EU startet Milliardenprojekt für sieben KI-Gigafactories
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 11:56 Uhr | dpa.deDie Initiative ist Teil der Strategie, die europäische KI-Infrastruktur auszubauen und den Zugang zu Hochleistungsrechnern für Unternehmen, Wissenschaft und öffentliche Stellen zu verbessern.
Das ambitionierte Vorhaben bündelt bis zu zehn Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln der EU sowie der teilnehmenden Mitgliedstaaten. Durch diese öffentlichen Anschubfinanzierungen sollen wiederum mindestens 20 Milliarden Euro an privaten Investitionen ausgelöst werden, sodass sich das Gesamtvolumen des Programms auf über 30 Milliarden Euro beläuft.
Mit den AI-Gigafactories möchte die Europäische Union im globalen Wettlauf um Künstliche Intelligenz gegenüber den USA und China aufholen. Die Initiative soll eine europäische Infrastruktur fördern, um die digitale Souveränität und Datenhoheit zu sichern und die Abhängigkeit von US-Technologie-Konzernen wie Amazon (AWS) US0231351067 Google US02079K1079 oder Microsoft US5949181045 zu verringern. Die geplanten Rechenzentren sollen moderne KI-Prozessoren, Cloud-Technologien, Hochgeschwindigkeitsnetzwerke und energieeffiziente Infrastrukturen zusammenführen.
Deutschland möchte von der großen Fördersumme ein angemessenes Stück abhaben. Erste Pläne, wichtige deutsche Tech-Unternehmen gemeinsam in einer Art "Deutschland AG" antreten zu lassen, scheiterten jedoch, auch weil SAP DE0007164600 und Siemens DE0007236101 sich bei ihren Interessensbekundungen stark zurückgehalten hatten. Nun treten verschiedene Player aus Deutschland getrennt voneinander an und stehen damit auch im Wettbewerb untereinander.
Dazu zählen die Deutsche Telekom DE0005557508, Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte der Schwarz-Gruppe (Mutterkonzern von Lidl und Kaufland), der zu United Internet DE0005089031 gehörende Cloud-Anbieter Ionos DE000A3E00M1, der zusammen mit dem Baukonzern Hochtief DE0006070006 auftritt, sowie verschiedene kleinere und regionale Akteure wie Impossible Cloud oder Blue Swan.
