EVRG, US2987361092

Die EVRG-Aktie zeigt Stabilität trotz schwächerem Quartalsgewinn

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 07:23 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die EVRG-Aktie steht im Zeichen solider Umsätze, auch wenn der jüngste Quartalsgewinn unter dem Vorjahresniveau liegt. Für Anleger rücken Margen, Schuldenabbau und die Dividendenpolitik in den Fokus.

EVRG, US2987361092, Illustration mit AI erstellt.
EVRG, US2987361092, Illustration mit AI erstellt.

Der US-Versorger Evergy Inc. (EVRG-Aktie, ISIN US2987361092) meldete für das Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von 6,49 Milliarden US-Dollar und unterstreicht damit die Rolle des Unternehmens als stabilen Energielieferanten im Mittleren Westen der USA.

Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr

Laut Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2023 erzielte Evergy einen Gesamtumsatz von 6,49 Milliarden US-Dollar, nachdem im Geschäftsjahr 2022 ein Umsatz von 6,35 Milliarden US-Dollar ausgewiesen worden war.

Damit stieg der Umsatz um rund 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was vor allem auf höhere Tarife und leicht gestiegene Absatzmengen zurückgeführt wurde.

Der ausgewiesene Nettogewinn für 2023 lag bei 785 Millionen US-Dollar, während im Jahr 2022 noch 867 Millionen US-Dollar erzielt wurden.

Damit ging der Gewinn um etwa 9,4 Prozent zurück, was auf höhere Abschreibungen und gestiegene Finanzierungskosten infolge des allgemeinen Zinsanstiegs zurückzuführen ist.

Ergebnis je Aktie und Dividendenpolitik

Beim Ergebnis je Aktie (EPS) berichtete Evergy für das Geschäftsjahr 2023 einen verwässerten Gewinn je Aktie von 3,40 US-Dollar.

Im Geschäftsjahr 2022 hatte der verwässerte Gewinn je Aktie noch bei 3,77 US-Dollar gelegen, womit sich das EPS um etwa 9,8 Prozent verringert hat.

Das Management bestätigte zugleich die Fokussierung auf eine konstante und verlässlich wachsende Dividende, was für Versorgeraktien typisch ist und Einkommensinvestoren anspricht.

Für das Jahr 2023 zahlte Evergy eine Jahresdividende von rund 2,57 US-Dollar je Aktie, nachdem im Jahr 2022 insgesamt etwa 2,53 US-Dollar ausgeschüttet wurden, was einem Zuwachs von ungefähr 1,6 Prozent entspricht.

Investitionsprogramm und Schuldenstruktur

Evergy betreibt ein umfangreiches Investitionsprogramm, um das Stromnetz zu modernisieren und den Anteil erneuerbarer Energien in seinem Portfolio auszubauen.

Im Geschäftsjahr 2023 investierte das Unternehmen rund 2,5 Milliarden US-Dollar in Sachanlagen, darunter neue Wind- und Solarprojekte sowie die Verstärkung und Digitalisierung der Übertragungsnetze.

Für das Jahr 2022 lagen die Investitionen in Sachanlagen bei etwa 2,3 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von rund 8,7 Prozent entspricht.

Die Nettofinanzverschuldung belief sich Ende 2023 auf etwa 17 Milliarden US-Dollar, während sie Ende 2022 bei rund 16,5 Milliarden US-Dollar lag.

Damit stieg die Verschuldung um etwa 3 Prozent, was im Wesentlichen auf die Finanzierung des Investitionsprogramms zurückzuführen ist.

Regionale Marktstellung und regulatorischer Rahmen

Evergy versorgt nach eigenen Angaben rund 1,6 Millionen Stromkunden und etwa 0,35 Millionen Gaskunden in mehreren US-Bundesstaaten des Mittleren Westens, darunter Kansas und Missouri.

Die Einnahmen werden größtenteils über regulierte Tarife erzielt, die von den zuständigen Regulierungsbehörden genehmigt werden.

Tarifanpassungen sind für Versorger wie Evergy entscheidend, um die Kosten für den Ausbau der Netze und die Integration erneuerbarer Energien an die Kunden weiterzugeben.

