ROUNDUP, Trumps

EU und Wirtschaft kritisieren Trumps neue ZollplÀne

02.05.2026 - 08:35:09 | dpa.de

Die EuropĂ€ische Union und die deutsche Wirtschaft kritisieren die von US-PrĂ€sident Donald Trump angekĂŒndigte Anhebung von Zöllen auf Fahrzeuge aus der EU.

Die EU-Kommission behielt sich in einer ersten Reaktion Gegenmaßnahmen vor, sollte Trump seine AnkĂŒndigung tatsĂ€chlich wahr machen.

Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europaparlament, nannte Trumps AnkĂŒndigung inakzeptabel. Der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) bezeichnete Trumps Vorstoß als "erneute und schwerwiegende Belastung der transatlantischen Beziehungen".

Trump hatte am Freitag auf der Plattform Truth Social angekĂŒndigt, er wolle Zölle auf Autos und Lastwagen, die aus der EU in die USA eingefĂŒhrt werden, von kommender Woche an auf 25 Prozent erhöhen. Er begrĂŒndete das mit dem Vorwurf, dass sich die EU nicht an das vereinbarte Handelsabkommen halte.

EU-Kommission behĂ€lt sich Gegenmaßnahmen vor

Eine Sprecherin der fĂŒr die Handelspolitik der Staatengemeinschaft zustĂ€ndigen EU-Kommission teilte mit, man bekenne sich weiter "zu einer berechenbaren, fĂŒr beide Seiten vorteilhaften transatlantischen Beziehung". Sollten die USA Maßnahmen ergreifen, die im Widerspruch zum gemeinsamen Handelsabkommen stĂŒnden, behalte man sich jedoch "alle Optionen vor, um die Interessen der EU zu schĂŒtzen". Die Sprecherin versicherte, die EU setze die eingegangenen Verpflichtungen im Einklang mit der ĂŒblichen Gesetzgebungspraxis um und halte die US-Regierung dabei stets umfassend auf dem Laufenden.

Lange sagte, das EuropĂ€ische Parlament halte weiterhin an der Vereinbarung fest und arbeite an der Umsetzung des Abkommens. "WĂ€hrend die EU ihre Verpflichtungen erfĂŒllt, bricht die US-Seite ihre Zusagen immer wieder", schrieb er auf der Plattform X weiter.

VDA-PrĂ€sidentin Hildegard MĂŒller betonte: "Das Handelsabkommen, das zwischen der EU und den USA vereinbart wurde, muss von beiden Seiten eingehalten werden." Dabei mĂŒsse BrĂŒssel "endlich" die Abmachungen umsetzen. Die zusĂ€tzlichen Abgaben wĂŒrden die deutsche und europĂ€ische Automobilindustrie in einer ohnehin angespannten Lage hart treffen. Zugleich könnten die Maßnahmen auch Auswirkungen auf Verbraucherinnen und Verbraucher in den USA haben, hieß es weiter.

MĂŒller forderte beide Seiten auf, das zwischen der EU und den USA geschlossene Handelsabkommen einzuhalten und mahnte insbesondere Fortschritte auf europĂ€ischer Seite an. Die Automobilindustrie rufe sowohl Washington als auch BrĂŒssel zu einer Deeskalation und zu raschen GesprĂ€chen auf.

Experte: Social-Media-BeitrÀge sind kein Gesetz

Simon Evenett, Handelsexperte an der privaten Wirtschaftshochschule IMD Business School, sagte dem britischen Sender BBC: "Diejenigen, die glauben, dass diese (US-)Regierung sich an kein Abkommen hĂ€lt, werden sich bestĂ€tigt sehen." Allerdings mĂŒsse man beachten, dass Social-Media-BeitrĂ€ge kein Gesetz seien, weshalb BrĂŒssel den genauen Wortlaut sehen wolle, bevor es zurĂŒckschlage.

Im Sommer vergangenen Jahres hatten sich Trump und EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen in einem Rahmenabkommen auf eine Obergrenze von 15 Prozent auf die meisten EU-Warenimporte in die USA geeinigt. Auch fĂŒr europĂ€ische Autos und Autoteile soll der Satz gelten. Im Gegenzug verpflichtet sich die EU, Zölle auf US-IndustriegĂŒter zu streichen und den Marktzugang fĂŒr US-Agrarprodukte wie Schweinefleisch und Milchprodukte zu erleichtern.

Angespanntes VerhÀltnis

Weitere Zolldrohungen Trumps im Grönland-Konflikt und Unsicherheit nach einer Gerichtsentscheidung, die viele US-Zölle fĂŒr rechtswidrig erklĂ€rt hatte, hatten die Umsetzung des Zolldeals allerdings gebremst. Das EuropĂ€ische Parlament gab im MĂ€rz bekannt, die weitere Umsetzung des Abkommens mit den USA an strenge Bedingungen knĂŒpfen zu wollen. Die Abgeordneten sprachen sich mehrheitlich dafĂŒr aus. FĂŒr den Vollzug mĂŒssen auch die Mitgliedstaaten noch den entsprechenden Verordnungen zustimmen.

Autos und Lastwagen von EU-Herstellern, die in den Vereinigten Staaten produziert werden, sind laut Trump von den Abgaben ausgenommen. Der US-PrÀsident will dadurch Autobauer auf der ganzen Welt dazu bewegen, trotz höherer Herstellungskosten mehr in den USA zu produzieren.

Das VerhĂ€ltnis zwischen den USA und europĂ€ischen LĂ€ndern war zuletzt angespannt. In den vergangenen Tagen war Trump etwa Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mehrfach verbal angegangen, weil dieser sich kritisch ĂŒber die US-Offensive gegen den Iran geĂ€ußert hatte. Der US-PrĂ€sident kritisiert seit geraumer Zeit die aus seiner Sicht mangelnde UnterstĂŒtzung der EuropĂ€er bei seinem Krieg gegen den Iran.

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