Standard Chartered, GB0004082847

Die Standard-Chartered-Aktie legt nach soliden Quartalszahlen zu

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 16:45 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die Standard-Chartered-Aktie profitiert von steigenden Zinsen und einem deutlichen Gewinnsprung im Jahr 2023. Für Anleger rücken nun die jüngsten Quartalszahlen und der Ausblick des in Asien stark engagierten Instituts in den Fokus.

Makroaufnahme von Banknoten und Münzen mit feiner Textur
Makroaufnahme von Banknoten und Münzen visualisiert Standard Chartered PLC, ISIN GB0004082847, Finanzdienstleistungen im Detail, Illustration mit AI erstellt.

Die Standard-Chartered-Aktie des in London gelisteten Finanzkonzerns Standard Chartered PLC (ISIN GB0004082847) steht im Zeichen deutlich verbesserter Ergebnisse, nachdem das Institut für das Geschäftsjahr 2023 einen Vorsteuergewinn von rund 5,1 Milliarden US-Dollar meldete, was einem Plus von etwa 18 Prozent gegenüber 2022 entspricht (Geschäftsjahr 2023 laut Unternehmensangaben). Das Institut profitierte dabei von höheren Zinsen in seinen Kernmärkten in Asien, Afrika und im Nahen Osten und stellte für Anleger klar, dass die Kapitalausstattung weiterhin solide ist.

Gewinnsprung und Zinsumfeld stützen die Bank

Laut den Angaben im Geschäftsbericht 2023 erzielte Standard Chartered einen Ertrag, also Gesamterlös, von rund 18,0 Milliarden US-Dollar und steigerte diesen damit im Vergleich zu 2022 um etwa 10 Prozent (Geschäftsjahr 2023). Die Nettozinserträge legten zweistellig zu und erreichten im selben Zeitraum einen Wert im mittleren zweistelligen Milliardenbereich in US-Dollar, wobei das Management den Rückenwind aus den weltweiten Zinsanhebungen betonte. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn nach Steuern stieg 2023 auf rund 3,6 Milliarden US-Dollar, nachdem im Jahr 2022 noch ein Wert von rund 2,8 Milliarden US-Dollar ausgewiesen worden war, was einem Anstieg von ungefähr 29 Prozent entspricht (Geschäftsjahr 2023 gegenüber 2022).

Die Eigenkapitalrendite, gemessen als sogenannte RoTE (Return on Tangible Equity), verbesserte sich im Geschäftsjahr 2023 auf rund 10 Prozent, nach einem Wert von etwa 8 Prozent im Vorjahr (Geschäftsjahr 2022). Damit kam das Institut näher an seine mittelfristigen Zielmarken heran, die im Bereich eines niedrigen zweistelligen Prozentsatzes liegen. Gleichzeitig blieb die harte Kernkapitalquote (CET1-Ratio) mit etwa 13 bis 14 Prozent im Zielkorridor des Managements (Stand Geschäftsjahr 2023), was einen Puffer gegenüber regulatorischen Mindestanforderungen signalisiert.

Quartalszahlen und Ausblick im Fokus

In den jüngsten verfügbaren Quartalszahlen für das Jahr 2024 berichtete Standard Chartered nach Unternehmensangaben einen Vorsteuergewinn im Bereich von rund 1,3 Milliarden US-Dollar für das betreffende Quartal, nachdem im vergleichbaren Vorjahresquartal ein Wert von rund 1,2 Milliarden US-Dollar ausgewiesen worden war. Dies entspricht einem Zuwachs in der Größenordnung von etwa 8 bis 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Quartal 2024 versus Quartal 2023). Die Erträge in wichtigen Segmenten wie Corporate & Institutional Banking sowie im Retail-Geschäft trugen maßgeblich zu diesem Wachstum bei.

Auch auf Jahressicht 2024 stellt das Management laut seinen veröffentlichten Prognosen ein weiteres moderates Ertragsplus in Aussicht. In der Guidance ist von einem prozentual einstelligen bis niedrigen zweistelligen Wachstum der Gesamterträge die Rede, unterstützt durch anhaltend positive Nettozinserträge und eine normalisierte Risikovorsorge. Die Kreditrisikovorsorge, also Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle, bewegte sich im letzten berichteten Quartal auf einem Niveau im mittleren dreistelligen Millionenbereich in US-Dollar, lag damit aber unter den Spitzenwerten der vergangenen Jahre, was auf stabilere Kreditportfolios hindeutet (Quartalsbericht 2024).

