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Aktien Europa: Verluste - Nestle unter Druck, STMicro mit Kurseinbruch

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 12:17 Uhr | dpa.de

Die europĂ€ischen AktienmĂ€rkte haben Donnerstag im Zuge weiter steigender Ölpreise nachgegeben.

Dabei verloren die Börsen im Handelsverlauf langsam aber stetig an Boden. "Die Anleger navigieren derzeit durch ein schwieriges Fahrwasser", so Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. "WĂ€hrend geopolitische Risiken fĂŒr Gegenwind sorgen und die Notenbanken den Takt vorgeben, liefert die Berichtssaison bislang ein gemischtes Bild."

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 sank gegen Mittag um 0,87 Prozent auf 6.261,84 Punkte. Außerhalb des Euroraums gab der Schweizer SMI CH0009980894 um 0,82 Prozent auf 14.197,92 Punkte nach. Der britische FTSE 100 GB0001383545 gab um 0,13 Prozent auf 10.702,96 Punkte nach.

Vorsicht war auch angesichts der am frĂŒhen Nachmittag anstehenden Zinsentscheidung der EuropĂ€ischen Zentralbank angesagt. "Es wird zwar mit keiner Zinsanhebung im Juli gerechnet, dennoch werden die Aussagen zu der InflationseinschĂ€tzung maßgeblich werden", merkte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets an.

Am schwĂ€chsten war ausgerechnet einer der Sektoren, die sich in schwierigen Phasen normalerweise besser als als der Gesamtmarkt entwickeln. Mit deutlichen AbschlĂ€gen lagen die defensiven Nahrungs- und GetrĂ€nkeproduzenten am Ende des Feldes und reagierten damit auf den Einbruch des Branchenschwergewichts Nestle CH0038863350. Der weltgrĂ¶ĂŸte Lebensmittelkonzern hatte sein Wachstumstempo aus eigener Kraft im ersten Halbjahr 2026 zwar gesteigert. Allerdings war zugleich die ProfitabilitĂ€t gesunken. Die Aktie gab daher deutlich um sieben Prozent nach. Auch andere Werte des Sektors wurden davon belastet. Sowohl Unilever GB00BVZK7T90 als auch Danone FR0000120644 verzeichnete ĂŒberdurchschnittlich Verluste.

Im Technologiesektor kam zu mĂ€ĂŸigen Vorgaben aus den USA der RĂŒcksetzer der Aktie von STMicroelectronics NL0000226223 hinzu, die um ĂŒber 13 Prozent fiel und damit die Korrektur seit den Jahreshochs im Juni dynamisch fortsetze. Eine enttĂ€uschende Umsatzprognose hatte den Kurs auf Talfahrt geschickt.

Titel der Schweizer Givaudan CH0010645932 bĂŒĂŸten 5,4 Prozent ein und reagierten damit auf Zahlen, die nach EinschĂ€tzung von Jefferies durchwachsen ausgefallen waren.

Im Bankensektor gaben Aktien von BNP Paribas FR0000131104 trotz ordentlicher Zahlen um 1,4 Prozent nach. Die ErtrĂ€ge im Aktienhandel waren im im zweiten Quartal im Jahresvergleich zwar unerwartet stark gestiegen. Im Vergleich zu den großen US-Banken fiel der Zuwachs jedoch eher gering aus. Die ErtrĂ€ge im Handel mit Anleihen, WĂ€hrungen und Rohstoffen gingen sogar leicht zurĂŒck.

Besser hielten sich Pharmawerte. Roche CH0012032048 stiegen hier um ĂŒber zwei Prozent. Der Basler Pharmakonzern hatte zum Halbjahr ein nach Ansicht von Analysten zwar unspektakulĂ€res, aber solides Zahlenwerk vorgelegt. Der Umsatz lag im Rahmen, der Kerngewinn etwas ĂŒber den Erwartungen.

Gefragt waren einmal mehr die Ölwerte, die im Sog der weiter steigenden Ölnotierungen anzogen. Der französische Ölkonzern Totalenergies FR0000120271 hatte zudem im zweiten Quartal deutlich mehr verdient und will daher die Dividende anheben. Die Aktie kletterte um 2,8 Prozent.

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