Im Geschäftsjahr 2023 erhielt Evergy mehrere genehmigte Tariferhöhungen, die in Summe einen mittleren einstelligen Prozentbereich ausmachen und langfristig zur Stabilisierung der Margen beitragen.

Strategischer Fokus auf erneuerbare Energien

Evergy verfolgt das strategische Ziel, den CO2-Ausstoß seines Stromerzeugungsmixes kontinuierlich zu senken.

Bereits 2023 stammten rund 40 Prozent der gesamten Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen wie Wind- und Solarparks.

Im Jahr 2020 hatte der Anteil erneuerbarer Energien noch bei etwa 30 Prozent gelegen, sodass Evergy den Anteil innerhalb von drei Jahren um rund 10 Prozentpunkte steigern konnte.

Mit einem langfristigen Ziel, bis 2045 eine weitgehend klimaneutrale Stromversorgung zu erreichen, plant das Unternehmen schrittweise den Ersatz älterer Kohlekraftwerke durch Gas- und erneuerbare Kapazitäten.

Marge und Kostenstruktur

Die operative Marge von Evergy liegt typischerweise im niedrigen zweistelligen Prozentbereich.

Für das Geschäftsjahr 2023 lag die operative Marge bei etwa 19 Prozent, während sie 2022 noch rund 20 Prozent betragen hatte.

Der leichte Rückgang der Marge reflektiert den Druck durch steigende Zinsen und temporär höhere Brennstoffkosten, die nur zeitverzögert über Tarifanpassungen kompensiert werden.

Für Anleger ist die Marge ein zentraler Indikator für die Ertragskraft des Versorgers, insbesondere vor dem Hintergrund des laufenden Investitionsprogramms.

Liquidität und Cashflow-Entwicklung

Beim operativen Cashflow erzielte Evergy im Geschäftsjahr 2023 rund 2,1 Milliarden US-Dollar.

Im Jahr 2022 lag der operative Cashflow noch bei etwa 2,0 Milliarden US-Dollar, sodass hier ein Zuwachs von rund 5 Prozent verzeichnet wurde.

Der freie Cashflow (Free Cash Flow) blieb hingegen durch das hohe Investitionsvolumen belastet und lag 2023 bei rund 0,1 Milliarden US-Dollar.

Im Vorjahr 2022 hatte der freie Cashflow etwa 0,2 Milliarden US-Dollar betragen, was eine Verringerung von rund 50 Prozent bedeutet.

Der Cashflow-Verlauf zeigt, dass Evergy in einer Phase intensiver Investitionen steckt, die kurzfristig auf den freien Cashflow drückt, langfristig aber die Basis für Wachstum und stabile Erträge stärken soll.

Bewertung und Marktkapitalisierung

An der New York Stock Exchange (NYSE) wird die EVRG-Aktie als Teil des Sektorversorger-Universums gehandelt.

Die Marktkapitalisierung von Evergy lag Ende 2023 bei rund 13,5 Milliarden US-Dollar und reflektiert damit die Stellung des Unternehmens als mittelgroßer US-Versorger.

Im Jahr 2022 hatte die Marktkapitalisierung zum Jahresultimo noch bei etwa 14,2 Milliarden US-Dollar gelegen, sodass ein Rückgang von rund 4,9 Prozent zu verzeichnen war.

Der Rückgang hängt mit der Kombination aus schwächerem Gewinn und einer moderaten Bewertungskorrektur zusammen, die im Versorgersektor bei steigenden Zinsen häufig zu beobachten ist.

Vergleich mit US-Versorgerpeers

Im Vergleich zu anderen US-Versorgern bewegt sich Evergy bei der Eigenkapitalrendite im Mittelfeld der Branche.

Die Eigenkapitalrendite (Return on Equity, ROE) lag 2023 bei rund 8,5 Prozent.

Im Jahr 2022 hatte der ROE noch etwa 9,2 Prozent betragen, sodass ein Rückgang von rund 0,7 Prozentpunkten festzustellen ist.

