg im vergangenen Jahr deutlich gedrĂŒckt.

2025 lag das Konzernergebnis bei 361,9 Millionen Euro - nach 724,8 Millionen Euro ein Jahr zuvor, wie aus dem GeschÀftsbericht des Unternehmens aus Weinheim hervorgeht. Der Umsatz lag bei gut 11,7 Milliarden Euro - und damit leicht unter dem Vorjahreswert. Konsumenten ist Freudenberg vor allem durch die Haushaltsmarke Vileda bekannt.

Freudenberg hatte entschieden, das GeschĂ€ft mit Batteriezellen, -modulen und -systemen sowie das BrennstoffzellensystemgeschĂ€ft nicht fortzufĂŒhren. Die Kosten fĂŒr den Umbau sind einem Sprecher zufolge der Hauptgrund fĂŒr den halbierten Nettogewinn. Das um derartige Sondereffekte bereinigte Vorsteuerergebnis lag bei rund 1,1 Milliarden Euro (minus 3,5 Prozent).

Generell hÀtten 2025 die positiven Effekte durch ZukÀufe und Preiserhöhungen die Belastungen durch Wechselkurseffekte und eine schwÀchere Nachfrage in wichtigen MÀrkten - vor allem im Autosektor - nicht kompensieren können.

Konzernchef: Restrukturierungen gehören dazu

"Wir haben vor mehr als sechs Jahren einen mutigen Schritt gemacht und sind beim Wasserstoff, neben der Herstellung von Komponenten, in die Modul- und Systemintegration eingestiegen", sagte Freudenberg-Chef Claus Möhlenkamp dem "Handelsblatt". Zum Beispiel fĂŒr Kreuzfahrtschiffe habe man komplette Module entwickelt und die Chance gesehen, die Transformation mitzugestalten.

Am Ende hĂ€tten sich alle Faktoren gegen die Wasserstoff-Systemtechnik gedreht: Die Regierung habe sich zurĂŒckgezogen, "große Kunden haben Projekte verschoben oder komplett gestrichen. Die Infrastruktur hat nicht mitgezogen", sagte Möhlenkamp. Diese Faktoren habe man berĂŒcksichtigen mĂŒssen - und das GeschĂ€ft eingestellt. Weiterverfolgen wolle man den Bau von Komponenten fĂŒr die Wasserstofferzeugung: "Solche Restrukturierungen gehören dazu."

Stellenabbau durch Unterlehmessumbau

Ende 2026 beschĂ€ftigte die Gruppe fast 51.000 Menschen in rund 60 LĂ€ndern. Das sind rund 1.100 weniger als ein Jahr zuvor. Der Konzern hat Möhlenkamp zufolge rund 2.000 Stellen abgebaut, vor allem im Zuge des Umbaus. Durch Übernahmen in den Bereichen Medizintechnik und Lebensmittelindustrie seien aber auch 1.000 Stellen hinzugekommen.

Freudenberg wurde 1849 als Gerberei gegrĂŒndet und hat sich seitdem zu einem international tĂ€tigen Technologiekonzern entwickelt. Das Familienunternehmen ist in verschiedenen GeschĂ€ftsbereichen tĂ€tig. Dazu gehören unter anderem Dichtungstechnik, Filtration, technische Textilien und Haushaltsprodukte. Freudenberg liefert seine Produkte beispielsweise an die Autoindustrie, den Maschinenbau, die Medizintechnik und andere Industriezweige.

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