Aktien, Frankfurt

Aktien Frankfurt: Iran-Krieg drückt Dax vierten Tag in Folge nach unten

23.04.2026 - 14:17:51 | dpa.de

Die fortdauernde Unsicherheit über den Iran-Krieg und steigende Energiepreise strapazieren zunehmend die Geduld der Anleger.

Mit dem Dax DE0008469008 ging es am Donnerstag den vierten Handelstag in Folge nach unten. Am frühen Nachmittag war der Verlust mit 0,2 Prozent auf 24.145 Punkte allerdings moderat.

Angesichts der politischen und militärischen Hängepartie zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran stieg der Preis für Öl der Nordseesorte Brent weiter und hält sich damit klar über der Marke von 100 US-Dollar. Inflationäre und konjunkturelle Risiken nehmen zu, Aktien werden in diesem Umfeld gemieden.

Die allgemeine Verunsicherung manifestiert sich nun auch in den Konjunkturdaten. So hat sich die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone im April wegen der Folgen des Iran-Kriegs weiter verschlechtert. Vor allem hohe Öl- und Gaspreise sowie die Sorge vor möglichen Lieferengpässen lassen die Firmen pessimistischer in die Zukunft schauen. Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex fiel auf den tiefsten Stand seit 17 Monaten.

"Die Unternehmen haben Sorge vor einer schwindenden Kauflaune der Verbraucher und steigenden Kosten als Folge der höheren Energiepreise", schrieb Michael Herzum, Chefökonom von Union Investment. Mögliche Störungen der Lieferketten belasteten die Stimmung zunehmend, je länger die wichtige Straße von Hormus geschlossen bleibt.

Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen Werten sank am Donnerstag um 1,3 Prozent auf 30.765 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx EU0009658145 ging es um 0,4 Prozent nach unten.

In der allmählich Fahrt aufnehmenden Saison der Quartalsberichte veröffentlicht an diesem Donnerstagabend Europas größter Software-Entwickler SAP DE0007164600 Geschäftszahlen. Anleger sind vorsichtig, SAP-Aktien verloren am Dax-Ende 3,4 Prozent.

An der Spitze des Dax setzten Infineon DE0006231004 ihre Rally fort mit Kursen erstmals seit 2000 wieder über der 50-Euro-Marke. Treiber sind starke Geschäftsprognosen der Halbleiterkonzerne STMicro NL0000226223 und Texas Instruments US8825081040. Infineon-Papiere stiegen um gut sechs Prozent.

Sartorius DE0007165631 rutschten nach dem Quartalsbericht des Pharma- und Laborzulieferers um sieben Prozent ab. Die Zahlen lägen unter den Erwartungen und die Aktien seien zuletzt gut gelaufen, sagte ein Händler.

Für die Anteile des Online-Brokers Flatexdegiro DE000FTG1111 ging es nach der Quartalsbilanz um fast neu Prozent nach unten. Positiv auffällig waren Stabilus DE000STAB1L8 mit plus 5,2 Prozent. Händler lobten die Umsatz- und Margenentwicklung des Herstellers von Gasdruckfedern im ersten Quartal.

RTL Group LU0061462528 legten um 1,7 Prozent zu. Anleger freute es, dass der Medienkonzern Sky Deutschland übernehmen darf./bek/jha/

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

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