ROUNDUP, HĂ€fen

HÀfen und LÀnder drÀngen Kanzleramt bei Hafenfinanzierung

17.06.2026 - 16:24:23 | dpa.de

Die SeehĂ€fen und die fĂŒnf KĂŒstenlĂ€nder drĂ€ngen das Kanzleramt, die Finanzierung der SeehĂ€fen neu zu regeln.

In einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Positionspapier fordern sie eine stÀrkere Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der HÀfen.

Den Investitionsbedarf beziffern sie auf rund 15 Milliarden Euro. "Dieser ist das Ergebnis einer ĂŒber lange Zeit unzureichenden Finanzierung, die mit den gewachsenen Anforderungen an die SeehĂ€fen nicht Schritt gehalten hat."

Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) hat zudem einen Brief an Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) verfasst. Der Brief nimmt Bezug auf die Nationale Maritime Konferenz. Auf der Konferenz im April wurden laut dem Verband keine Fortschritte erzielt, die Finanzierung neu zu regeln.

Der ZDS und die LĂ€nder begrĂŒnden ihre Position damit, dass die SeehĂ€fen ihrer Ansicht nach Aufgaben fĂŒr die ganze Bundesrepublik ĂŒbernehmen. ZDS-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Florian Keisinger nannte als Stichpunkte die Energiewende, Sicherheit und Verteidigung. Es sei nicht tragfĂ€hig, die Finanzierung der HĂ€fen nahezu allein den LĂ€ndern zu ĂŒberlassen, heißt es in dem Papier.

Die Absender fordern eine Finanzreform: Als "Grundfinanzierung" benötigen die HĂ€fen demnach bis zu 500 Millionen Euro im Jahr, etwa um wettbewerbsfĂ€hig zu bleiben. Ferner sollten etwa ĂŒber Projekte die benötigten 15 Milliarden Euro bereitgestellt werden, um den "Investitionsstau" abzubauen.

Seit Jahren wird mehr Geld gefordert

Der ZDS und die KĂŒstenlĂ€nder beklagen seit Jahren eine strukturelle Unterfinanzierung der SeehĂ€fen. Die Bundesregierung zahlt den LĂ€ndern jĂ€hrlich 38,3 Millionen Euro, was auch "Hafenlastenausgleich" genannt wird. Die finanzielle Beteiligung des Bundes wurde zuletzt 2005 angepasst.

GrundsĂ€tzlich sind die LĂ€nder dafĂŒr zustĂ€ndig, die SeehĂ€fen instand zu halten. Diskutiert wird die Frage, ob es eine VerfassungsĂ€nderung braucht, um die jĂ€hrliche Zahlung neu zu regeln. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht rechtliche HĂŒrden, wie er auf der Nationalen Maritimen Konferenz sagte. Gleichzeitig kĂŒndigte er an, die HĂ€fen unterstĂŒtzen zu wollen.

SPD-Hafenpolitikerin fordert "konkrete Schritte"

Die Hamburger SPD-Fraktion setzt sich wie andere Fraktionen in Norddeutschland dafĂŒr ein, dass der Bund mehr Geld als bislang fĂŒr die HĂ€fen bereitstellt. Die hafenpolitische Sprecherin der Fraktion, Clarissa Herbst, sagte anlĂ€sslich des Schreibens: "Nach den Signalen der Nationalen Maritimen Konferenz kommt es jetzt darauf an, konkrete Schritte fĂŒr eine verlĂ€ssliche und auskömmliche Hafenfinanzierung einzuleiten."/lfö/DP/stk

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