Industrie erhÀlt mehr AuftrÀge - aber Rheinpegel wird Risiko
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 11:15 Uhr | dpa.deDoch das Niedrigwasser im Rhein wird nach EinschĂ€tzung von Ăkonomen zum Konjunkturrisiko.
Die AuftrĂ€ge fĂŒr die Industrie stiegen im Vergleich zum Vormonat saison- und kalenderbereinigt um 3,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Volkswirte hatten nur ein Plus von einem halben Prozent erwartet. Das Plus bei den IndustrieauftrĂ€gen im Juni war bereits der zweite Anstieg in Folge nach einem kleinen Zuwachs im Mai.
Die Konjunktur laufe etwas besser als vor kurzem gedacht, sagte Jens-Oliver Niklasch, Ăkonom bei der Landesbank LBBW. "Freilich schwebt das Ălpreis-Risiko latent ĂŒber allem, und mit den PegelstĂ€nden der groĂen FlĂŒsse ist ein neues AbwĂ€rtsrisiko dazugekommen."
Die starken Bestellungen im Juni wurden von einem Anstieg im Maschinenbau (+12,7 Prozent) und der Herstellung von DatenverarbeitungsgerĂ€ten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+22,7 Prozent) gestĂŒtzt. Auch die AuftrĂ€ge fĂŒr die Autoindustrie (+3,8 Prozent) wuchsen. Allerdings wĂ€ren die Bestellungen insgesamt ohne GroĂauftrĂ€ge geschrumpft.
Produktionsunterbrechungen befĂŒrchtet
Die Industrie habe genug Bestellungen, um die Produktion in den kommenden Monaten hochzufahren, sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank. "Wermutstropfen ist derweil der niedrige Rheinpegel, der einer Ausweitung der Produktion im Wege stehen könnte." Die EinschrĂ€nkungen fĂŒr die Binnenschifffahrt erschwerten die Belieferung der Industrie mit Vorprodukten.
"Wenn die WasserstĂ€nde weiter fallen, könnte die Berufsschifffahrt am Ende so teuer werden, dass es wirtschaftlich keinen Sinn mehr macht und es zu einer Unterbrechung kommt", meint Marc Schattenberg, Ăkonom bei Deutsche Bank DE0005140008 Research. Kurzfristig lasse sich die Lage kaum wirksam Ă€ndern.
Das Niedrigwasser auf dem Rhein, die wichtigste WasserstraĂe Europas, hat zuletzt Rekord-TiefstĂ€nde erreicht und behindert die Binnenschifffahrt. Das droht Lieferketten zu unterbrechen und die Produktion zu dĂ€mpfen, wie etwa der Chemieverband VCI warnt. Ăber den Umgang mit dem Niedrigwasser sprechen heute in Bonn WirtschaftsverbĂ€nde mit Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU).
