Berichte: Höchste US-Diplomatin in der Ukraine tritt zurĂŒck
29.04.2026 - 11:02:48 | dpa.deDie Diplomatin werde ihren Dienst in Kiew im Juni beenden und anschlieĂend in den Ruhestand gehen, meldeten mehrere Medien unter Berufung auf das US-AuĂenministerium. Genauere Angaben zum Zeitpunkt ihres RĂŒckzugs und zu einer Nachfolge gab es zunĂ€chst nicht.
Davis' Abgang fĂ€llt in eine Phase festgefahrener BemĂŒhungen um eine Waffenruhe zwischen der Ukraine und Russland. Berichte ĂŒber einen RĂŒcktritt aus Unzufriedenheit mit US-PrĂ€sident Donald Trump wies das Ministerium zurĂŒck. Es sei "falsch zu behaupten", die Diplomatin trete "wegen Meinungsverschiedenheiten" mit Trump zurĂŒck.
Die "Financial Times" hatte unter Berufung auf drei mit der Entscheidung vertraute Personen berichtet, Davis sei wegen Differenzen mit Trump ĂŒber dessen nachlassende UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine "zunehmend frustriert" gewesen und wolle ihre mehr als drei Jahrzehnte lange Karriere beenden.
Davis ist keine vom Senat bestÀtigte Botschafterin, sondern GeschÀftstrÀgerin ("Chargé d'Affaires") und damit ranghöchste Vertreterin der USA in Kiew.
Mehrere Personalwechsel wÀhrend Trumps Amtszeiten
Seit 2023 ist Davis zugleich als Botschafterin in Zypern akkreditiert. Laut "FT" fĂŒhlte sie sich zudem ĂŒberrumpelt, als sie aus Medien erfuhr, dass Trump John Breslow als neuen Zypern-Botschafter nominieren wollte.
In beiden Amtszeiten Trumps gab es Schwierigkeiten bei der Besetzung des Botschafter-Postens in Kiew. 2019 wurde die damalige Botschafterin Marie Yovanovitch AffÀre vorzeitig abberufen. Davis VorgÀngerin, die Demokratin Bridget Brink, war 2022 kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs von PrÀsident Joe Biden nominiert worden und schied nach drei Jahren aus dem Amt.
Im Interview mit CNN kritisierte Brink, die Trump-Regierung habe vor allem Druck auf die Ukraine ausgeĂŒbt statt auf Russland. Der Eklat im Oval Office, bei dem Trump und sein Vize JD Vance den ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj vor laufenden Kameras zurechtgewiesen hatten, sei "erschreckend" gewesen. Zudem habe sich die Rhetorik geĂ€ndert: Statt vom "russischen Angriffskrieg in der Ukraine" sei zunehmend von einem "Russland-Ukraine-Krieg" die Rede gewesen.
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