Alkoholsteuer, Zweifel

Mehrheit fĂŒr höhere Alkoholsteuer - Zweifel an Wirkung

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 05:42 Uhr | dpa.de

Die geplante stĂ€rkere Besteuerung alkoholischer GetrĂ€nke stĂ¶ĂŸt einer Umfrage zufolge bei einer großen Mehrheit der BĂŒrger auf Zustimmung.

Knapp zwei Drittel gaben in der Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa fĂŒr die KaufmĂ€nnische Krankenkasse (KKH) an, dass sie diesen Vorstoß der Bundesregierung fĂŒr sinnvoll halten. Ein Drittel hĂ€lt ihn fĂŒr nicht sinnvoll.

Gleichzeitig ist der Glaube an die Lenkungswirkung der Steuererhöhung sehr begrenzt. Zwei Drittel der Befragten glauben nicht, dass der Konsum der betreffenden GetrĂ€nke dadurch zurĂŒckgehen wird, knapp ein Drittel (29 Prozent) hat diese Hoffnung. Tendenziell zeigen sich die BefĂŒrworter der Steuererhöhung hier etwas zuversichtlicher (35 Prozent).

Viele Befragte gehen davon aus, dass sich Alkoholkonsum stĂ€rker auf Bier und Wein verlagern wird, die von der Steuererhöhung ausgenommen sind, oder dass Alkohol gĂŒnstiger im Ausland gekauft wird. Eine große Mehrheit (74 Prozent) hĂ€lt mehr AufklĂ€rung und PrĂ€vention fĂŒr geeignet, um den Alkoholkonsum in Deutschland einzudĂ€mmen. Zwei Drittel sehen auch in einem vollstĂ€ndigen Alkoholverbot fĂŒr unter 18-JĂ€hrige ein geeignetes Mittel.

Das Bundeskabinett hatte Anfang Juli einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der zum 1. Januar 2027 eine Steuererhöhung um 20 Prozent auf Spirituosen wie Rum, Wodka und Korn vorsieht. Auch Sekt, Champagner, Likörweine und Alkopops sollen stÀrker besteuert werden. Bier und Wein sind nicht betroffen. Erwartet werden Mehreinnahmen von 455 Millionen Euro jÀhrlich.

FĂŒr die nach KKH-Angaben reprĂ€sentative Umfrage hatte Forsa zwischen dem 14. und 16. Juli 1.022 Personen im Alter von 16 bis 70 Jahren bundesweit befragt.

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