EU-Kommission leitet Kartelluntersuchung gegen Red Bull ein
13.11.2025 - 12:59:19 | dpa.deIn einem nun eingeleiteten Verfahren will die BrĂŒsseler Behörde prĂŒfen, ob das österreichische Unternehmen eine Taktik entwickelt haben könnte, um Konkurrenzprodukte in der EU strategisch zu benachteiligen. Es geht um den Verkauf von Energy-Drinks in SupermĂ€rkten oder Tankstellenshops.
Zum einen soll Red Bull der Mitteilung der EU-Kommission zufolge HĂ€ndlern finanzielle und nicht-finanzielle Anreize geboten haben, um Konkurrenzprodukte mit einem Volumen ĂŒber 250 Millilitern aus dem Sortiment zu nehmen oder weniger sichtbar zu platzieren. Zum anderen soll das Unternehmen seine Rolle als sogenannter "Category Manager" in GeschĂ€ften genutzt haben, um die PrĂ€senz konkurrierender Marken zu beeintrĂ€chtigen.
Bei sogenannten Category-Management-Vereinbarungen betrauen GeschÀfte einen Lieferanten mit der Verwaltung einer bestimmten Produktkategorie - etwa Energy-Drinks. Der Lieferant kann dabei auch Einfluss auf die PrÀsentation von Konkurrenzprodukten nehmen.
Taktik in Niederlanden umgesetzt?
Die Kommission befĂŒrchtet, dass Red Bull die Benachteiligungs-Strategie mindestens in den Niederlanden umgesetzt haben könnte, wo das Unternehmen der Mitteilung zufolge offenbar eine marktbeherrschende Stellung auf dem nationalen Markt fĂŒr den GroĂhandel mit Marken-Energy-Drinks innehat.
"Wir wollen prĂŒfen, ob diese Praktiken dazu beitragen, die Preise hochzuhalten und die Auswahl an Energy-Drinks fĂŒr Verbraucher einzuschrĂ€nken", sagte KommissionsvizeprĂ€sidentin Teresa Ribera.
Es ist laut EU-Kommission das erste Mal, dass sie einen möglichen Missbrauch einer Category-Management-Position untersucht. Sollte sich der Verdacht bestĂ€tigen, könnte Red Bull gegen das EU-Verbot des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung verstoĂen haben. Die Kommission betonte, die Einleitung des Verfahrens bedeute keine Vorentscheidung ĂŒber den Ausgang der Untersuchung.
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