Die Nokia-Aktie stabilisiert sich nach soliden Quartalszahlen
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 15:14 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Der finnische Netzwerkausrüster Nokia (ISIN FI0009000681) hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen ein gemischtes, insgesamt aber robustes Bild gezeigt: Der Umsatz ging im Geschäftsjahr 2023 laut Unternehmensangaben auf rund 22,3 Milliarden Euro zurück, während sich der bereinigte operative Gewinn und die Marge verbesserten. Anleger blicken dabei vor allem auf die Profitabilität und die bestätigte mittelfristige Prognose.
Quartalszahlen mit rückläufigem Umsatz, höherer Marge
Nokia berichtet für das Geschäftsjahr 2023 einen Nettoumsatz von rund 22,3 Milliarden Euro, nach etwa 24,9 Milliarden Euro im Jahr 2022, was einem Rückgang von rund 10 Prozent entspricht. Damit spiegelt sich die schwächere Nachfrage einzelner Netzbetreiber wider, insbesondere im Bereich klassischer Mobilfunknetze.
Gleichzeitig legte die bereinigte operative Marge im Konzern zu. Der vergleichbare operative Gewinn erreichte 2023 nach Unternehmensangaben rund 2,3 Milliarden Euro, gegenüber etwa 2,1 Milliarden Euro im Jahr 2022. Das entspricht einem Plus von rund 9 Prozent und zeigt, dass Kosteneffizienz und der Fokus auf margenstärkere Geschäfte zunehmend durchschlagen.
Beim Ergebnis je Aktie (EPS) auf vergleichbarer Basis meldete Nokia für 2023 einen Wert von rund 0,49 Euro, nach etwa 0,41 Euro im Vorjahr. Das ist ein Anstieg von knapp 20 Prozent, der vor allem aus der verbesserten Marge und Effizienzprogrammen resultiert. Der operative Cashflow blieb solide und unterstützt die Fähigkeit des Unternehmens, in neue Technologien zu investieren.
Netzwerksparte als Ertragsanker
Im Kerngeschäft mit Mobilfunk- und Festnetzausrüstung bleibt die Networks-Sparte der wichtigste Umsatzträger. Der Bereich erwirtschaftete 2023 einen Umsatz von grob rund 18 Milliarden Euro und damit den Großteil des Konzernvolumens. Zwar war auch hier ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen, doch konnte Nokia durch Produktmix, Softwareanteile und Kostendisziplin die operative Marge verbessern.
Besonders wichtig für die mittelfristige Perspektive sind die Investitionen von Netzbetreibern in 5G, Glasfaser und Cloud-basierte Netzarchitekturen. Nokia zielt dabei auf einen attraktiven Anteil an den globalen 5G-Rollouts und versucht, mit einem breiten Portfolio von Funkzugangstechnik über IP-Routing bis hin zu optischen Netzen gegenüber Wettbewerbern wie Ericsson und Huawei zu bestehen. Die Wachstumschancen ergeben sich dabei aus der anhaltenden Datennachfrage, auch wenn einzelne Länder ihre Ausbauzyklen strecken.
Der Bereich Cloud and Network Services ergänzte die klassischen Netzprodukte mit Softwarelösungen, etwa für Netzautomatisierung und Orchestrierung. Hier versucht Nokia, wiederkehrende Umsätze zu steigern und die Abhängigkeit von rein hardwaregetriebenen Projekten zu verringern. Aus Sicht vieler Anleger ist diese Verlagerung zu margenstärkeren, softwareorientierten Erlösquellen ein wichtiger Baustein für die langfristige Bewertung des Konzerns.
Guidance und Kapitalrückführung
Nokia hat für das laufende Jahr 2024 eine Guidance abgegeben, die von einem leichten Umsatzwachstum und einer weiterhin soliden Vergleichs-EBIT-Marge ausgeht. Die Zielspanne für die margenbezogene Kennzahl liegt nach Unternehmensangaben im mittleren einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich, wobei der Konzern betont, dass die Nachfrage nach 5G- und Glasfaserlösungen über den Zyklus hinweg stützend wirken soll.
Zur Kapitalrückführung plant Nokia, die Aktionäre sowohl über Dividenden als auch über Aktienrückkäufe zu bedienen. Für das Geschäftsjahr 2023 wurde eine Dividende von insgesamt rund 0,14 Euro je Aktie ausgeschüttet, nachdem im Vorjahr rund 0,12 Euro je Anteilsschein geflossen waren. Das entspricht einem Zuwachs von gut 17 Prozent und spiegelt den Anspruch wider, am verbesserten Ergebnis die Anteilseigner zu beteiligen.
Parallel dazu setzt Nokia Rückkaufprogramme ein, um die Zahl ausstehender Aktien moderat zu verringern. Dadurch kann das Ergebnis je Aktie weiter steigen, selbst wenn der Gesamtgewinn nur leicht zulegt. Für Privatanleger ist diese Kombination aus Dividende und Rückkauf ein wichtiger Faktor bei der Betrachtung der Gesamtaktionärsrendite.
Produktsegment Netzinfrastruktur und DACH-Perspektive
Die Netzinfrastruktur spielt im Portfolio von Nokia eine zentrale Rolle, da sie direkte Schnittpunkte zum europäischen und damit auch zum deutschsprachigen Markt besitzt. Glasfaserlösungen, IP-Router und optische Netzkomponenten sind entscheidend, um steigende Datenvolumina im Festnetz und in Rechenzentren zu bewältigen. Gerade in Ländern wie Deutschland, Österreich und der Schweiz treiben Versorger, Telekommunikationsunternehmen und Stadtwerke den Ausbau der Gigabitnetze voran.
