Bosch meldet erstmals seit Finanzkrise Verlust
16.04.2026 - 14:02:37 | dpa.deDas Ergebnis nach Steuern lag bei minus 400 Millionen Euro, wie Finanzchef Markus Forschner bei der Bilanzvorlage im Renningen sagte. 2024 hatte sich der Nachsteuergewinn von Bosch im Vorjahresvergleich bereits halbiert, aber immerhin noch bei rund 1,3 Milliarden Euro gelegen. Zuletzt Verlust gemeldet hatte Bosch einem Sprecher zufolge im Krisenjahr 2009.
Ein wesentlicher Grund fĂŒr den Einbruch sind die Kosten fĂŒr den Stellenabbau. Diese hĂ€tten das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro belastet, maĂgeblich in Form von hohen RĂŒckstellungen. Die tatsĂ€chlichen Auszahlungen erfolgen schrittweise in den kommenden Jahren. AuĂerdem wirkten demnach unter anderem Wechselkurseffekte, hohe Kosten und zusĂ€tzliche Zölle belastend.
Dadurch ergibt sich nach Angaben von Forschner insgesamt ein Bild, das von Sonder- und Einmaleffekten stark beeinflusst ist - jenseits der eigentlichen GeschÀftsentwicklung. Zwar brach der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ebenfalls um rund 42 Prozent ein - war mit 1,8 Milliarden Euro aber positiv. Der Umsatz stieg leicht auf 91,0 Milliarden Euro. Damit liegt das Unternehmen deutlich unter den eigenen Erwartungen. Die langfristigen Ziele hat Bosch bereits lÀnger verschoben.
Bosch muss Milliarden einsparen
Die schwierige Wirtschaftslage hat im vergangenen Jahr mit voller Wucht bei Bosch durchgeschlagen. Der weltweit gröĂte Autozulieferer leidet nicht nur in seinem Kernbereich, sondern auch in fast allen anderen GeschĂ€ftsfeldern. So halten sich zum Beispiel viele Verbraucherinnen und Verbraucher wegen der aktuellen Wirtschaftslage beim Kauf von GerĂ€ten wie KĂŒhlschrĂ€nken, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeugen und GartengerĂ€ten zurĂŒck.
Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfĂ€hig. Um das Ruder herumzureiĂen, spart das Management um Unternehmenschef Stefan Hartung krĂ€ftig an Personal und Strukturen. Allein im Zulieferbereich will der Konzern aus Gerlingen bei Stuttgart in den kommenden Jahren bis zu 22.000 Stellen streichen. Weitere AbbauplĂ€ne gibt es aber auch in anderen Bereichen - unter anderem bei der HausgerĂ€tetochter BSH und der Sparte fĂŒr Elektrowerkzeuge.
Verhandlungen ĂŒber Stellenabbau abgeschlossen
Die GesprĂ€che im Mobility-Bereich ĂŒber den Personalabbau sind den Angaben nach inzwischen abgeschlossen. Damit werde man angesichts des steigenden Preisdrucks die kĂŒnftige Wettbewerbsposition verbessern. Die beschlossenen MaĂnahmen setze man jetzt so schnell und konsequent wie nötig, aber auch so sozialvertrĂ€glich wie möglich um, sagte Hartung bei der Bilanzvorlage.
Ende 2025 beschĂ€ftigte die Gruppe rund 412.774 Menschen auf der ganzen Welt - 5.085 weniger als ein Jahr zuvor. Dabei zeigte sich eine Verschiebung von Europa in andere Weltregionen. Ăberproportional von der Entwicklung betroffen war Deutschland, wo knapp 30 Prozent der BeschĂ€ftigten arbeiten. Insgesamt waren es hier zuletzt etwa 123.000 Menschen - und damit 6.700 oder fĂŒnf Prozent weniger als zum Ende des Vorjahres.
Wird 2026 besser fĂŒr Bosch?
Im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen mit etwas besseren GeschĂ€ften. Zwar geht das Management weiter davon aus, dass die hohe Unsicherheit - vor allem die nicht abschĂ€tzbaren Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten - die Inflation und globale Wirtschaftsleistung weiter beeintrĂ€chtigen werden. AuĂerdem dĂŒrfte der Preis- und Wettbewerbsdruck hoch bleiben. Dennoch konnte Bosch im ersten Quartal des Jahres den Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau halten.
Zudem baut der Konzern darauf, dass sich erste positive Effekte aus den Sparprogrammen bemerkbar machen. Diese seien eine wichtige Voraussetzung fĂŒr profitables Wachstum, sagte Hartung. Die Bosch-GeschĂ€ftsfĂŒhrung peilt 2026 ein Umsatzwachstum von zwei bis fĂŒnf Prozent an. Davon soll auch wieder mehr operativer Gewinn hĂ€ngenbleiben. Statt zwei Prozent wie 2025 rechnen die Manager mit vier bis sechs Prozent.
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