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Starkes Asien-Geschäft als Treiber

Standard Chartered erwirtschaftet den Großteil seiner Erträge in aufstrebenden Märkten Asiens, etwa in Hongkong, Singapur, Indien und anderen Ländern der Region. Im Geschäftsjahr 2023 entfiel ein deutlich zweistelliger Milliardenbetrag beim Ertrag auf die Märkte Asien, Naher Osten und Afrika zusammen, wobei Asien den mit Abstand größten Anteil stellte. Dabei profitiert das Institut von einer diversifizierten Aufstellung in Handelsfinanzierung, Zahlungsverkehr, Devisenhandel und Vermögensverwaltung, die besonders bei wachstumsstarken Firmenkunden und vermögenden Privatkunden in diesen Regionen gefragt sind.

Im Segment Corporate & Institutional Banking erzielte Standard Chartered 2023 einen Ertrag im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Milliardenbereich in US-Dollar und verzeichnete damit ein Plus im mittleren einstelligen Prozentbereich gegenüber 2022. Das Retail-Banking, das insbesondere das Mass-Affluent- und Vermögensverwaltungsgeschäft umfasst, wuchs ebenfalls und trug mit einem Ertragsanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich zum Gesamtergebnis bei. Die Bank verweist in ihren Unterlagen darauf, dass die digitale Durchdringung in diesen Segmenten zunimmt, was langfristig die Kosteneffizienz verbessern soll.

Digitalbanking-Plattform und Produktfokus

Ein wichtiger Baustein im Geschäftsmodell ist die Digitalbanking-Plattform von Standard Chartered, über die Privat- und Firmenkunden in Kernmärkten wie Hongkong, Singapur oder auch ausgewählten afrikanischen Ländern Konten, Kredite und Zahlungsdienste vollständig online abwickeln können. Diese Plattform hat nach Unternehmensangaben mittlerweile mehrere Millionen aktive Nutzer, wobei der Anteil digital abgewickelter Transaktionen bereits deutlich über 50 Prozent des Gesamtvolumens liegt (Geschäftsjahr 2023). Für das Institut bedeutet dies nicht nur bessere Skaleneffekte, sondern auch zusätzliche Cross-Selling-Möglichkeiten, etwa bei Kreditkarten, Konsumentenkrediten oder Investmentprodukten.

Im Bereich Vermögensverwaltung bietet Standard Chartered darüber hinaus strukturierte Produkte, Fonds und Anlagelösungen an, die sich vor allem an wohlhabende Privatkunden in Asien richten. Das verwaltete Vermögen in diesem Bereich lag laut den jüngsten Angaben im hohen zweistelligen Milliardenbereich in US-Dollar und wuchs im Jahresvergleich 2023 im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das Produktportfolio ergänzt damit das klassische Kredit- und Einlagengeschäft und trägt zur Diversifizierung der Einnahmen bei.

Standard-Chartered-Aktie und Bewertung

Die Standard-Chartered-Aktie wird primär an der London Stock Exchange gehandelt und ist im FTSE-Index-Universum vertreten, während das Geschäft geografisch stark in Asien verankert ist. Auf Basis der für 2023 gemeldeten Gewinne ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis im niedrigen zweistelligen Bereich, sofern man einen Aktienkurs im Bereich weniger Dutzend Britischer Pfund und den gemeldeten Gewinn je Aktie zugrunde legt. Im historischen Vergleich der vergangenen Jahre bewegt sich die Bewertung damit eher im moderaten Spektrum klassischer Großbanken mit Schwellenländerfokus.

Für Anleger sind vor allem die Ertragsdynamik in Asien, die Entwicklung der Nettozinserträge sowie die Risikovorsorge in den nächsten Quartalen entscheidend. Die Verbesserung der Eigenkapitalrendite und der Gewinnsprung von rund 18 Prozent beim Vorsteuerergebnis 2023 im Vergleich zu 2022 zeigen, dass das Management die Vorteile des Zinsumfelds und der regionalen Positionierung zu nutzen weiß. Gleichzeitig bleibt das Exposure gegenüber Schwellenländer-Risiken ein struktureller Faktor, der bei der Einschätzung der Standard-Chartered-Aktie berücksichtigt werden muss.

Fakten zur Standard-Chartered-Aktie

  • Unternehmen: Standard Chartered PLC
  • ISIN: GB0004082847
  • Ticker: STAN
  • Handelsplatz: London Stock Exchange
  • Sektor / Branche: Finanzdienstleistungen / Banken
  • Indexzugehörigkeit: FTSE-Indexfamilie
  • Nächstes Earnings-Datum: nicht offiziell terminiert

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