Ergebnisse, Produktion/Absatz

Auftragseingang des ChipausrĂŒsters ASML sinkt - Aktie fĂ€llt

17.04.2024 - 10:30:10 | dpa.de

Die Nachfrage beim ChipausrĂŒster ASML NL0010273215 entwickelt sich schwĂ€cher als erwartet.

Im ersten Quartal sank der Auftragseingang gegenĂŒber dem außergewöhnlich starken Vorquartal von knapp 9,2 Milliarden auf 3,6 Milliarden Euro, teilte ASML am Mittwoch im niederlĂ€ndischen Veldhoven mit. Aber auch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fiel das Bestellvolumen. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten hatten durchschnittlich 4,6 Milliarden Euro erwartet. An der Börsen quittierten Anleger das mit einem Kursrutsch, wenngleich Analysten beschwichtigende Worte fanden.

Die Aktie gab zunÀchst deutlich nach, verringerte das Minus zuletzt aber auf 3,7 Prozent und kostete noch 879,40 Euro. 2024 liegt das Kursplus immer noch bei rund 29 Prozent. Mit rund 360 Milliarden Euro Marktkapitalisierung ist ASML das wertvollste börsennotierte Tech-Unternehmen der Eurozone und auf Platz zwei im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145. Auf Platz eins liegt der französische Luxuswarenkonzern LVMH FR0000121014 mit einem Börsenwert von gut 400 Milliarden Euro.

Die AuftragseingĂ€nge des Chipindustrie-AusrĂŒsters seien im Vergleich zu denen im Vorquartal schwach ausgefallen, schrieb Analyst Sandeep Deshpande von der US-Bank JPMorgan. Das Unternehmen bleibe aber in der Spur fĂŒr ein starkes Jahr 2025.

Der Umsatz im ersten Quartal verfehlte auch die MarktschĂ€tzungen, wenngleich er mit einem RĂŒckgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut ein FĂŒnftel auf knapp 5,3 Milliarden Euro noch in der vom Management ausgegebenen Spanne lag. Und auch fĂŒr das laufende zweite Quartal hatten die Analysten mehr auf dem Zettel, als die ASML-Chefetage es nun anstrebt.

In den drei Monaten bis Ende Juni soll der Umsatz bei 5,7 bis 6,2 Milliarden Euro liegen und die Bruttomarge als VerhÀltnis von Verkaufs- zu Einkaufspreisen bei 50 bis 51 Prozent. Sie lag im ersten Quartal bei 51 Prozent und fiel damit unter anderem dank Einmaleffekten besser aus als von Analysten sowie Konzernlenker Peter Wennink erwartet.

Dieser hatte 2024 im Januar als Übergangsjahr deklariert. Nach einem jahrelangen Boom, der unter anderem durch die hohe Nachfrage nach Technologieprodukten in der Corona-Pandemie begrĂŒndet war, erlebten Teile der Halbeiterindustrie zuletzt trĂ€gere Zeiten. Im vergangenen Jahr hatten zudem noch viele Unternehmen aus China wegen der Angst vor westlichen ExportbeschrĂ€nkungen Anlagen zur Chipproduktion bestellt.

ASML werde 2024 in Technologie sowie den Ausbau von KapazitĂ€ten investieren, um fĂŒr die Wende im Zyklus gerĂŒstet zu sein, sagte Wennink am Mittwoch laut Mitteilung. Das Unternehmen stellt beispielsweise Lithographiesysteme fĂŒr die Halbleiterindustrie her.

Ihre mittelfristigen Ziele bestĂ€tigten die NiederlĂ€nder ebenso wie die Prognose fĂŒr 2024, laut der der Umsatz dieses Jahr stabil im Vergleich zu den 2023 erlösten 27,6 Milliarden Euro sein soll. Dabei soll die zweite JahreshĂ€lfte besser ausfallen, als die erste, sagte Wennink weiter. Die Branche erhole sich anhaltend.

Und auch Expertin Sara Russo von Bernstein blieb in einer ersten Reaktion trotz aller EnttĂ€uschung ĂŒber AuftrĂ€ge und Ausblick auf das zweite Quartal gelassen. Insgesamt stimme das Setup der NiederlĂ€nder. Sie erinnerte daran, dass die Nachfrage nach EUV-Lithografie immerhin von Rekordniveau komme und setzt wie Wennink auf ein besseres zweites Halbjahr 2024.

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