Slowakei droht weiter mit Blockade von Russland-Sanktionen
16.04.2026 - 21:12:54 | dpa.deDas sagte AuĂenminister Juraj Blanar am Donnerstag im slowakischen Parlament.
Die Nachrichtenagentur TASR zitierte den linksnationalen Politiker mit der Drohung: "Wenn die Druschba-Ălleitung nicht wieder in Betrieb geht und schon das 20. Sanktionspaket zur Abstimmung auf dem Tisch liegt, werden wir nicht zustimmen". Zur BegrĂŒndung erklĂ€rte er: "Wir haben keine anderen Instrumente, um zu erzwingen, dass der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj gemeinsam mit der EU-Kommission die Druschba wieder freigibt."
"Erdöl-Notstand"
Die slowakische Regierung hatte schon Mitte Februar einen "Erdöl-Notstand" in dem EU- und Nato-Land ausgerufen, weil seit Ende Januar kein Erdöl mehr durch die Druschba-Pipeline ĂŒber die Ukraine aus Russland flieĂt. Von den russischen Ăllieferungen ist die Slowakei noch immer weitgehend abhĂ€ngig und hat daher eine auch mit Kiew vereinbarte Ausnahme von den EU-Sanktionen gegen Russland zugestanden bekommen.
Nach ukrainischer Darstellung ist die Druschba-Pipeline durch russische Drohnenangriffe beschĂ€digt. Das bezweifelt der linksnationale slowakische MinisterprĂ€sident Robert Fico jedoch ebenso wie der scheidende ungarische Regierungschef Viktor Orban. Ebenso wie Budapest verlangt auch Bratislava bisher vergeblich eine unabhĂ€ngige Inspektion der Pipeline. Die Ukraine hatte schon im Februar eine unmittelbar bevorstehende Wiederaufnahme des Ăltransits in Aussicht gestellt, als die EU-Kommission ihr 20. Sanktionspaket vorstellte. Seither verschob sie den Termin aber immer wieder - und die Slowakei stellte sich mit Ungarn gegen das Sanktionspaket quer.
Anders als die noch amtierende ungarische Regierung plant die Slowakei aber weiterhin keine Blockade eines 90-Milliarden-Euro-Kredits der EU an die Ukraine. "Daran hat sich nichts geÀndert", betonte Blanar am Donnerstag.
Fico wirft der Ukraine mit Blick auf die Druschba-Pipeline seit langem "Erpressung" vor, weil seine Regierung sich weigere, dem von Russland angegriffenen Nachbarland Waffen aus eigenen ArmeebestĂ€nden zu liefern. Die Slowakei sei jedoch einer der wichtigsten UnterstĂŒtzer der Ukraine mit "nicht-tödlichen" GĂŒtern wie MinenrĂ€umsystemen, Dieselgeneratoren oder Energielieferungen. Es sei daher unfair, dass die Ukraine die Energieversorgung der Slowakei gefĂ€hrde, kritisierte Fico wiederholt. Seine Gegner werfen ihm jedoch eine "prorussische" Politik vor.
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