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Frankfurt Schluss: Verschärfte Lage in Nahost beunruhigt Anleger

20.04.2026 - 18:13:19 | dpa.de

Die erneute Schließung der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus hat am Montag für klare Verluste am deutschen Aktienmarkt gesorgt.

Der Dax DE0008469008 gab einen Teil seiner kräftigen Freitagsgewinne wieder ab und schloss 1,15 Prozent tiefer bei 24.417,80 Punkten. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen Werten verlor 1,40 Prozent auf 31.505,32 Zähler. Die Ölpreise stiegen wieder deutlich.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx EU0009658145 ging mit einem Verlust von 1,2 Prozent aus dem Handel. Die Börsen in Zürich und London verbuchten ebenfalls Kursabschläge. In New York zeigte sich der Dow Jones Industrial US2605661048 zum europäischen Börsenschluss weitgehend stabil, während der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 um mehr als ein halbes Prozent nachgab.

Die Situation im Nahen Osten bleibt unverändert schwierig. Nachdem der Iran vor dem Wochenende die Öffnung der Meerenge bis zur restlichen Dauer der Waffenruhe am Mittwoch angekündigt hatte, nahm er dies tags darauf wieder zurück. Für Spannungen sorgt vor allem die Seeblockade der Vereinigten Staaten in der Straße von Hormus. Dort hatte die US-Marine am Sonntag einen iranischen Frachter angegriffen und unter ihre Kontrolle gebracht, woraufhin der Iran weitere Verhandlungen mit den USA zunächst einmal auf Eis gelegt hatte.

Am Nachmittag sagte US-Präsident Donald Trump, dass eine Verlängerung des Waffenstillstandes "sehr unwahrscheinlich" sei. Ferner werde er die Straße von Hormus nicht vor Unterzeichnung eines Deals öffnen. Gleichwohl kündigte er an, dass sich Vizepräsident JD Vance an diesem Montag auf den Weg zu weiteren Verhandlungen nach Pakistan mache.

Mit einem Abbruch der Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien schwinde die Motivation der Anleger für Aktienkäufe, konstatierte Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets. "Die Waffenruhe ist de facto nur auf dem Papier vorhanden und die vielen kleinen Brandherde in der Region und dem Iran lassen sich kaum vollständig kontrollieren und löschen. Die Situation bleibt somit verworren und kaum berechenbar", so Lipkow.

Größte Verlierer waren europaweit wieder einmal Aktien der Reise- und Freizeitbranche, gefolgt von Papieren aus den Branchen Banken und Industriegüter sowie aus dem Autosektor. Die Anteilscheine von Tui DE000TUAG505, Lufthansa DE0008232125 und Fraport DE0005773303 sanken im MDax um jeweils mehr als 3 Prozent.

Deutsche Autoaktien gaben angesichts des Ölpreisanstiegs allesamt nach, wobei die Anteilscheine des Autobauers VW DE0007664039 mit minus 2,4 Prozent am deutlichsten verloren. Zum allgemeinen Druck kamen noch negative Nachrichten und Erwartungen für VW selbst hinzu. So sprach sich Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies dafür aus, den Bau chinesischer Autos in den deutschen VW-Werken zu prüfen, da der Wolfsburger Autohersteller weiterhin mit Entlassungen und Überkapazitäten an seinen Standorten zu kämpfen habe.

Aktien aus der Energiebranche legten unterdessen europaweit wieder zu. Hierzulande gewannen RWE DE0007037129 als Dax-Spitzenreiter 2,6 Prozent, Eon DE000ENAG999 gewannen 0,5 Prozent zu.

SAP DE0007164600 büßten 3,9 Prozent ein und weiteten ihren Jahresverlust auf rund 28 Prozent aus. Die Softwarebranche leidet besonders unter den Sorgen vor einer Verdrängung durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI). SAP-Chef Christian Klein werde zur Zahlenvorlage in dieser Woche wohl insbesondere noch einmal genau erklären müssen, was er mit "kurzfristigen Schmerzen" hinsichtlich der weiteren Aussichten des Unternehmens gemeint habe, bemerkte JPMorgan-Analyst Toby Ogg.

Wacker Chemie DE000WCH8881 stiegen nach angehobenen Jahresumsatzzielen im MDax um 2,0 Prozent. Infolge des Iran-Kriegs verdiente der Spezialchemiekonzern im ersten Quartal vorläufigen Zahlen zufolge operativ mehr als erwartet./edh/

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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