Mehr als 58.000 Ingenieure und IT-FachkrÀfte ohne Job
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 17:26 Uhr | dpa.deIm vierten Quartal 2025 verzeichnet der neueste Ingenieurmonitor mit 58.392 Arbeitslosen in Ingenieur- und IT-Berufen den höchsten Stand seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2011. Dies entspreche einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um 16,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in DĂŒsseldorf berichtete.
Die Zahl der offenen Stellen lag gleichzeitig bei 96.780. Das waren 18,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der VDI-Ingenieurmonitor wird regelmĂ€Ăig in Zusammenarbeit mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erstellt.
33 Prozent weniger offene Stellen in IT-Berufen
Zwischen den einzelnen Berufsfeldern gab es der Untersuchung zufolge erhebliche Unterschiede. So ging die Zahl der offenen Stellen in den Bauingenieurberufen nur um 3,8 Prozent zurĂŒck, in den Informatikberufen aber um 33,0 Prozent. "Besonders stark nahmen die offenen Stellen in Bayern und Baden-WĂŒrttemberg ab, in denen die besonders wirtschaftlichen belastete Branche des Fahrzeugbaus eine hohe Bedeutung hat", hieĂ es im Monitor.
GroĂe Unterschiede zwischen den Branchen gab es auch bei der Arbeitslosigkeit: WĂ€hrend sie in den Bauingenieurberufen im Vergleich zum Vorjahr nur um 5,8 Prozent anstieg, erhöhte sie sich in den Ingenieurberufen Technische Forschung und Produktionssteuerung um 32,9 Prozent. In den Ingenieurberufen Maschinen- und Fahrzeugtechnik legte sie sogar um 34,0 Prozent zu. Die Arbeitslosigkeit stieg demnach ebenfalls am stĂ€rksten in Bayern und Baden-WĂŒrttemberg.
VDI: Langfristiger Bedarf bleibt bestehen
Nach Ansicht des VDI darf man aus den Zahlen nicht ableiten, dass Deutschland kĂŒnftig weniger technische FachkrĂ€fte braucht. "Die Modernisierung unserer Infrastruktur, die Transformation der Energieversorgung, Digitalisierung und neue Technologien werden den Bedarf an qualifizierten Ingenieurinnen und Ingenieuren langfristig prĂ€gen", erklĂ€rte VDI-Direktor Adrian Willig.
Die Zahlen zeigten, dass sich der Ingenieurarbeitsmarkt je nach Berufsfeld sehr unterschiedlich entwickele, so der VDI. FĂŒr die langfristige FachkrĂ€ftesicherung bleibe es daher weiterhin wichtig, den Ingenieurnachwuchs zu fördern, besonders durch das Gewinnen von Frauen fĂŒr den Ingenieurberuf. "Wer jetzt bei Nachwuchs, Qualifizierung und FachkrĂ€ftesicherung nachlĂ€sst, riskiert, dass bei einer wirtschaftlichen Erholung genau die Kompetenzen und FachkrĂ€fte fehlen, die wir dann dringend brauchen", erklĂ€rte Willig weiter.