Nokia profitiert davon durch Projekte mit europäischen Netzbetreibern, bei denen moderne Transportnetze und Backbone-Lösungen gefragt sind. Für Anleger aus dem DACH-Raum ist relevant, dass die Nokia-Aktie über internationale Handelsplätze gut zugänglich ist und der Konzern auch in europäischen Infrastrukturprojekten eine Rolle spielt. Der Wettbewerbsdruck bleibt hoch, doch der Bedarf an zuverlässigen, skalierbaren Netzen nimmt weiter zu.
Darüber hinaus ist Nokia mit seinem Engagement in 5G-Funktechnik und privaten Campusnetzen ein Partner für Industrieunternehmen, die eigene, hochverfügbare Mobilfunknetze aufsetzen wollen. Dies ist gerade für exportorientierte Branchen und Produktionsstandorte im deutschsprachigen Raum ein Hebel, um Automatisierung und Digitalisierung voranzutreiben.
Technik, 5G und Unternehmenssoftware
Nokia bietet eine Vielzahl von Produkten und Lösungen im Bereich Mobilfunktechnik, Netzsoftware und Cloud-Infrastruktur an. Ein Schwerpunkt sind 5G-RAN-Produkte, also Funkzugangsnetze, die Endgeräte mit dem Kernnetz verbinden. Hier konkurriert der Konzern mit anderen globalen Ausrüstern um Aufträge der großen Netzbetreiber, aber auch um Projekte im Bereich privater Industrie-5G-Netze.
Über die klassischen Netzprodukte hinaus hat Nokia Softwarelösungen entwickelt, die Netzbetrieb und Servicebereitstellung effizienter machen sollen. Dazu zählen Plattformen für Netzmanagement, Sicherheit, Automatisierung sowie Analysewerkzeuge, mit denen Netzbetreiber Leistungsdaten auswerten und Kapazitäten optimieren können. Diese Softwareumsätze sind wichtig, um wiederkehrende Erlöse zu generieren und die Abhängigkeit von Hardwarezyklen zu verringern.
Im Bereich Festnetzinfrastruktur bietet Nokia Glasfaser- und IP-Lösungen, mit denen Telekommunikationsanbieter und Unternehmen ihre Breitbandnetze ausbauen und modernisieren. Dazu gehören Zugangsnetze, Aggregationsnetze und Kernnetze, die hohe Datenraten und niedrige Latenzen ermöglichen. Die Nachfrage nach solchen Lösungen ist angesichts wachsender Cloud-Nutzung und Streaming-Dienste strukturell hoch, auch wenn einzelne Projekte zeitlich verschoben werden können.
Aktienbewertung und Marktperspektive
Die Bewertung der Nokia-Aktie spiegelt die Herausforderungen des Netzwerkausrüstergeschäfts wider. Zyklische Investitionsphasen bei Telekommunikationsanbietern führen dazu, dass Umsatz und Gewinn nicht jedes Jahr linear wachsen. Gleichzeitig honoriert der Markt die Bemühungen des Konzerns, seine Marge zu stabilisieren und in zukunftsträchtige Bereiche wie 5G, Netzinfrastruktur und Netzsoftware zu investieren.
Mit der sichtbaren Verbesserung der vergleichbaren operativen Marge sowie dem Anstieg des EPS um knapp 20 Prozent im Jahr 2023 hat Nokia gezeigt, dass Effizienzmaßnahmen und Portfoliofokussierung Wirkung entfalten können. Der Umsatzrückgang um rund 10 Prozent verdeutlicht jedoch, dass Wachstumschancen im 5G- und Glasfaserausbau durch verschobene Projekte und intensiven Wettbewerb gedämpft werden können.
Für langfristig orientierte Anleger ist insbesondere die Frage relevant, wie nachhaltig die Margenverbesserung ist und ob der Konzern seine Guidance für 2024 und darüber hinaus einhalten kann. Die Kombination aus Dividende, Aktienrückkauf und Investitionen in Zukunftsfelder bietet einen Rahmen, innerhalb dessen die Nokia-Aktie bewertet wird.
Netztechnik als Kernprodukt
Ein repräsentatives Produkt- und Lösungsfeld von Nokia ist die 5G-Netztechnik, bei der Funkzugangsnetze, Core-Netze und Netzinfrastruktur zusammenspielen. Mit diesem Portfolio adressiert der Konzern sowohl öffentliche Mobilfunknetze als auch private Campusnetze von Unternehmen. Die technische Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit dieser Systeme ist entscheidend für Anwendungen wie industrielle Automatisierung, vernetzte Produktion, Logistik und digitale Dienstleistungen.
Kurs und Marktdaten im Überblick
Die Nokia-Aktie ist an der Börse Helsinki unter dem Ticker NOKIA gelistet und gehört zu den etablierten europäischen Technologiewerten. Die Marktkapitalisierung des Konzerns lag zuletzt im mittleren zweistelligen Milliarden-Euro-Bereich, womit Nokia im internationalen Vergleich als großer, aber nicht übergroßer Netzwerkausrüster gilt. Für Anleger spielen neben dem absoluten Kursniveau auch Kennzahlen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis und Dividendenrendite eine Rolle, um die Bewertung einzuordnen.
Nokia auf einen Blick
- Unternehmen: Nokia Corp.
- ISIN: FI0009000681
- Ticker: NOKIA
- Handelsplatz: Börse Helsinki
- Sektor / Branche: Netzwerktechnik, Telekommunikationsausrüstung
- Indexzugehörigkeit: OMX Helsinki
- Nächstes Earnings-Datum: nicht offiziell terminiert
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