Bayern, Reiche-PlÀnen

Bayern bangt wegen Reiche-PlÀnen um Wind- und Solarenergie

02.04.2026 - 11:50:06 | dpa.de

Die PlĂ€ne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zur Zukunft der Erneuerbaren Energien stoßen auf massive Kritik in Bayern.

"Sollten die derzeitigen PlÀne des Bundeswirtschaftsministeriums umgesetzt werden, wird es in weiten Teilen Bayerns keine neuen Investitionen in Wind- und Solarparks mehr geben", sagte der Fraktionschef der CSU im bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, auf dpa-Anfrage. "Damit wird unsere Politik der vergangenen Jahre konterkariert."

Aiwanger spricht von "Vollbremsung"

Zuvor hatte bereits Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie WĂ€hler) im Bayerischen Rundfunk Reiches PlĂ€ne heftig kritisiert. Die Ministerin lege bei den Erneuerbaren Energien eine "Vollbremsung" hin, sagte Aiwanger. Auch die Bayern-SPD schlĂ€gt Alarm. "Die PlĂ€ne von Ministerin Reiche sind brandgefĂ€hrlich fĂŒr den Klimaschutz und werden die Energiekosten im Freistaat nicht senken, sondern dramatisch erhöhen", sagte der SPD-Politiker Florian von Brunn.

Reiche plant bei der Energiewende Reformen, um Kosten zu sparen. Sie will den Ausbau der erneuerbaren Energien besser an den Ausbau der Stromnetze anpassen. Die Netze sind in Deutschland vielerorts marode, der Ausbau verlĂ€uft schleppend. Sie plant außerdem, die Förderung fĂŒr neue, kleine Solaranlagen zu streichen.

Hausgemachtes Problem

Das Problem in Bayern ist aber zum Teil hausgemacht: Noch immer fehlen zwei große Stromtrassen von Nord- nach SĂŒd, deren zunĂ€chst fĂŒr 2022 geplante Fertigstellung auch wegen bayerischer WiderstĂ€nde bis mindestens nĂ€chstes Jahr verzögert ist. Die bayerische Stromproduktion ist zudem seit 2012 um ein Drittel auf etwa 60 Terawattstunden im Jahr gesunken - verbraucht werden im Freistaat aber 80 Terrawattstunden.

Da die zwei großen Stromtrassen nach wie vor fehlen und auch der Ausbau der regionalen Stromnetze mit dem Solarausbau nicht Schritt gehalten hat, kommt es in Bayern hĂ€ufig zu NetzengpĂ€ssen. Die bundesweiten Kosten des Netzengpassmanagements beliefen sich nach Daten der Bundesnetzagentur 2025 auf ĂŒber drei Milliarden Euro. Diesen beiden Problemen will Reiche nun begegnen, indem sie etwa die Erneuerbaren an den Netzregulierungskosten beteiligen und VergĂŒtungen fĂŒr Abschaltungen zum Schutz vor NetzĂŒberlastungen streichen will.

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