Anleihen, Hoffnungen

Deutsche Anleihen steigen - Neue Hoffnungen auf Verhandlungen im Iran-Krieg

24.04.2026 - 18:24:06 | dpa.de

Die Kurse deutsche Staatsanleihen haben am Freitag nach einem zunÀchst verhaltenen Start zugelegt.

Der richtungweisende Euro-Bund-Future DE0009652644 stieg um 0,32 Prozent auf 125,76 Punkte. Die Rendite der zehnjÀhrigen Bundesanleihe fiel auf 2,99 Prozent.

Den RenditerĂŒckgang am spĂ€ten Nachmittag begrĂŒndeten HĂ€ndler mit neuen Hoffnungen auf weitere Verhandlungen zwischen den USA und Teheran im Iran-Krieg. Irans Außenminister Abbas Araghtschi wird am Abend zu GesprĂ€chen in Pakistan erwartet. Zudem wird US-PrĂ€sident Donald Trump laut dem Fernsehsender CNN unter Berufung auf Regierungsvertreter den Sonderbeauftragten Steve Witkoff sowie seinen Schwiegersohn Jared Kushner an diesem Wochenende nach Pakistan entsenden, um dort GesprĂ€che mit Araghtschi zu fĂŒhren. Dies milderte etwas die zuletzt aufgekommenen Inflationssorgen im Zusammenhang mir den aktuell hohen Ölpreisen.

Insgesamt jedoch findet der Anleihenmarkt bereits seit Ende MĂ€rz keine klare Richtung. Die Lage an der fĂŒr den globalen Warenverkehr wichtigen Straße von Hormus bleibe verfahren, schrieb Anleihen-Analyst Elmar Völker von der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg. Sowohl die USA als auch der Iran benutzten die Meerenge als Druckmittel gegen die jeweils andere Seite.

Mit Blick auf die Straße von Hormus stehe in den kommenden Tagen die Frage im Fokus, wie lange die Pattsituation zwischen den USA und Iran andauert, fuhr Völker fort. Diese könnte die Woche der Notenbanken ĂŒberschatten. Am Dienstag veröffentlicht die japanische Notenbank ihre geldpolitischen Entscheidungen, am Mittwoch folgen die Fed und die kanadische Notenbank, bevor am Donnerstag die EuropĂ€ische Zentralbank und die Bank of England an der Reihe sind. Viele Notenbanken dĂŒrften dem Experten zufolge in einer abwartenden Haltung verharren, bis mehr Informationen zu den Auswirkungen des Iran-Kriegs vorliegen.

Angesichts der geopolitisch unsicheren Lage bewegten Konjunkturdaten am Freitag kaum. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im April wegen des Iran-Kriegs weiter deutlich verschlechtert und den tiefsten Stand seit der Corona-Krise erreicht, wie das MĂŒnchner Forschungsinstitut Ifo mitteilte. "Der Iran-Krieg macht die deutsche Konjunktur langsam aber sicher kaputt", schrieb Ulrich Kater, Chefvolkswirt Dekabank. Je lĂ€nger er anhalte, umso mehr machten sich PreisĂŒberwĂ€lzungen in andere Sektoren als Heizöl und Benzin bemerkbar.

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