IEA erwartet RĂŒckgang der globalen Ălnachfrage - Iran-Krieg bremst
14.04.2026 - 12:24:40 | dpa.deEin durch den Iran-Krieg verursachter Ălpreisschock habe das Wachstum der Nachfrage vorerst beendet, wie aus dem Monatsbericht der IEA hervorgeht, den der Interessenverband von Industriestaaten am Dienstag in Paris veröffentlicht hat. "Der Iran-Krieg hat die globalen Aussichten fĂŒr den Ălverbrauch grundlegend verĂ€ndert."
Weiter geht die IEA davon aus, dass sich die EinbrĂŒche bei der Nachfrage ausweiten werden, "da Knappheit und höhere Preise anhalten". Wie aus dem Bericht hervorgeht, rechnet der Verband in diesem Jahr mit einem RĂŒckgang der globalen Nachfrage nach Rohöl um durchschnittlich 80.000 Barrel pro Tag. Zuvor hatten die Experten der IEA noch einen Anstieg der Nachfrage um etwa 650.000 Barrel pro Tag erwartet.
Durch den Iran-Krieg ist der Transport von Rohöl aus den Fördergebieten am Persischen Golf durch die StraĂe von Hormus stark beeintrĂ€chtigt und war zeitweise nahezu komplett zum Erliegen gekommen. Dies hat nach EinschĂ€tzung der IEA die gröĂte Unterbrechung der Versorgung des Weltmarktes in der Geschichte verursacht. Besonders betroffen seien LĂ€nder in Asien, heiĂt es weiter.
Der Verband bezifferte das globale Angebot im MĂ€rz auf 97 Millionen Barrel pro Tag, ein RĂŒckgang um 10,1 Millionen Barrel. Die Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Nahen Osten und die fortdauernden BeschrĂ€nkungen fĂŒr den Tankerverkehr durch die StraĂe von Hormus hĂ€tten zu dem Einbruch gefĂŒhrt.
Steigende Preise fĂŒr Rohöl und Produkte wie Kerosin, Diesel oder Benzin erhöhen die Inflation, setzen Verbraucher unter Druck und dĂ€mpfen die Nachfrage. Im vergangenen Monat erlaubte die in Paris ansĂ€ssige IEA die Freigabe von rekordverdĂ€chtigen 400 Millionen Barrel Ăl aus den Notfallreserven durch Mitglieder wie die USA, Japan und Deutschland, um die Folgen des Ălpreisschocks einzudĂ€mmen.
Zeitweise war der Preis fĂŒr Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee im MĂ€rz bis knapp unter 120 US-Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen. Seitdem ist die Notierung wieder ein StĂŒck weit gefallen und lag zuletzt knapp unter der Marke von 100 Dollar.
In ihrem Basisszenario geht die IEA davon aus, dass die Ăllieferungen aus dem Nahen Osten bis Mitte des Jahres weitgehend wieder aufgenommen werden. Allerdings will der Verband auch ein Szenario mit lĂ€ngeren Unterbrechungen nicht ausschlieĂen. "In diesem Fall mĂŒssen sich die EnergiemĂ€rkte und Volkswirtschaften weltweit auf erhebliche Störungen in den kommenden Monaten einstellen", warnte die IEA.
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