EU hĂ€lt trotz hoher Ăl-Preise an Russland-Preisdeckel fest
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 18:47 Uhr, dpa.deVertreter der Mitgliedstaaten verstÀndigten sich nach Angaben von Diplomaten darauf, eine eigentlich an diesem Mittwoch anstehende automatische Anpassung bis zum 23. Juli auszusetzen.
Mit dem Iran-Krieg hatte niemand gerechnet
Ohne die Aussetzung hĂ€tte die derzeitige Preisobergrenze von 44,1 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) nun deutlich angehoben werden mĂŒssen. Dies sieht eine Regelung vor, die sicherstellen soll, dass die Preisobergrenze den Marktpreisen automatisch folgt und dauerhaft rund 15 Prozent unter dem durchschnittlichen Preis fĂŒr russisches Rohöl liegt. So soll ihre Wirkung zur Begrenzung der russischen Ăleinnahmen erhalten bleiben.
An das Szenario eines drastischen Anstiegs der Weltmarktpreise infolge des Iran-Kriegs und der weitgehenden Blockade der StraĂe von Hormus war bei der Festlegung allerdings nicht gedacht worden. Ohne die Aussetzung hĂ€tte Russland wieder deutlich mehr Geld mit dem Ălexport hĂ€tte verdienen können.
Wochenlanges Ringen um neue Sanktionen
Die Aussetzung ist als Ăbergangslösung gedacht. Bis kommende Woche Donnerstag soll dann eine Einigung auf ein neues groĂes Paket mit EU-Sanktionen wegen des anhaltenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine stehen. Dieses wird den Planungen zufolge eine lĂ€ngerfristige Aussetzung der Anpassung des sogenannten Ălpreisdeckels beinhalten.
Um den Preisdeckel durchzusetzen, werden Unternehmen, die am Transport von russischem Ăl zu einem Preis oberhalb des Preisdeckels beteiligt sind, Sanktionen angedroht. Die Regelung zielt zudem auf Reedereien ab, aber auch auf Unternehmen, die Versicherungen, technische Hilfe sowie Finanzierungs- und Vermittlungsdienste anbieten.
Um das 21. Paket mit neuen EU-Sanktionen gegen Russland wird mittlerweile seit Wochen in BrĂŒssel gerungen. Nach Angaben von Diplomaten erschweren insbesondere nationalstaatliche Interessen die Einigung auf das neue Sanktionspaket. Demnach will etwa Griechenland heimische Reedereien schĂŒtzen, die mit dem Transport von FlĂŒssigerdgas in Drittstaaten Geld verdienen.
