AKTIEN, FOKUS

AKTIEN IM FOKUS: Ionos schwach - Umsatz enttÀuscht - Adtech-Verkauf verunsichert

11.11.2025 - 12:42:43 | dpa.de

Die Ionos DE000A3E00M1-Aktie hat am Dienstag ihre seit fast zwei Monaten andauernde Talfahrt fortgesetzt.

Das vorgelegte Zahlenwerk kam nicht gut an und zudem sind Anleger skeptisch angesichts des ĂŒberraschend angekĂŒndigten Verkaufsplans fĂŒr Adtech, der GeschĂ€ftssparte von Ionos mit Werbetechnologie. Wie der Internetdienstleister mitteilte, will er sich kĂŒnftig auf die KerngeschĂ€fte mit Produkten rund um Internetauftritte (Web-Presence & Productivity) und Cloud-Angebote fokussieren.

Das Ionos-Papier verlor um die Mittagszeit 5,8 Prozent auf 27,60 Euro und ist damit zurĂŒck auf dem tiefsten Stand seit April. Mit einem Sprung auf 31 Euro hatte sich die Aktie zu Börsenbeginn nur kurz erholt. Bis hoch an die abwĂ€rts gerichtete 21-Tage-Linie fĂŒr den kurzfristigen Trend hatte sie es zudem nicht geschafft. Seit Jahresbeginn bleibt aber immer noch ein Plus von etwas mehr als 26 Prozent. Vom Rekordhoch im August bei 43,25 Euro hat Ionos allerdings nun rund 36 Prozent eingebĂŒĂŸt.

Von den Kursverlusten der Ionos-Aktie wurde auch die des Mutterunternehmens United Internet DE0005089031 belastet. Sie sank trotz der insgesamt als solide bezeichneten eigenen Quartalszahlen um 2,5 Prozent auf 26,12 Euro. Zeitweise ging es bis auf 25 Euro abwÀrts und damit auf den tiefsten Stand seit August. Im bisherigen Jahresverlauf allerdings steht das Papier mit einem Plus von fast 67 Prozent immer noch stark da und zÀhlt zu den besseren Werten im MDax DE0008467416.

"Analysten und Anleger tun sich aktuell schwer in der Beurteilung der Zahlen samt dem unerwarteten Verkaufsplan fĂŒr AdTech", kommentierte Aktienexperte Frederik Altmann von Alpha Wertpapierhandel die Kursverluste. "Und vermutlich konnte Ionos in der Telefonkonferenz mit Analysten zu den Zahlen und dem Verkaufsplan die Unsicherheiten nicht ausrĂ€umen."

Positiv sieht Altmann zwar die Fokussierung auf das KerngeschĂ€ft, "zumal der Ergebnisbeitrag der AdTech-Sparte bislang ĂŒberschaubar war". Allerdings bestehe Unsicherheit hinsichtlich der Bewertung und des Zeitpunkts des Spartenverkaufs. Zu den Zahlen merkte er außerdem an, dass die bestĂ€tigte Jahresprognose eine geringere Margenerwartung fĂŒr das vierte Quartal impliziere.

Laut Aktienexperte Andreas Lipkow sorgen sich Investoren derzeit vor allem darum, dass das KerngeschĂ€ft nach dem Verkauf von AdTech auf zu wenigen Standbeinen stehe. "Der Umsatzanteil von AdTech betrĂ€gt rund 20 Prozent. Nun kommt es darauf an, welchen Verkaufspreis Ionos fĂŒr die Sparte erzielt." Da es dazu aber noch keine Aussagen gegeben habe, herrsche Vorsicht.

Analyst George Webb von der US-Bank Morgan Stanley hatte eine schwache Kursentwicklung vorausgesehen. Er monierte zuvorderst das insgesamt schwache Zahlenwerk von Ionos. "Der Umsatz im KerngeschĂ€ft und bei Cloud ist hinter den Erwartungen zurĂŒckgeblieben, was noch verstĂ€rkt wurde durch einen starken RĂŒckgang im AdTech-Bereich von minus 66 Prozent."

Webb verwies zudem darauf, dass ein Verkauf des GeschĂ€ftsbereichs das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) um 50 Millionen Euro verringern wĂŒrde, was ein Minus von 9 Prozent im Vergleich zur vorherigen Prognose von etwa 530 Millionen Euro wĂ€re. Unklar sei zugleich die Höhe des potenziellen Erlöses aus dem Adtech-Verkauf.

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