Viele größere US-Versorger weisen ROE-Werte im Bereich von 9 bis 11 Prozent aus, womit Evergy leicht darunter liegt, aber weiterhin im allgemein als solide angesehenen Bereich.

Guidance und mittelfristiger Ausblick

Für die kommenden Jahre prognostiziert das Management von Evergy ein moderates Wachstum beim Gewinn je Aktie.

Die Guidance sieht ein durchschnittliches jährliches EPS-Wachstum im Bereich von 5 bis 7 Prozent vor.

Diese Prognosespanne basiert auf genehmigten und geplanten Tarifanpassungen, dem Ausbau erneuerbarer Energien und Effizienzsteigerungen im Netzbetrieb.

Für Anleger ist die Kombination aus planbarem Gewinnwachstum und Dividendenkontinuität typisch für Versorgeraktien und beeinflusst die Attraktivität der EVRG-Aktie im langfristigen Depot.

Dividendenrendite und Ausschüttungsquote

Die EVRG-Aktie bietet eine Dividendenrendite, die im Branchenvergleich konkurrenzfähig ist.

Auf Basis der für 2023 gezahlten Dividende von etwa 2,57 US-Dollar je Aktie und einem durchschnittlichen Aktienkurs von rund 60 US-Dollar ergibt sich eine Dividendenrendite von ungefähr 4,3 Prozent.

Die Ausschüttungsquote, also das Verhältnis von Dividende zum Gewinn je Aktie, lag damit bei rund 75 Prozent und bewegt sich im typischen Rahmen regulierter Versorger.

Im Jahr 2022 hatte die Dividende von rund 2,53 US-Dollar je Aktie bei einem EPS von 3,77 US-Dollar einer Ausschüttungsquote von etwa 67 Prozent entsprochen.

Dies zeigt, dass Evergy die Ausschüttungsquote leicht erhöht hat, um die Attraktivität der EVRG-Aktie für Einkommensinvestoren zu stärken, ohne die finanzielle Flexibilität gravierend einzuschränken.

Schwerpunkt erneuerbare Energien: Ein Beispielprodukt

Ein repräsentatives Element der Strategie von Evergy ist der Betrieb und Ausbau eigener Windparks im Mittleren Westen.

Diese Windkraftanlagen speisen kontinuierlich Strom in das Netz ein und tragen maßgeblich dazu bei, den Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtmix des Unternehmens zu erhöhen.

Mit mehreren Windparks, die zusammen eine installierte Leistung von über 3 Gigawatt erreichen, kann Evergy einen signifikanten Teil des regionalen Strombedarfs abdecken.

Windstromprojekte sind für Evergy nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch ein wichtiger Wettbewerbsfaktor, da sie langfristig stabile und kalkulierbare Erzeugungskosten ermöglichen.

Kurs und Marktwert der EVRG-Aktie

Die EVRG-Aktie wird an der New York Stock Exchange (NYSE) in US-Dollar gehandelt und spiegelt mit ihrem Kursverlauf die Erwartungen der Anleger an die Stabilität und Wachstumsfähigkeit des Unternehmens wider.

Mit einer Marktkapitalisierung von rund 13,5 Milliarden US-Dollar per 31.12.2023 positioniert sich Evergy als etablierter Player im US-Versorgersektor.

Für langfristig orientierte Anleger sind neben der Marktkapitalisierung vor allem Dividendenrendite, Gewinnentwicklung und der strategische Fokus auf erneuerbare Energien entscheidend.

Fakten zur EVRG-Aktie

  • Unternehmen: Evergy Inc.
  • ISIN: US2987361092
  • Ticker: EVRG
  • Handelsplatz: NYSE
  • Kurs (Stand 31.12.2023, 22:00 Uhr): 60,00 US-Dollar
  • Marktkapitalisierung: 13,5 Milliarden US-Dollar (Stand 31.12.2023)
  • Sektor / Branche: Versorger / Elektrizität
  • Indexzugehörigkeit: S&P 500
  • Nächstes Earnings-Datum: 08.08.2024

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